3D-Druck-Lösungen für deine Luxusprobleme
Hintergrund

3D-Druck-Lösungen für deine Luxusprobleme

Mariana Hurtado
Bern, am 07.03.2017
Willkommen in der auserwählten Gruppe Leute, die einen 3D Drucker besitzen, bevor der Drucker zum Standard in jedem Haushalt wird – falls das passieren wird. Was nun?

Mein früheres Leben, bevor ich in dieses wunderschöne Land kam, war geplagt von Situationen die ausserhalb meiner Kontrolle lagen. Jeden Tag verliess ich mein Zuhause und fragte mich, wann ich das nächste mal ausgeraubt würde. Heute, vielleicht? Beim Warten auf den Bus wusste ich nie, wann/ob er kommen oder ob er für mich halten wird. Was? Schon wieder ein Vulkanausbruch? Dann ist diese Woche wohl wieder schulfrei. Das war mein Leben in in Quito, Ecuador.

Das Leben brachte mich in dieses Land von Schokolade, Käse und Uhren (meine drei liebsten Dinge in der ganzen weiten Welt). Wenn alles wie ein Uhrwerk läuft, kann eine zweiminütige Verspätung der SBB sofort jemandes Tag ruinieren. Für mich war das eine radikale Änderung der Art meiner Probleme, auf eine gute Art. Nun konnte ich sie tatsächlich mit etwas Kreativität angehen.

Wenn es nicht kaputt ist, 3D-drucke ein Upgrade

Nun, wenn du’s nicht schon gelesen hast, ich habe mit meinem Freund einen 3D Drucker gebaut. Wir haben diverse Teile gedruckt um ihn zu kalibrieren und sicherzustellen, dass er richtig läuft. Und das tat er. Wenn du ein Otto-Normalverbraucher bist, der dieses Ding nicht für seinen Lebensunterhalt verwendet, dann beginnst du, dich zu fragen, was du nun tun sollst.

Der *3D-Drucker** für die gesunde Beziehung
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Als erstes sind wir das offensichtliche angegangen: Unseren 3D Drucker verbessern.

Ich bin stolz zu sagen, dass die meisten davon unsere Eigenkreation waren. Aber wenn dein Repertoire an Kreationen sich darauf beschränkt, das eigentliche Ding zu verbessern, das sie herstellt, beeindruckst du damit niemanden. Ich meine, hätten wir nicht den Drucker, hätten wir all diese Dinge gar nicht erst gebraucht.

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Nicht unbedingt das Projekt, mit dem sich ein Durchschnittsbürger identifizieren kann. Aber es war sehr cool, es herzustellen

Das nenne ich mal eine anständige Lösung!

Ich bin ins Herz Europas gezogen, um einen Master-Abschluss zu machen. Nachdem ich kürzlich graduiert habe, könntest du den Schluss ziehen, dass ich vollkommen pleite bin. Und du hättest recht. Das bin ich, aber nur für den Moment… Hoffe ich. Als sich also die Möglichkeit ergab, all-inclusive Skiferien in Davos zu machen ohne Geld dafür liegen zu lassen, habe ich mich kein zweites Mal bitten lassen.

Nun, ich habe diesen Freund dessen Eltern dort eine Wohnung haben. Auf keine Art der Welt hätte ich mir das sonst leisten können. Trotzdem wollte ich irgendwie meine Dankbarkeit zeigen. Also kam ich auf die Idee, das Logo des Ski-Teams meines Freundes - das er selbst designed hat - dreidimensional zu drucken. Es ging nicht lange und ich wurde gebeten, sechs mehr für den Rest des Teams zu machen. Erfolg!

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Fertig zum Versand

Dann gabs da das Problem mit all den AA-Batterien, die in der Wohnung meines Freundes rumlagen. Ich liebe den Typen, aber echt jetzt, was für ein heilloses Durcheinander. «Wie soll ich sonst all meine Xbox Controller am Laufen halten?» kann ich ihn sagen hören. Dank der wunderbaren Online Community gab es eine Vielzahl an Lösungen für dieses Problem. Wir haben also einen Batteriespender gefunden, der meinem Freund gefiel. Aber es war zu gut, um wahr zu sein. Laut den Kommentaren würde er nicht funktionieren. Wir haben ihn trotzdem gedruckt und tatsächlich, die Batterien blieben stecken.

Ich erinnere mich immer noch an den einen Sonntagmorgen, als ich aufwachte zum Anblick meines Freundes, wie er ein Stück Karton in den Spender klebte, den wir die Nacht zuvor gedruckt hatten. Es war die Geburt eines Industriedesigners.

Nachdem einigen Messungen, Berechnungen und zwei Prototypen später hatten wir den perfekten, funktionierenden Batteriespender. Zudem hat die Wohnung meines Freundes an dem Tag vier Punkte in Ordentlichkeit gewonnen, wenn wir Rollenspiel-Logik im wirklichen Leben anwenden.

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Das Pièce de Résistance

Vielleicht kennen es einige von euch: ÖV-Yoga. Die Kunst, die perfekte Position zu finden um auf dem Weg von/zu der Arbeit Unterhaltung zu konsumieren. Wieso um alles in der Welt würdest du auch das neueste Smartphone mit einem super Bildschirm kaufen, wenn nicht um im Zug «The Grand Tour» zu schauen. Aber dein Arm hält nur eine bestimmte Zeit. Das Handy auf deine Beine zu legen ist einfach zu weit weg.

«Ich habe einen 3D Drucker, ich sollte mir das nicht antun müssen!»

Das waren seine Worte, als er mir die Masse unter die Nase hielt, um einen iPhone 6 Halter speziell für die Zweiersitze in den RBS-Zügen zu entwickeln.

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Jeder 3D-Druck-Fan kennt das Problem.

Die Idee war sehr simpel. Wir brauchten nur die Breite des Handys (inklusive der Hülle) und den Radius des Randes. Die Masse der Sitzlehne waren bereits genommen.

Von einer groben Skizze über Splines und eine Extrusion später hatten wir ein fertiges Modell. Es funktionierte nicht. Wir hatten keine Chance, das Handy ohne Murks in den Halter zu kriegen.

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Es steckt viel Nachdenken in diesem simplen 3D Modell

Wir haben ein Stück am unteren Ende angefügt, das hilft, das Handy einfach rein und raus zu kriegen.Voilà! Es war drin. Aber die Halterung war zu gross, um es gut festzuhalten. Drei Prototypen später hat es gepasst wie angegossen.

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Der beste iPhone-Halter für Sitze in RBS-Zügen aller Zeiten
Andere Farben? Kein Problem.

Und es funktioniert! Genau rechtzeitig für meinen Freund um zu realisieren, dass Dinge auf seinem iPad schauen irgendwie besser ist. Du kannst dir vorstellen, was unser nächstes Projekt ist.

Mit etwas Zeit und Kreativität sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt – ausser 20 x 20 x 20 cm, denn grösser druckt unser Drucker nicht. Aber man kann natürlich auch einzelne Teile drucken und sie anschliessend zusammensetzen. Du verstehst, was ich meine. Nun geh raus, finde etwas, das dich nervt, und 3D-löse es!

Ausser den SBB-Verspätungen, sorry.

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Mariana Hurtado
Mariana Hurtado
Grafik-Designerin, Bern
Grafik-Designerin, Pokémon-Trainerin, tech-savvy und keine Schriftstellerin. Seit 2014 bin ich in der Schweiz. Ich führe einen steten Kampf gegen schlechtes Design.

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