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LGs neue OLED-TVs kommen im Juni – ich habe sie schon gesehen

Die neuen LG-OLEDs erhalten mehr Prozessor-Power, mehr Bilder pro Sekunde und mehr Intelligenz. Ein Blick auf das neue Line-Up, das im Sommer rauskommt.

Gut gelaunt mache ich mich auf den Weg zu LGs Niederlassung in Dietikon. Ich wurde eingeladen, um mir ein erstes Bild der neuen OLEDs zu machen. Das finde ich super, denn wie ich selbst einst gesagt habe: «OLED ist der Hammer.»

Zugegeben, das mag vielleicht nicht die fachmännisch akkurateste Umschreibung für OLED sein. Denn es handelt sich um eine Bildschirm-Technologie, die vor ein paar Jahren noch als Zukunftsmusik galt. Aber mittlerweile leben wir in dieser Zukunft, und OLED-Fernseher erobern den Markt. Das hat Senior Editor David Lee bereits einmal rekonstruiert.

Was können OLED-TVs besser?
HeimkinoHintergrund

Was können OLED-TVs besser?

Und nun stehe ich da, beim OLED-Pionier, und schau mir an, was er dir dieses Jahr zu bieten hat.

Dann fasse ich einen Entschluss.

Kurzversion: Was sind OLEDs?

OLEDs haben gegenüber LCDs den Vorteil, dass die Leuchtdioden – auch Pixel genannt – von selber leuchten. Ohne Hintergrundbeleuchtung durch LEDs. Wo schwarz im Bild ist, siehst du tatsächlich schwarz, weil das entsprechende Pixel sich wie eine Lampe einfach abschaltet. Das wiederum bringt wahnsinnig gute Kontraste, die besser sind, je grösser der Unterschied zwischen dem dunkelsten und den hellsten Bildpunkt ist. Und je besser die Kontrastwerte, desto grösser das Farbspektrum des Bildschirms.

Viel Technik-Geschwurbel um dir zu sagen: OLED-Bildschirme liefern gute und kräftige Farben. Und deshalb sind sie so beliebt.

Evolution statt Innovation

Letztes Jahr hat LG gehörig an der maximalen Helligkeit ihrer OLED-Displays geschraubt. Sie haben nämlich den Ruf, im Vergleich zu LCD-Bildschirmen in Sachen Helligkeit das Nachsehen zu haben. Dieses Jahr hat sich der südkoreanische TV-Hersteller auf den Bildprozessor und die Bildverarbeitung konzentriert. Zudem soll schon bald künstliche Intelligenz die Bedienung vereinfachen.

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Zu allen 2018er-OLEDs.

Der Alpha 9-Prozessor

Bild-Prozessoren sind in erster Linie dazu da, Videosignale vom Tuner oder von Video-Eingangskanälen, zum Beispiel HDMI-Ports, zu berechnen und zu verbessern. Denn das beste OLED-Panel nützt dir nichts, wenn der Prozessor die Bilder nicht sauber aufbereiten kann.

Nicht, dass LG-Prozessoren bis anhin nichts getaugt hätten. Aber im Krieg der Prozessoren markiert Sony den Platzhirschen. Jedenfalls bis dato. Mit seinem im OLED A1 und OLED AF8 verbauten «X1 Extreme»-Prozessor gilt der japanische Hersteller vor allem in puncto Rauschunterdrückung als führend.

Der neue LG-Prozessor ist eine Kampfansage in Richtung Sony.

LG möchte mit dem «Alpha 9» nachziehen. Der neue Prozessor durchläuft laut offiziellen Angaben einen vierstufigen Prozess zur Rauschunterdrückung. Vorher waren es nur zwei. Die Bilder wirken dadurch klarer, und ein neuer Algorithmus reduziert Bildartefakte und lässt Konturen schärfer wirken. Zudem soll auch die Farbwiedergabe verbessert werden, was gerade bei Quellmaterial, dessen Qualität unter jener von Ultra HD liegt, gut zur Geltung kommt. Etwa bei normalen Live-TV-Übertragungen oder bei einer Blu-Ray.

Du siehst: Ein guter Prozessor wertet auch jenes Material auf, das nicht in UHD-Qualität vorliegt. Und das kommt mal vor. Darum ist der Prozessor mindestens so wichtig wie der Bildschirm selbst.

HFR – High Frame Rate

Der Alpha 9 bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich, nämlich High Frame Rate (HFR). Im Kino besteht eine Filmsekunde üblicherweise aus 24 Einzelbildern – kurz: Frames. Weil 24 Frames pro Sekunde für das menschliche Auge nicht auseinander zu halten sind, nimmt es eine flüssige Bewegung wahr.

Von einer hohen Framerate – eben High Frame Rate – ist die Rede, wenn die Anzahl Frames oder Bilder pro Sekunde die üblichen 24 übersteigen. Flüssige Bewegungen wirken dadurch noch flüssiger. Das soll bei schnellen Actionszenen oder Sport-Sendungen zu weniger Schlieren und Rucklern führen. Prominentes Beispiel? Peter Jacksons «Hobbit»-Saga, die komplett mit 48 Bildern pro Sekunde gedreht wurde.

Der Alpha 9 geht über die 48 Frames pro Sekunde (FPS) hinaus. Er soll laut LG Inhalte mit einer Bildrate von rund 120 FPS verarbeiten können. Darüber hinaus rechnet er Nicht-HFR-Inhalte automatisch hoch. Ausser, dich stört der HFR-Effekt – von Gegnern auch Soap-Effekt geschimpft, weil brasilianische Daily Soaps so aussehen –, dann schaltest du die Option einfach aus.

Künstliche Intelligenz im TV

Der Standfuss des OLED C8V

Samsung hat mit seinem Smart-Home-Konzept in puncto Smart-TV vorgelegt, LG rüstet nach. Dank Integration des Google Assistant soll die künstliche Intelligenz vor allem bei der Steuerung des TVs via Sprachbefehlen helfen. Ein kleines Beispiel:

«Volume Up.»

So lautet bei LG der Sprachbefehl, der die Lautstärke nach oben korrigiert. Eine andere Formulierung führt zu keiner nennenswerten Reaktion. Das möchte LG mit «ThinQ AI» ändern.

«Bitte etwas lauter machen» soll die Glotze genauso korrekt interpretieren wie «ich höre ja fast nichts, knall mir mal die Mucke richtig doll um die Ohren».

Die künstliche Intelligenz analysiert deine Befehle und reagiert entsprechend. Die schlechte Nachricht: Zum schweizer Verkaufsstart ist sie noch nicht verfügbar. Und es dürften weitere fünf bis sechs Monate ins Land ziehen, ehe du deinen TV mit Schmeicheleien dazu bringen kannst, deine Lieblings-Kochsendung aufzunehmen, obwohl du auf Diät bist.

Ausblick – Wie geht’s weiter mit LG und OLED?

So sieht echtes Schwarz aus.

Vor fünf Jahren schien der Kampf um die OLED-Vorherrschaft ein Doppelrennen zwischen LG Display, Tochterfirma von LG Electronics, und Samsung zu sein. Dann aber stieg Samsung aus. Ihnen zufolge würde sich die Technologie nicht durchsetzen können, weil die organischen Leuchtdioden zu schnell an Leuchtkraft einbüssen und ohnehin zu teuer für den Massenmarkt seien.

Mittlerweile ist der OLED-Markt die am schnellste wachsende Sparte in der TV-Branche. Womöglich auch die Lukrativste. Denn sämtliche Hersteller, die OLED-Fernseher anbieten, beziehen ihre Panels – also der Bildschirm selbst ohne Bildelektronik und Gehäuse – bei LG Display. Die Südkoreaner denken nicht daran, mit dem Forschen und Entwickeln aufzuhören.

Die Technologie profitiert. OLEDs sollen mittlerweile eine Lebensdauer von mindestens fünf Jahren haben, je nach Benutzung auch doppelt so lange. Genaue Zahlen sind schwierig zu nennen, da die Lebensdauer ohne erkennbaren Leuchtkraftverlust extrem von den eigenen Sehgewohnheiten abhängt. Preislich nähert sich die Technologie mit organischen Dioden je länger je mehr der LCD-Technologie an. Sicher, OLEDs werden immer tendenziell im oberen Preissegment anzutreffen sein, schliesslich reden wir hier von High-End-Produkten. Aber, immerhin.

Und dann treffe ich eine Entscheidung

Vor Ort habe ich mir den C8V mit 77-Zoll-Diagonalen angucken dürfen.

Ich blicke nochmals auf das 77-Zoll grosse Monster namens C8V zurück. Kurz stelle ich mir vor, wie er sich in meinem Wohnzimmer machen würde, verwerfe den Gedanken aber gleich wieder.

«Hmpf», grunze ich, «Zu gross.»

Der LG-Vertreter, der mich heute begleitet hat, erkundigt sich nach dem Grund meines spontanen Gefühlsausbruchs. Ich erkläre es ihm, und er lächelt.

«Vor zwei Jahren galten 55-Zoll-Fernseher als Ungetüme», meint er, «heute verkaufen sich die 65-Zöller am besten. Je grösser die Bildauflösung, desto grösser werden die Fernseher.»

Ich denke darüber nach, und erinnere mich, wie ich einst was über grosse TVs geschrieben habe. In Gedanken versuche ich, ein Bild meines Wohnzimmers abzurufen, währenddem ich eine kleine Rechnung mache.

Size matters: 3 Gründe, warum sich <strong>grosse TVs</strong> lohnen
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Dann treffe ich eine Entscheidung.

«Kann ich den mitnehmen?»

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Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

17 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen

User JiSiN

Danke Luca,

Schön und gut, aber meiner Meinung nach hast du fast das Wichtigste vergessen :)
Bei den neuen LG (2018) OLED Modellen gibt LG uns zum ersten mal auch BFI (Black Frame Insertion).
Dank BFI kann man bewegungen besser/schöner Darstellen, ohne den unerwünschten SOE (Soap Opera Effect).

27.04.2018
User beginner99

SOE ist schrecklich. Das erste bei jedem modernen TV ist all diese digitalen Helfer auszuschalten und plötzlich hat man ein gutes Bild...

18.05.2018
Antworten
User WaltMuent

Interessanter Blick in LGs Oled Pipeline.
Schade ist, dass am LG Horizont 3D noch nicht wieder sichtbar wird.
Anyway, noch hat LG (je nach Lebensdauer meines aktuellen 65 Zoll 3D Oleds) 5 bis 10 Jahre Zeit diese Technik wieder anzubieten ;-)

28.04.2018
User Anonymous

Inwiefern hat sich die Haltbarkeit des Panels verbessert? Leider wurde das im Artikel fast nicht behandelt. Was nützt mir all diese Bildspielereien und Features wenn ich rechnen muss das er nicht mal meinen aktuellen LCD TV überlebt?
Leider ein wenig sinniger Werbeartikel. Schade....

01.05.2018
User Luca Fontana

Die Frage nach handfesten Infos bezüglich Haltbarkeit brennt uns allen unter den Fingernägeln. Fakt ist, dass Stand heute genaue Angaben sehr schwierig zu machen sind und momentan wirklich niemand genau sagen, wie gut die neuste Generation OLED-Displays nach einigen Jahren im Betrieb aussehen. Dazu kursieren in der Branche zu viele Halbwahrheiten und Unwahrheiten, die teils von den Herstellern selbst gestreut werden. Natürlich incognito.

Glaubst du beispielsweise LG, so hätte man dir vor ein paar Jahren eine Lebensdauer von 36 000 Stunden versprochen, unterdessen sind es sogar 100 000 Stunden. Nun kannst du selber ausrechnen, wie lange dein OLED hält, wenn du vier Stunden pro Tag fernsiehst. Und ob du das glauben möchtest :).

Das andere Problem ist das Einbrennen der Pixels. Zeigt ein OLED zu lange Zeit stets den gleichen Inhalt an, kann sich das Bild einbrennen. Das passiert gerne mal im Fachhandel, wo die TVs ja nicht wie im Alltagsgebrauch das Bild ständig ändern: Eine super Quelle für Missverständnisse.

Aktuelle OLED-Generationen besitzen Funktionen, die ihre Pixels automatisch von selbst erneuern, meist im Hintergrund, wenn der TV nicht benutzt wird. Dafür muss der TV aber am Stromnetz bleiben. Wer sein TV also komplett abschaltet, kommt zu anderen Ergebnissen.

02.05.2018
User beginner99

36'000 Stunden wäre ja mehr als genug. Das hätte keine alte Röhre geschafft...Bei 4h am Tag wären das 24 Jahre...

18.05.2018
Antworten
User andrew428

Der Autor sagt von sich selber, dass er eine Leidenschaft für Kino hat aber zitiert alternative Fakten wie: "Weil 24 Frames pro Sekunde für das menschliche Auge nicht auseinander zu halten sind".

--Traurig, dass hier nun auch noch solche Aussagen verbreitet werden.--

Ansonsten einfach nur ein schwamiger Werbeartikel, ohne irgendwelche spezifischen technischen Details, wie in welcher Auflösung 120Hz akzeptiert werden.

27.04.2018
User patrickobe1

HFR wird leider nur von den eingebauten Apps unterstütze, nicht via HDMI, ausser das wäre kürzlich geändert worden.

29.04.2018
User Hannes2000

Ich habe bei dem Satz zuerst auch die Augenbrauen hochgezogen. Gemeint ist aber nicht, dass das menschliche Auge nicht mehr erkennen kann. Die Aussage des Satzes ist, dass mit 24 Bildern pro Sekunde die Bilder nicht als einzelne Bilder wahrgenommen werden, sondern als flüssige Bewegung.

Ansonsten würde auch HFR keinen Sinn machen.

01.05.2018
User foCus7560

Wenn wir schon bei "technical correctness" sind: Der analoge Kinofilm wird zwar mit 24 fps aufgenommen, aber projeziert (wo analog) wird jedes Bild zweimal, also mit 48 fps! (Ich war fürher mal Kinooperateur.) Aber Achtung: Die Verdoppelung unterdrückt zwar das Flimmern (da 24 fps für unser Auge flimmern, 48 fps aber nicht), macht jedoch Bildabläufe nicht flüssiger, da ja nur 24 fps an Information. Und deshalb wirkte Fernsehen mit 50 (Halb-)Bildern und MAZ schon immer flüssiger als Kino.

01.05.2018
User Luca Fontana

Danke @Hannes2000 fürs Präzisieren ;). Und danke @foCus7560 für die spannenden Hintergrundinfos aus der Kinobranche :)

@patrickobe1: Lasse ich mir noch seitens LG bestätigen, dann komme ich wieder auf dich zurück.

02.05.2018
User cino1

Mais il faut quand même préciser qu'on est capable de voir au delà de 24 images par seconde mais l'auteur prétendait peut-être dire qu'on peut pas distinguer chaque frame tellement ça va vite. Mais si une vidéo tourne à 30 ou 60 fps l'oeil humain est capable de le distinguer.

04.05.2018
Antworten
User 4marco

Nun wirklich wissen ob die Dinger was taugen, tue ich nun auch nicht nach diesem Artikel. Zwar viel Hintergrund Info, doch fehlt die Beurteilung der umschriebenen Neuerungen komplett...
Sowieso würde ich persönlich für mehr Kontrast auch nicht das doppelte als für einen LCD bezahlen wollen.

01.05.2018
User Luca Fontana

Nur Geduld. Das hier ist ein «First Look», in einem nicht neutralen Umfeld. Daher umschreibe ich die Features ohne finale Wertung. Ein Test folgt, aber der braucht Zeit, da ein TV-Test unter Laborbedingungen nicht viel Sinn macht. Schliesslich muss er ja Zuhause gut aussehen, nicht im perfekt abgedunkelten Zimmer mit Inhalten, die exakt auf die Stärken des TVs abgestimmt sind. Richtig? :)

02.05.2018
Antworten
User alic0boy

Mich würde interessieren, ob schon Material in HFR auf Datenträgern angeboten wird oder ob schon bekannt ist wann und wie man zu solchen Filmen kommen kann. Streaming ist für mich ausgeschlossen : 24 Bilder/s brauchen ja schon mindestens 25MB/s in (stark komprimiertem) 4K...

01.05.2018
User Screwface

Schliesse mich den Meisten hier an; viel Marketing-Blabla und wenig bis keine verwertbaren Infos. Ich wäre ja dafür, dass Pioneer ihre "Kuro" wieder aufleben lässt. Etwas besseres, in Sachen Bild-Homogenität, gab es im TV-Bereich bis heute nicht, auch wenn Plasmas bis zum Schluss genau wie OLEDs ihre Schwächen hatten. Meine Hoffnung liegt nun bei μLED...

02.05.2018