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Riesending für Gamer: Samsung LC49RG90

Jetzt kommen auch Gamer ins kinoähnliche Vergnügen. Samsung bringt den ersten Gaming-Monitor im 32:9-Format mit 5120 × 1440 Pixel und 120 Hz. Das soll dich noch näher ans Geschehen bringen und dir neue Blickwinkel eröffnen.

Wow ist der krumm. Und das meine ich positiv. Mit einer Bildschirmwölbung von 1800 R ist der Samsung LC49RG90 krümmer als der 49-Zöller von Dell mit 3800 R, den ich kürzlich getestet habe. Dadurch habe ich alles noch besser im Blick. Das gefällt mir.

49 Zoll sind perfekt fürs Büro
ComputingReview

49 Zoll sind perfekt fürs Büro

Das bietet der Bildschirm:

  • Auflösung: 5120 × 1440 Pixel
  • Bildschirmtechnologie: VA
  • Bildwiederholrate: 120 Hz
  • Reaktionszeit (grau zu grau) 4 ms
  • Kontrast: 3000:1
  • Helligkeit: 1000 cd/m²
  • HDR 1000
  • Farbraumabdeckung: sRGB: 125 Prozent, DCI-P3: 95 Prozent
  • AMD Freesync 2
  • LC49RG90 (49", 5120 x 1440 Pixels)
  • LC49RG90 (49", 5120 x 1440 Pixels)
  • LC49RG90 (49", 5120 x 1440 Pixels)
Neu
C
CHF 1619.–
Samsung LC49RG90 (49", 5120 x 1440 Pixels)
Für ein unvergleichliches Spielerlebnis

Verfügbarkeit

  • Verkaufsstart am 01.05.2019

Alle Angaben ohne Gewähr.

Details anzeigen

Schlicht trotz Grösse

Der Samsung-Monitor nimmt einen grossen Teil meines Pults in Anspruch. Mit einer Arbeitsfläche von 180 × 80 Zentimeter steht mir verhältnismässig viel Platz zur Verfügung. Der Monitor fällt trotzdem jedem auf, der vorbeiläuft und sorgt für neidische Blicke. Recht so, denn der Bildschirm hat’s tatsächlich in und an sich.

Ausser der imposanten Grösse deutet beim LC49RG90 – ich nenne ihn der Einfachheit halber ab jetzt «der Krumme» – optisch nichts auf einen Gamer-Monitor hin. Der Standfuss ist aus Kunststoff, zwei gewölbte Füsse spreizen sich symetrisch auf die Seiten ab. Der schmale Rahmen – links und rechts zwei Millimeter, oben drei Millimeter und unten 20 Millimeter – ist im gebürsteten Aluminium-Look gehalten. Sonst gibt es optisch nichts Auffälliges am Monitor. Das gefällt mir.

Der Aufbau gestaltet sich übrigens weniger à la Ikea als beim Konkurrenten von Dell. Der Standfuss ist schnell angebracht und eine Anleitung ist überflüssig. Bei der Konnektivität bietet Samsung folgende Anschlüsse:

  • 2 x USB 3.0 Downstream-Port
  • 2 x USB 2.0 Downstream-Port
  • 1 x HDMI Type A 2.0
  • 2 x DisplayPort 1.4
  • 1 x Klinke 3.5mm

USB-C und Upstream-Ports fehlen.

Etwas unübersichtliches Menü

Samsung spendiert dem riesigen Monitor gerade mal vier Tasten. Drei davon sind Schnellwahltasten für Spieleeinstellungen. Den Rest steuerst du über den Powerjoystick. Ein Klick öffnet das Hauptmenü mit den fünf Punkten: Untermenü, Eingangssignal, Picture-by-Picture, Monitor ausschalten und Hauptmenü schliessen.

Das Untermenü bietet die nötigsten Einstellungen wie Game, Bild, Bildschirmanzeige und System. Mir persönlich missfällt es, dass ich erst über eine Menü-Ebene zu diesen Einstellungen gelange.

Besser ist, dass du durch links und rechts Drücken des Joysticks die Lautstärke der am Monitor angeschlossenen Kopfhörer verändern kannst. Drückst du den Joystick von dir weg, kannst du die verschiedenen Bildeinstellungen vornehmen. Ziehst du ihn zu dir hin, aktivierst oder deaktivierst du den Augenschonmodus.

Auch fürs Büro geeignet

Ich habe den Krummen mehrere Tage als Büromonitor im Einsatz und arbeite sehr gerne damit. Dank der grösseren Krümmung als beim Dell-Monitor habe ich den ganzen Bildschirminhalt noch besser im Blick. Einziger Wermutstropfen: Mein Arbeitsnotebook hat nicht genug Power, um mehr als die Auflösung von 3840 × 1080 hinzubringen. Damit ist das Bild nicht ganz so gestochen scharf. Möchtest du den Bildschirm mit voller Auflösung bespielen, benötigst du also eine dedizierte Grafikkarte.

Krasse Unterschiede zwischen Theorie und Messung

Samsung verbaut im Krummen ein VA-Panel. Im Gegensatz zu IPS-Panelen stellen diese Schwarz dunkler dar und sorgen damit für besseren Kontrast. Sonst sind VA-Panels mit IPS vergleichbar. Etwas negativ ist die längere Reaktionszeit als bei TN-Panels. Neuere VA-Panels haben aber Overridefunktionen und erreichen auch fürs Gaming erforderliche Reaktionszeiten von 4 ms (grau zu grau).

Damit ich in den vollen Genuss des Bildes komme, muss ich den Monitor in unser Studio bugsieren und dort an unseren Gaming-PC schliessen. Weder mein Arbeitsnotebook noch das Asus Scar II Gaming-Notebook erfüllen die erforderlichen Hardwareanforderungen, damit ich in den Krummen mit voller Auflösung und 120 Hz nutzen kann. Bei 3840 × 1080 und 120 Hz ist jeweils Schluss, bei HDMI und Mini-DisplayPort reicht der Datendurchsatz nicht für mehr.

Am Gaming-PC sieht bereits mein Google Docs etwas hübscher aus und ich mache mich ans Messen der tatsächlichen Werte. Gleich vorweg: Ich erhalte durchs Band schlechtere Werte als von Samsung angegeben. Das mag aber daran liegen, dass ich ein Pre-Production-Sample zum Testen habe. Die Messungen mache ich mit dem i1 Display Pro von X-Rite. Mit dem Programm DisplayCal messe ich folgende Werte bei der Farbraumabdeckung:

  • 91.1 Prozent sRGB
  • 71.4 Prozent Adobe RGB
  • 77 Prozent DCI P3

Der Unterschied zwischen angegebenen und gemessenen Werten beträgt 17 (DCI P3) respektive 27 (sRGB) Prozent. Dass die angegeben und tatsächlichen Werte bei Monitoren beinahe nie stimmen, bin ich mir gewohnt. Einen so grossen Unterschied finde ich dennoch krass. Hoffentlich kann Samsung beim definitiven Modell noch eine Schippe drauflegen.

Auch bei der Helligkeit liegen die gemessenen Werte weit hinter den Erwartungen. Auf der höchsten Bildschirmhelligkeit habe ich zwischen 582 und 669 Nits gemessen. Diese Werte sind ein drittel und mehr unter den vom Hersteller deklarierten Angaben. Zudem ist das Panel nicht gleichmässig ausgeleuchtet. Das fällt im Fall vom Krummen auf, denn die 669 Nits habe ich in der Mitte gemessen und die 582 Nits gleich darunter. Bei weissen Bildschirminhalten fällt die Helligkeit gegen unten merklich ab. Hinzu kommt, dass mit den gemessenen Werten die HDR 1000 Zertifizierung in Frage zu stellen ist.

Das statische Kontrastverhältnis liegt bei 2845:1 und das dynamische bei 8577:1. Immerhin verfehlt der Krumme den angegebenen Wert von 3000:1 nur um fünf Prozent.

Zum Gamen ein Genuss

Jetzt kann ich mich zum Schluss des Tests auch endlich noch ans Gamen mit dem Krummen machen. Ich starte «Deus Ex: Mankind Divided». Sobald ich im Spiel drin bin, macht sich erstmal Ernüchterung breit. Trotz Auflösung von 5120 × 1440 habe ich links und rechts schwarze Balken. Ich gehe nochmal alle Einstellungen durch, inklusive Windows Anzeigeeinstellungen und Nvidia Systemsteuerung. Alles scheint in Ordnung. Ich starte das Spiel erneut. Immer noch schwarze Balken. Was ist bloss los?

Ich versuche es mit «Metro: Exodus». Toll, hier klappt es, keine schwarzen Balken mehr zu sehen. «Deus Ex: Mankind Divided» scheint das 32:9 Format nicht darstellen zu können. «Metro: Exodus» ist ein wahrer Genuss in 32:9. Ich habe das Gefühl, noch mehr ins Geschehen hineingezogen zu werden. Das Sichtfeld ist viel breiter und das Bild schaut verdammt gut aus. Es ist gestochen scharf, bei schnellen Bewegungen kann ich keine Schlieren feststellen und auch Screen Tearing ist kein Thema. Und auch betreffend Reaktionszeit konnte ich keine Unterschiede zu anderen Gaming-Monitoren feststellen.

Als letztes versuche ich es noch mit «Anthem», da wir das noch auf unserem Gaming-PC installiert haben. Mir gefällt die Welt und dank HDR-Support sind die Farben richtig knackig. Selbstverständlich schaue ich mir gleich den Unterschied zwischen aktiviertem und deaktiviertem HDR an.

Persönlich finde ich die Farben bei aktiviertem HDR zu überzeichnet. Dafür werden dunkle Bereiche schöner dargestellt. Schade, dass «Anthem» keine Möglichkeit bietet, HDR etwas anzupassen und die Farbintensität etwas rauszunehmen. Ein Mix aus aktiviertem und deaktiviertem HDR würde mir entsprechen.

Geiler Monitor, der beim Serienmodell noch nachlegen muss

Der Krumme mag im Büro und beim Gamen zu überzeugen. Er wird mir fehlen, wenn ich ihn abgeben muss. Beim Arbeiten bin ich effizienter, weil ich alles im Blick habe, ohne «Äckegstabi» zu bekommen. Beim Gamen werde ich mehr ins Geschehen hineingezogen. Das Bild mag bei beiden Nutzungen zu überzeugen.

Dennoch muss ich die Bildqualität kritisieren. Nicht subjektiv, ich finde das Bild persönlich sehr gut. Aber dass der Krumme die versprochene Farbraumabdeckung derart verfehlt, auch in der Pre-Production-Phase, ist enttäuschend. Mit einer Farbraumabdeckung von 77 Prozent DCI-P3, der für Gamer am ehesten relevant ist, liefert der Monitor zwar einen soliden Wert, liegt aber dennoch weit entfernt von den versprochenen 95 Prozent. Hoffentlich kriegt Samsung das beim Serienmodell noch hin.

Bei der Konnektivität ist es schade, dass USB-C und Upstream-Ports fehlen. Das wäre für viele User sicher interessant und sollte beim Preis für den Krummen zum Standard gehören. Denn mit über 1700 Franken ist der Monitor nicht gerade günstig.

Wenn ich das Geld hätte und einen neuen Monitor bräuchte, würde ich mir die Anschaffung des Krummen ernsthaft überlegen. Aber ich würde warten, bis erste Tests des Serienmodells draussen sind. Klar gibt Samsung Laborwerte an, dennoch sind die Unterschiede in diesem Fall (noch) zu gross. Ich werde mir auf jeden Fal ein definitives Modell besorgen und dir die Resultate in einen Update in diesem Artikel nachliefern.

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Kevin Hofer, Zürich

  • Editor
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

15 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
Es gelten die Community-Bedingungen.

User SuitedConnector

"Mit dem 49-Zöller von Samsung erledigst du nicht nur deine Gegner, sondern auch dein Pult."

Da hat sich ein Tippfehler eingeschlichen. Das schreibt sich nicht "Pult", sondern "Portemonnaie" :)

12.03.2019
User Alachom

Schade machst du keine Angaben zu den FPS die du im Spiel hattest. Ich habe den XG49 von ASUS getested. Das Bild ist zwar schon und gut und toll und so. Aber selbst mit einer 2080ti kommt man nicht auf eine vernünftige FPS Zahl :(

12.03.2019
User semei99

Mit RTX aktiviert?
Der XG49 hat 4'953'600 Pixel.
Ich habe einen 2k monitor mit 3'686'400 Pixel mit einer 1080Ti und kriege eigentlich in jedem, gut optimiertem spiel locker über 100fps mit ultra settings. Da kann doch was nicht passen oder?

12.03.2019
User Alachom

Ohne RTX. Beachte aber das bereits der XG49 ca. 33% mehr Pixel hat als dein 2k Monitor, was sich entsprechend in den FPS bemerkbar macht. 33% sind nicht gerade wenig.

Der Samsung hat da nochmals ne Ladung mehr Pixel die berrechnet werden müssen. Genauer gesagt doppelt soviele Pixel wie dein 2k Monitor, deswegen hätte mich die FPS im Spiel interessiert.
...ausserdem sind aktuelle AAA-Titel meist noch nicht so toll optimiert.

13.03.2019
Antworten
User SlimPress

Hat das ein Tester schon jemals erlebt dass ein Serienmodel wirklich verbessert wurde? Habe ich noch nie gelesen und ich habe doch nun schon so einige vorab tests gelesen. Ich glaube nicht daran

12.03.2019
User luberg

Mehr als kleine (Software-)Änderungen sind da ja sowieso nicht drin, schliesslich wird der Monitor, bei Release im Mai, jetzt bereits in Serienproduktion sein...
Aber ja, würde mich auch interessieren, ob ein Reviewer jemals bezwecken konnte, dass ein Hersteller sein Produkt noch einmal zum Besseren änderte. Denke ehrlich gesagt nicht.
Für das haben die wohl Inhouse-Tests - sollten sie zumindest, auch wenn man das manchmal bezweifeln kann :-)

12.03.2019
Antworten
User Foehammer

Doofe Frage: wenn das Ding keine USB-Upstream-Ports hat, wozu sind dann die Downstream-Ports?

12.03.2019
User amigafreak

Für den Preis kann ich mir aber problemlos 4k Monitore kaufen, die bessere reaktionszeiten haben, mehr Hz geben und dazu gsync support mitbringen.

12.03.2019
User Redang

Mich würden mal die Statistiken betreffend solcher Produkte interessieren. Ist ja shcön und gut so ein teil, sicher auch ultra geil damit zu zocken. Aber ich denke wircklich oft verkauft wird sowas doch fast nie.

12.03.2019
User multiscan

Ich kriege Kopfschmerzen und mir wird schlecht, wenn ich mit einem gewölbten Monitor arbeite. Möchte nicht daran denken, was passiert, wenn ich mit einem Gewölbten spiele.

12.03.2019
User KINGP7N

Evtl Sitzabstand vergrössern? Hier sehe ich generell ein Problem bei einem 49'' Monster. Bei einem "normalen" Pult und einem 34'' ist es schon nice, aber bei 49''... Da braucht man wirklich VIEL Platz und einen guten Abstand, sonst gehen die Details durch die Lappen und man schwenkt den Kopf hin und her...
Aber ich kann dich gut nachvollziehen, ein Kollege musste seinen 21:9 ebenfalls wieder weggeben, da nach ein paar Stunden zocken seine Augen nicht mehr wollten... :-S

13.03.2019
Antworten
User KINGP7N

Generell finde ich die UW / SUW Monitore schon geil!
Kurioserweise habe ich jedoch bei meinem Gameplay (Besonders FPS) festgestellt, dass ich bei 16:9 eine massiv bessere Zielgenauigkeit erreiche, als beim 21:9! Und das bei Games, welche defintiiv auch 21:9 unterstützen. Im konkreten gehts um Battlefield 5 und die Monitore waren: Alienware AW3418 / Samsung C32HG70.

Bezüglich HDR: Ja, da zeigt Ubisoft momentan allen noch, wie's denn geht.
Finde die Anpassungsmöglichkeiten in Far Cry 5 / New Dawn und jetzt in Divison 2 einfach genial! Lässt keine Wünsche offen und schaut zig mal besser aus, als bei SDR!

13.03.2019
User joa.li

Warum nur halbe Höhe? So ein Monitor ist ausser für bestimmte Spiele nicht viel zu gebrauchen. Die Textverarbeitung kann keine A4-Seite darstellen und beim Browsen im Internet muss man dauernd nach unten scrollen. Warum 1440p und nicht 2160p und dann bitte entsprechend höher? Die Breite ist ja ok so.

13.03.2019
User Mission-eclectic

Ich habe den samsung gaming monitor und weis nach wie vor nicht wie ich das bild am besten einstelle. Entweder ist es zu dunkel. Oder es ist blass. Habt ihr da tipps?

14.03.2019
User Trollhammer

27" 165Hz 350fps CS GO.....FTW

So ein riesiger curved Monitor ist bestenfalls als schwimmende Arche toll wenn die Flut kommt. Beim Zocken hängt man sich ja das Genick aus

13.03.2019