Wie ich unseren CFO glücklich gemacht habe

Wie ich unseren CFO glücklich gemacht habe

Aurel Stevens
Zürich, am 22.12.2017
Bilder: Thomas Kunz
Manchmal ist es schwierig, jemanden glücklicher zu machen. Manchmal ist es aber auch ganz leicht – zum Beispiel mit dem richtigen Kopfhörer. Ein Stück über offene und geschlossene Kopfhörer.

Thomas Fugmann ist unser Chief Financial Officer (CFO). Und er hört gerne gut Musik. Das habe ich daran gesehen, dass er einen Beyerdynamic DT 770 Pro auf dem Kopf hat. Ist eine Marotte von mir. Ich versuche, wann immer ich Leute mit Kopfhörern sehe diskret herauszufinden, was für ein Modell das ist.

Was ich aber im Vorbeigehen ebenfalls gesehen habe: Thomas hat immer eine Muschel auf dem Ohr, während die zweite seinen Kopf wärmt. Warum nur? Irgendwann kann ich mich nicht mehr zurückhalten und frage ihn: «Sag mal, warum trägst du deinen Kopfhörer eigentlich immer nur auf einem Ohr?» Er antwortet: «Ich will von der Umgebung etwas mitbekommen!»

Ich bin so perplex, dass mir ausser «warte mal!» nichts einfällt.

Dann mache ich mich schnurstracks auf den Weg zu unserem CIO Oliver Herren. Der hat nämlich gerade meinen AKG 702 ausgeliehen und ihn gegen seinen Beyerdynamic DT 990 antreten lassen. Den will ich zurück, um das Leben von Thomas zu verbessern. Mit dem AKG unter dem Arm laufe ich zurück zu Thomas. «Hier, probier den mal aus!»

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Ein paar Tage später macht es Pling im Posteingang:

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Tatsächlich. Der AKG 702 ist ein grossartiger Kopfhörer. Ich kaufte ihn damals für über 400 Franken, heute bekommst du ihn für unter 150 Franken. Schweinerei. Der 702 ist kein Kopfhörer für jedermann. Die allermeisten werden ihn für zu bass-schwach befinden. Am Smartphone sowieso, obwohl er mit 62 Ohm Widerstand nicht zu den hochohmigen Kopfhörern zählt. Er wird aber auch an einem Kopfhörerverstärker nicht zu einem Bassmonster. Aber diese räumliche Abbildung!

Und ausserdem behaupte ich hier, dass der AKG 702 der bequemste Kopfhörer auf Erden ist. Er ist zwar riesig, aber leicht. Und man vergisst sofort, dass man ihn trägt. Dazu trägt eben auch bei, dass er offen gebaut ist. (Und hier kommen wir zum Punkt, weshalb Thomas jetzt glücklich ist).

Thomas’ DT 770 Pro ist ein geschlossener Kopfhörer. Geschlossene Modelle schirmen dich von der Umwelt ab. Töne von aussen dringen deutlich weniger an deine Ohren. Das gilt auch umgekehrt: Von der Musik, die du hörst, dringt kaum etwas nach aussen. Die fehlende Abstrahlung nach aussen sorgt automatisch für mehr Bässe, weil die Luft in einem geschlossenen System hin- und hergeschoben wird. Bei allzuvielen Modellen führt das aber auch zu wummrigen Tiefen; die räumliche Abbildung ist in der Tendenz auch schlechter. Klanglich spielen geschlossene Kopfhörer trotzdem weit oben mit. Durch die fehlende Luftzirkulation bekommt man aber auf jeden Fall schneller heisse Ohren.

Offene Kopfhörer lassen hingegen die Umgebungsgeräusche zum Ohr durch. Auf der anderen Seite dringt auch Musik nach aussen. Das wird negativ als «sound bleeding» bezeichnet. Offene Kopfhörer sind eigentlich eher für ruhige Umgebungen gedacht. Für unterwegs oder im Büro ist ein offener Kopfhörer für die meisten eine schlechte Wahl. Viele tragen ja genau einen Kopfhörer, um störende Umgebungsgeräusche im Büro oder im ÖV auszublenden.

Nicht so Thomas. Er liebt den AKG 702 und holt sich auch ein Exemplar. Bitte, gern geschehen.

Kopfhörer
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K702 (Over-Ear, Black)
129.–
AKG Pro K702 (Over-Ear, Black)

Offener Studiokopfhörer für Toningenieure und Profimusiker. Der K702 hat einen neutralen Klang mit feiner Auflösung und einzigartig räumlicher Darstellung.

Alternative, wenn es Beyerdynamic sein soll:

DT 990Pro (Over-Ear, Schwarz)
Kopfhörer
129.–
Beyerdynamic DT 990Pro (Over-Ear, Schwarz)

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Aurel Stevens
Aurel Stevens
Chief Editor, Zürich
Ich bändige das Editorial Team. Hauptberuflicher Schreiberling, nebenberuflicher Papa. Mich interessieren Technik, Computer und HiFi. Ich fahre bei jedem Wetter Velo und bin meistens gut gelaunt.

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