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Auch Unihertz bringt ein Smartphone mit Tastatur
von Lorenz Keller

Tausende Vorverkäufe, Millionen-Umsatz – das Tastatur-Smartphone von Unihertz ist auf Kickstarter ein Überraschungserfolg. Und das, obwohl das Gerät mit 500 bis 600 Franken oder Euro seinen Preis hat.
Jahrelang galten Smartphones mit physischer Tastatur als Nischenphänomen. Unihertz bedient die Fans von echten Tasten seit 2019. Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona stellte der chinesische Hersteller mit dem Titan 2 Elite die fünfte Generation vor. Der Vorverkauf auf Kickstarter zeigt: Die Nische ist beträchtlich gewachsen.
Da Unihertz alle Produkte über Kickstarter lanciert, lassen sich Vergleiche ziehen. So spielte das Vorgängermodell Titan 2 letztes Jahr rund 1,6 Millionen Franken oder 1,8 Millionen Euro ein. Beim Titan 2 Elite waren es schon nach 48 Stunden über zwei Millionen Franken oder Euro.

Der Erfolg hat zwei Gründe. Erstens: Handys im Blackberry-Stil erleben ein Revival. Das zeigen auch andere Projekte wie der Clicks Communicator, der in der Community ebenfalls auf grosse Resonanz stösst.
Zweitens positioniert sich Unihertz erstmals als seriöser Anbieter. Denn der Hersteller liefert das Gerät mit aktuellem Android 16 aus und verspricht Updates über Jahre. Das Titan 2 Elite bekommt neue Android-Versionen bis Android 20 – also fünf Jahre lang. Dazu Sicherheitsupdates bis 2031.
Das erste Hands-on am MWC mit einem Vorserienmodell hat auch gezeigt, dass Unihertz qualitativ in einer anderen Liga spielt als bisher. Ich fand Gerät und Tastatur elegant und hochwertig.
Dank der Kickstarter-Kampagne sind nun alle Details zum Gerät bekannt – inklusive Preise und Lancierungsdatum. Auf der Messe nannte der Hersteller nur wenige Specs.
Zwei Versionen stehen zur Wahl: das Titan 2 Elite und das Titan 2 Elite Pro. Das erste Modell liefert der Hersteller ab Juni aus, es kostet regulär rund 500 Franken oder Euro. Das zweite gibt es ab Oktober zu Preisen von knapp 600 Franken oder Euro.
Zwischen den Varianten gibt es drei Unterschiede: Die günstigere hat den Dimensity-7400-Prozessor, 256 GB Speicher und eine 50-Megapixel-Hauptkamera ohne optische Stabilisierung. Das teurere Pro-Modell hat Unihertz mit dem Dimensity-8400-Prozessor, 512 GB Speicher und demselben Sensor mit OIS ausgestattet.
Die restlichen Spezifikationen sind identisch: etwa der 4-Zoll-AMOLED-Screen mit 120 Hertz Bildwiederholrate und 1600 Nits maximaler Helligkeit, der Akku mit 4050 mAh oder der Arbeitsspeicher mit 12 GB. Dazu kommen ein Fingerabdruckscanner an der Seite, ein Speicherkarten-Slot, eSIM-Support und ein roter Zusatzknopf, der frei programmiert werden kann.

Wichtig zu wissen: Auf Kickstarter wird nur das QWERTY-Tastaturlayout verkauft, das aber auch auf viele andere Sprachen umgestellt werden kann. So lässt sich mit der deutschen oder französischen Tastaturbelegung tippen – die Beschriftung stimmt einfach nicht. Der Hersteller verspricht, dass Versionen mit QWERTZ und AZERTY nachfolgen.
In EU-Länder verschickt Unihertz die Vorbestellungen, in die Schweiz nicht. Allerdings dürfte das Gerät mit etwas Verspätung bei uns im Sortiment auftauchen – so wie viele andere Modelle des Herstellers.
Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.
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