Hintergrund

Warum mich ein Budget-Gehäuse mehr überzeugt als ein Premium

Kevin Hofer
25.5.2026
Bilder: Kevin Hofer

Vor gut einem Jahr baute ich meinen PC ins Nano Q von Thor Zone. Warum das teure Gehäuse schon ausgedient hat und weshalb ich nun auf das etwas grössere Lian-Li Dan Cases A3 mATX setze, liest du hier.

Ich war begeistert: Die Aussenhülle aus einem Stück Aluminium, die Option, die Front mit Walnussholz zu veredeln, die versprochene gute Bauerfahrung. Die Beschreibung des Nano Q von Thor Zone überzeugte mich im Frühjahr 2025 zum Kauf und Umbau meines Rechners. Das Gehäuse sollte meine Komponenten für viele Jahre beherbergen. Die Begeisterung hielt nicht lange.

Vor einigen Wochen steckte ich mitten im zweiten Durchgang von «Split Fiction», als der Bildschirm plötzlich schwarz wurde. Nach kurzer Fehlersuche stand fest: CPU und Netzteil sind defekt. Beim Zerlegen des Gehäuses für die Reparatur folgte die nächste Ernüchterung: Das Riser-Kabel, das die GPU mit dem Mainboard verbindet, ist aufgescheuert. Was war passiert?

Das Riser-Kabel ist angeschlagen. Selbst das Isolierband, das ich angebracht hatte, konnte es nicht schützen.
Das Riser-Kabel ist angeschlagen. Selbst das Isolierband, das ich angebracht hatte, konnte es nicht schützen.

Tschüss Nano Q

Das Nano Q hat eine Eigenart: Um an die Komponenten zu gelangen, muss ich die Hülle vom Metallgerüst abziehen und bei der Montage darüberstülpen. Das sieht so aus:

Durch die Reibung am Riser-Kabel scheuerte dieses auf. Da das Kabel so das Metallgehäuse berührt, droht ein Kurzschluss. Das ist zwar wohl nicht der Grund für den aktuellen Defekt, aber wenn ich schon Komponenten tausche, will ich auf Nummer sicher gehen: Nach 14 Monaten schicke ich das Nano Q deswegen in Rente. Doch wohin mit meinen PC-Teilen?

Hallo Dan Cases A3 mATX

Zum Glück muss ich nicht lange suchen. Schon vor dem Nano Q liebäugelte ich mit dem Lian-Li Dan Cases A3 mATX. Die Masse ähneln sich, als mATX-Gehäuse ist das Dan Cases aber etwas grösser. Das Nano Q nimmt nur Mini-ITX-Boards auf. Beide setzen auf Holz an der Front, was mir wichtig ist. Das A3 sieht zwar nicht ganz so edel aus wie das Nano Q, kostet aber weniger als ein Viertel. Und vor allem: Es stellt Funktion über Form.

Das A3 mATX ist etwas breiter und einiges höher als das Nano Q. Auf dem Tisch macht das kaum was aus.
Das A3 mATX ist etwas breiter und einiges höher als das Nano Q. Auf dem Tisch macht das kaum was aus.

Die Bauerfahrung: eine andere Liga

Mein grösster Kritikpunkt am Nano Q war die fummelige Montage und die schlechte Anleitung. Beim A3 mATX läuft alles anders. Die Anleitung ist klar, fast alles passt. Ich kann das Gehäuse bis aufs Grundgerüst zerlegen und alles problemlos einbauen – egal ob grosse Grafikkarte, AIO, Luftkühlung, mATX- oder Mini-ITX-Board. Dazu bietet das Gehäuse gutes Kabelmanagement: Ich bündele Kabel an speziellen Clips, weitere liegen bei. So baue ich alle Komponenten in weniger als 30 Minuten ein.

Das CPU-Stromkabel ist zu kurz – oder das Netzteil schlecht platziert.
Das CPU-Stromkabel ist zu kurz – oder das Netzteil schlecht platziert.

Zwei Wermutstropfen bleiben: Der Radiator meines Arctic Liquid Freezer III 240 ist sehr dick. Deshalb muss ich wie beim Nano Q dünnere Lüfter verwenden. Trotzdem blockiert die AIO die oberen Mainboardanschlüsse für Lüfter und CPU-Strom. Ich muss sie vor der Montage anschliessen. Ausserdem reicht das mitgelieferte Kabel vom Netzteil zum CPU-Stromanschluss nicht aus. Ich ziehe es quer durchs Gehäuse – zum Glück habe ich kein gläsernes Seitenpanel, sonst würde mich der Anblick stören.

Die weiteren Pluspunkte: Frontanschlüsse

Das Nano Q bietet keine Frontanschlüsse. Deshalb nutzte ich einen USB-Hub. Der brachte zwar leicht erreichbare Anschlüsse, nahm aber Platz auf dem Schreibtisch weg.

Die Frontanschlüsse feiere ich.
Die Frontanschlüsse feiere ich.

Das A3 mATX löst dieses Problem: Zwei USB-A 3.2 Gen 1, ein USB-C 3.2 Gen 2 und sogar Audio-Anschlüsse stehen vorne bereit. Obwohl das Dan Cases grösser ist als das Thor Zone, verliere ich keinen Platz – im Gegenteil, weil ein Gerät weniger auf dem Tisch steht, wirkt es sogar aufgeräumter.

Das Negative: Es hat halt Lücken

Das A3 mATX ist grundsätzlich sauber verarbeitet. Alle Paneele schliessen bündig, die Schraubenlöcher sitzen, die Holzfront fühlt sich wertig an. Aber: An den Paneelen klaffen kleine Spalten. Und das Gehäuse sieht eben aus wie ein PC-Gehäuse. Das Nano Q mit seinen geschwungenen Linien und der Hülle aus einem Guss bleibt ein Hingucker. Es fühlt sich an, als wäre ich vom schnittigen Rennauto auf die Familienkutsche umgestiegen.

Mit den Spalten muss ich leben.
Mit den Spalten muss ich leben.

Nach dem Nano Q weiss ich wieder, warum ich Funktion über Form setze

Seit zwei Wochen steht das Lian-Li Dan Cases A3 mATX auf meinem Schreibtisch. Ich bereue den Wechsel nicht. Die etwas grösseren Masse stören mich nicht, obwohl ich Mini-ITX-Fan bin. Die gute Bauerfahrung wiegt das auf, und dank der Frontanschlüsse habe ich ähnlich viel Platz wie zuvor.

Beim Nano Q graute mir vor jeder Schrauberei. Beim A3 weiss ich: Das ist keine grosse Sache. Ich schätze mein neues Gehäuse und empfehle es allen, die ein kompaktes, aber nicht zu kleines Gehäuse suchen.

Lian-Li DAN Cases A3-mATX Wood Edition PC-Gehäuse, Micro-ATX - Buche, weiss (mATX, Mini-ITX)
PC Gehäuse
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Lian-Li DAN Cases A3-mATX Wood Edition PC-Gehäuse, Micro-ATX - Buche, weiss

mATX, Mini-ITX

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