Zappelphilipps Liebling: Gaming Chair von Puma und Playseat im Test

Zappelphilipps Liebling: Gaming Chair von Puma und Playseat im Test

Martin Jud
Zürich, am 19.11.2020
Zocken mit der Konsole hat Vorteile. Beispielsweise derjenige des bequemen Fläzens. Dabei bieten sich Sofa, Sessel, Sitzsack und neu auch ein Active Gaming Seat an. Er verspricht revolutionäres Sitzen für aktive Spiele. Also Fläzen plus Bewegung?

Puma an den Füssen? Joa!
Puma unterm Po?

Na dann, her damit, ich möchte das ausprobieren. Wobei mich dieses Produkt nicht neugierig macht, weil Puma die Finger im Spiel hat, sondern weil es so wunderbar sonderbar aussieht. Wie ein Verschnitt aus Sattel, Hängematte, Schaukel und Schuh. Eigentlich erinnert mich dieser Gaming Chair auch an einen Schlitten. Kann der bequem sein?

Der Active Gaming Seat ist durch eine Partnerschaft zwischen dem Sportunternehmen Puma und dem Gaming-Ausstatter Playseat entstanden. Glaubt man deren Marketing, soll er mehr Spass und dank Schaukelkufen auch die volle Sitzkontrolle bringen. Wie das geht, zeigen das folgende animierte GIF und die Erklärung darunter.

Ob sich der Gaming Chair wohl auch als Schaukelpferd missbrauchen lässt?
Ob sich der Gaming Chair wohl auch als Schaukelpferd missbrauchen lässt?
Ein Stuhl, vier Modi.
Ein Stuhl, vier Modi.

Mir kommt ein fünfter Chillaxing-Modus in den Sinn: Tief im Seat hängend mit dem Kopf auf der Stütze. Auch wenn die Modi Attack und Win an das stille Örtchen erinnern, freue ich mich auf den aktiven Stuhl, der momentan noch verpackt im Gang steht.

Stabiles, leichtes Design

Wirklich zusammenbauen musst du bei diesem Stuhl nichts. Den Hängemattensitz steckst du in Windeseile zusammen.

Hier wird nichts geschraubt, nur gesteckt.
Hier wird nichts geschraubt, nur gesteckt.
Fertig gesteckt und bereit für den Überzug.
Fertig gesteckt und bereit für den Überzug.

Dabei kannst du beinahe komplett auf die Bedienungsanleitung verzichten. Beinahe, weil Zeichnungen darin gute Hinweise darauf geben, wie herum du das Gestell am besten hinstellst, ehe du es mit dem Überzug ausstattest. Doch alles davor musst du nicht beachten. Die Stangen steckst du jeweils da zusammen, wo gleiche Farbpunkte zu finden sind. Die sind so angebracht, dass sie nach dem Zusammenklöppeln des Sitzes nicht mehr zu sehen sind.

Die matt lackierten Metallrohre verfügen über kleine Bolzen mit Federung, dank welchen sie beim Zusammenstecken automatisch in korrekter Position einrasten. Auf Schraubenzieher kannst du also getrost verzichten. Der Überzug wird mit vier Klettverschlüssen fixiert. Er hält damit bombenfest und schön straff. Das Kopfteil ist eigentlich eine grosse Klammer und wird dementsprechend am Schluss oben auf den Sitz gesteckt.

Überstülpen und mit vier Klettverschlüssen fixieren.
Überstülpen und mit vier Klettverschlüssen fixieren.
Fertig.
Fertig.

Wer mit diesem Chair gamen möchte, muss mindestens 20 Kilogramm schwer sein. Die maximale Belastbarkeit beträgt 122 Kilogramm, weshalb vom gemeinsamen Spielen auf einem Sitz abzuraten ist. Seitlich und vorne besteht der Überzug aus Kunstleder. Die Sitzfläche ist aus einem atmungsaktiven Kunststoff. Er fühlt sich angenehm gepolstert an.

Atmungsaktiv und gepolstert.
Atmungsaktiv und gepolstert.

Gut ist, dass der aktive Seat nicht viel wiegt. Dank lediglich sieben Kilogramm positioniere ich ihn schnell um. Oder trage ihn die Treppe hoch, um im Schlafzimmer weiter zu daddeln, was ich im Wohnzimmer begonnen habe.

Hat vier Taschen: Zwei kleinere an den Seiten und zwei grössere ganz vorne und hinter dem Kopfteil.
Hat vier Taschen: Zwei kleinere an den Seiten und zwei grössere ganz vorne und hinter dem Kopfteil.

Die Sitzfläche des Chairs misst übrigens rund 30 x 97 Zentimeter. Die Füsse oder auch «Kufen» bestehen aus Gummi. Weiter ist auf allen vier Seiten eine Tasche zu finden. Genügend für Smartphone, Smarties und andere smarte Dinge.

So spielt es sich aktiv

Wenn ich am PC mit einem normalen Gaming Chair spiele, dann wippe ich stets im Stuhl. Daher kenne ich aktives Spielen bereits. Allerdings taugt der oben gesehene Win-Modus im Büro nichts, weil der Tisch zu nahe steht. Doch vor dem TV kann ich endlich ausgiebig und ausgelassen jubeln. Toll. Da mein Wohnzimmer-TV an der Wand hängt, sehe ich mit dem Active Gaming Seat selbst beim Chillaxen bestens aufs Geschehen. Bei einem frontal aufgestellten TV würde der Modus hingegen nichts taugen. Daher gibt es ihn wohl offiziell auch nicht.

Beim Sitzen fällt mir als erstes auf, dass ich mit diesem Schuh-Sitz weniger stark schaukeln kann, als erwartet. Die Kufen sind vorne und hinten abgerundet, in der Mitte aber halten sie, wenn ich gerade nicht rumzapple, relativ stabil. Das ist gut so. Wenn ich wippen will, stosse ich mich leicht mit den Füssen vom Boden ab. Bin ich angespannt, geschieht das sogar von selbst. Die Verteidigungs-Position ist eins mit mir.

Nach vorne wippen geht mit dem Cruise-Modus, also dem normalen Sitzen, nicht. Damit sich der Sitz nach vorne neigt, musst du aufsitzen und in die Winner-Position. Nur, braucht es das überhaupt? Ich versuche es beim ersten Headshot und ja, es funktioniert. Doch krasser, als wenn ich auf dem Sofa hänge und mich nach dem Kill oder Tor aufrichte , fühle ich mich mit einem aktiven Sitz unterm Po beim Jubeln nicht.

Ganz grundsätzlich fühlt sich der Sitz für mich an, als ob er irgendwas zwischen Sonnenliege und Hängematte ist. Da unter dem Überzug nichts ist, passt sich die gepolsterte Oberfläche an Po und Rücken an. Ich spiele damit bequem und lang ohne Rückenschmerzen und ohne darin zu schwitzen. Aber auch hier: Besser als auf dem Sofa ist es nicht. Zumindest nicht, solange ich nicht mit Bewegungsdrang spielen will. Es ist anders. Weniger bequem beim Fläzen, aber dennoch bequem. Dafür wippt es schön, was mein Sofa nicht hinbekommt.

Fazit: Für temperamentvolle Menschen top

Es gab Zeiten, da konnte ich kaum ruhig sitzen. In den Neunzigern hätte ich mich bestimmt riesig über den Active Gaming Seat von Puma und Playseat gefreut. Heute bin ich ruhiger und gammle in neun von zehn Fällen lieber auf dem Sofa, ohne mich aktiv beim Zocken zu bewegen. Ja, das Sofa bleibt ungeschlagener King im Wohnzimmer, wenn es um reine Bequemlichkeit geht.

Doch fühle ich dieses Kribbeln am Körper, tritt der zehnte Fall ein, dann ist der Sitz eine echte Bereicherung. Würde es öfters bei mir kribbeln, müsste ich mir einen Kauf überlegen. Doch so steht er leider mehrheitlich im Weg. Daher weg damit.

Falls du keine Angst vor einem bereits gebrauchten Seat hast, gebe ich dir nun die Möglichkeit, ihn zu gewinnen. Er schaut beinahe wie neu aus. Also eigentlich gänzlich. Flecken sind da keine, glaube ich. Bist du also ein Zappelphilipp oder ein Liebhaber des Wippens beziehungsweise kennst du einen, dann drücke auf «Teilnehmen».

Verlosung des beinahe neuen Testproduktes

Möchtest du den Active Gaming Seat von Puma und Playseat gewinnen?

Teilnehmen kannst du bis zum 6. Dezember 2020. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird durch die Glücksfee, in der Schweiz vom Samichlaus, per Zufall ermittelt und persönlich durch mich kontaktiert.

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Martin Jud
Martin Jud
Editor, Zürich
Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.

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