Xiaomi Mi TV P1: Mittelmass vom Feinsten
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Xiaomi Mi TV P1: Mittelmass vom Feinsten

Luca Fontana
Zürich, am 11.05.2021
Xiaomi mischt seit 2019 im europäischen TV-Markt mit. Die Devise: So viel TV wie möglich für so wenig Geld wie nötig. Daran ändert sich auch zwei Jahre später nichts.

An einer Pressekonferenz hat der chinesische Techgigant Xiaomi seine neuen Fernseher vorgestellt, die auch international ausgerollt werden. Namentlich die «Mi TV P1»-Serie. Verfügbar werden die LCD-Fernseher in vier Zoll-Diagonalen sein: 33”, 43”, 50” und 55”. Wann genau, ist noch nicht bekannt.

Für Liebhaber neuester Bild- und Ton-Technologien ist die P1-Serie nichts. Qualitativ sortiert sie sich ins solide Mittelfeld ein. Entsprechende Abstriche sind in puncto Hard- und Software zu machen. Obwohl noch keine Preise offiziell genannt worden sind, dürfte das Preis-Leistungs-Verhältnis Xiaomi-typisch fair sein. 600-bis-700-Franken-für einen- 55-Zoll-Fernseher-fair.

Du kriegst halt, was du bezahlt. Und das ist okay.

Die 33-Zoll-Variante

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Der kleinste P1-Fernseher kommt mit 1366×768-HD-Auflösung und einem 8-bit-Panel mit 60-Hz-Bildrate, das 16,7 Millionen Farben darstellen kann. Der TV unterstützt demnach kein HDR, geschweige denn Dolby Vision. Zwei 5-Watt-Lautsprecher, bestehend aus je einem Tweeter und einem Woofer, sorgen für den Ton samt Bass, die Dolby Audio und DTS-HD unterstützen. Dazu gibt’s drei HDMI-2.0-Eingänge, einer davon mit ARC.

Als Betriebssystem dient Android TV 9. Zusammen mit dem 1,5-GB-RAM-Prozessor von MediaTek könnte das aber zum einen oder anderen Ruckler in der Smart-TV-Bedienung führen. Zur Konnektivität: Der TV beherrscht Bluetooth 5.0 sowie Dual-Band-Wi-Fi (2,4Ghz und 5Ghz).

Die 43-Zoll-Variante

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Der zweitkleinste P1-Fernseher kommt immerhin auf eine UHD-Auflösung, sprich 3840×2160 Pixel. Der Fernseher unterstützt sogar HDR10 und Dolby Vision. Dies, obwohl kein 10-bit-Panel verbaut ist, das auf die 1,07 Milliarden Farben kommt, die eigentlich für die Darstellung von HDR benötigt werden.

Nicht *Pixelmasse**, sondern Farbe macht das perfekte BildVideo
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Nicht Pixelmasse, sondern Farbe macht das perfekte Bild

Xiaomi wirbt trotzdem mit HDR und 1,07 Milliarden Farben, weil sie tricksen: Der chinesische TV-Hersteller verwendet ein 8-bit-Panel mit Frame Rate Control (FRC). Im Wesentlichen bedeutet das, dass das Panel durch das ultra schnelle Blinken zwischen zwei Farben die Illusion einer dritten, eigentlich nicht vorhandenen Farbe erzeugt. So kommt Xiaomi doch auf seine 1,07 Milliarden Farben, obwohl das 8-bit-Panel nur 16,7 Millionen Farben nativ darstellen kann.

Für den Ton sorgen zwei 10-Watt-Lautsprecher inklusive je einem Tweeter und Woofer, die Dolby Audio und DTS-HD unterstützen. Anschlussmässig gibt’s einen HDMI-2.1-Eingang mit eARC und zwei HDMI-2.0-Eingänge. Für passionierte Gamer ist der TV trotzdem nichts, weil das Panel nur eine 60-Hz-Bildrate hat. Als Betriebssystem kommt immerhin Android TV 10 zum Einsatz. Zusammen mit dem 2-GB-RAM-Prozessor von MediaTek könnte aber auch das zu Rucklern in der Smart-TV-Bedienung führen.

Zur Konnektivität: Der TV beherrscht Bluetooth 5.0 sowie Dual-Band-Wi-Fi (2,4Ghz und 5Ghz).

Die 50- und die 55-Zoll Variante

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Die zwei grössten Grössen lassen sich gut in einer Kategorie zusammenfassen, denn abgesehen von der Bilddiagonalen sind die Spezifikationen dieselben: Der TV hat UHD-Auflösung, unterstützt HDR10, HDR10+ und Dolby Vision und verwendet dasselbe 8-bit-FRC-Panel wie die 43-Zoll-Variante.

Auch hier geben zwei 10-Watt-Lautsprecher den Ton an, inklusive je einem Tweeter und Woofer, die Dolby Audio und DTS-HD unterstützen. Dazu gibt’s ebenfalls einen HDMI-2.1-Eingang mit eARC und zwei HDMI-2.0-Eingänge. Gamer gucken aber immer noch in die Röhre, weil das Panel nur eine 60-Hz-Bildrate hat. Als Betriebssystem kommt Android TV 10 zum Einsatz. Auch hier reicht der 2-GB-RAM-Prozessor von MediaTek wohl nicht aus, um eine ruckelfreie Smart-TV-Bedienung zu gewährleisten.

Zur Konnektivität: Der TV beherrscht Bluetooth 5.0 sowie Dual-Band-Wi-Fi (2,4Ghz und 5Ghz).

Warum sich Xiaomi das überhaupt antut

Xiaomi hat nicht vor, den Flaggschiff-Markt der TVs anzugreifen. Noch nicht. Das, obwohl der chinesische Tech-Hersteller immer wieder mit grossen, innovativen Ideen von sich hören lässt. Etwa einem transparenten OLED-Fernseher, auch wenn die Konkurrenz von Panasonic nicht schläft.

Ist das die Zukunft? Xiaomi stellt *transparenten OLED-TV** vor
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Ist das die Zukunft? Xiaomi stellt transparenten OLED-TV vor

Hierzulande finden sich aktuell trotzdem bloss schwarze Rechtecke, die ein Bild erzeugen und die die Bezeichnung «Fernseher» darum knapp noch verdienen. Zumindest für mich als qualitätsverwöhnten TV-Schnösel. Fragt sich, warum sich Xiaomi das überhaupt antut?

Die Antwort dürfte lauten: Weitsicht.

Xiaomi ist eine Marke, die – zumindest in Europa – vor allem für Smartphones bekannt ist. Xiaomi will aber weit mehr als ein Smartphone-Hersteller sein. Nämlich ein Tech-Unternehmen, das ein ganzes Tech-Ökosystem bedient. Vom Smartphone zum Fernseher, über die Smartwatch und den Luftreiniger, bis hin zum E-Scooter oder dem Staubsauger. Sowas schafft Wiedererkennungswert.

Die Überlegung dahinter ist, wer das Vertrauen der Kundschaft in einem Bereich gewinnt, der hat gute Chancen, dass die Kundschaft einen gewissen Vertrauensvorschuss auch in anderen Bereichen gibt. Wer sich etwa einen Xiaomi-Fernseher kauft, der kauft sich vermutlich auch eine Xiaomi-Soundbar und ein Xiaomi-Smartphone. So werden zwei Fliegen mit einer Klappe geklatscht: Xiaomi schafft Markenbekanntheit und fördert Loyalität.

Mal schauen, was passiert, wenn der transparente OLED kommt.

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Luca Fontana
Luca Fontana
Editor, Zürich
Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

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