«The Witcher» auf Netflix: Inhalt, Release und was wir sonst noch wissen

«The Witcher» auf Netflix: Inhalt, Release und was wir sonst noch wissen

Luca Fontana
Zürich, am 10.10.2019
Auf Netflix wird noch dieses Jahr «The Witcher» im Serienformat zu sehen sein. Noch ist nicht viel darüber bekannt. Ein Blick in die Romane und auf durchgesickerte Leaks lassen aber einiges erahnen.

Noch dieses Jahr wird die heisserwartete «The Witcher»-Serie auf Netflix zu sehen sein. Sie basiert auf der 1990er-Fantasy-Romanreihe aus der Feder Andrzej Sapkowskis – die gab’s nämlich schon vor den populären Videogame- und Comic-Adaptionen, die sich teils drastisch von den Romanen und Kurzgeschichten unterscheiden. Mit der «The Witcher»-Trilogie des polnischen «Cyberpunk 2077»-Studios CD Projekt Red hat die Netflix-Serie darum keine direkten Gemeinsamkeiten, wie Showrunnerin Lauren S. Hissrich gegenüber Entertainment Weekly gesagt hat.

Die Showrunnerin betonte im selbigen Interview – ohne darauf einzugehen, welche FSK-Freigabe die Serie anpeile –, dass die «The Witcher»-Serie sehr erwachsen sei: Geralt jagt Monster in einer Fantasywelt. Fantasy soll aber nicht das vorherrschende Genre sein, sondern «Monster» und «Horror». Sex und nackte Haut gäbe es ebenfalls zu sehen, allerdings nie um seiner selbst willen.

Ob die düstere, acht Episoden umfassende erste Staffel die Nachfolge im Geiste von «Game of Thrones» antreten wird, bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit kannst du hier nachlesen, was bereits über die «Witcher»-TV-Serie bekannt ist.

Worum geht’s in der Buchadaption?

«The Witcher» erzählt die Geschichte des Geralt von Rivia, einem Hexer. In Sapkowskis Welt sind Hexer Monsterjäger, die im Kindesalter übernatürliche Kräfte entwickeln und vom Töten mythischer Bestien leben. Geralt wird dabei als grüblerisch und philosophisch beschrieben, hat das Herz aber am rechten Fleck, wenn er Bedürftigen in Not hilft – wenn auch mies gelaunt. Denn Buch-Geralt ist bekannt für Wutausbrüche und für sein teils irrationales Handeln. Darüber hinaus ist er weitaus melancholischer und weniger gewitzt als in den Videogames.

Triss, Geralt und Yennefer in «The Witcher 3: Wild Hunt»
Triss, Geralt und Yennefer in «The Witcher 3: Wild Hunt»

Schauplatz von «The Witcher» ist ein namenloser Kontinent, der mehrere tausend Jahre zuvor von Elfen aus Übersee besiedelt worden ist. Als sie ankamen, trafen die Elfen auf Gnome und Zwerge. Nach einer Zeit des Krieges zogen sich die Zwerge in die Berge zurück und die Elfen in den Ebenen und Wäldern.

Menschliche Kolonisten kamen etwa fünfhundert Jahre vor den Ereignissen der Serie an, zusammen mit Dämonen und Monstern aus einer parallelen Dimension. Elfen brachten ihnen bei, Monster mittels Magie zu bekämpfen – die ersten Hexer. Aber die Menschen nutzten das neugewonnene Wissen, um eine Reihe siegreicher Kriege gegen die auf dem Kontinent lebenden Rassen loszutreten: Nichtmenschliche Rassen gelten seitdem als Bürger zweiter Klasse, die oftmals in Gettos innerhalb der menschlichen Siedlungen ein niederes Dasein fristen.

Die südlichen Regionen des Kontinents werden vom Nilfgaard-Imperium kontrolliert, während der Norden zu den fragmentierten Nördlichen Königreichen gehört. Einen grossen Krieg zwischen den beiden Reichen hat’s bereits gegeben, aber zu Beginn der Serie liegt ein zweiter in der Luft.

Der erste grosse Krieg zwischen Nilfgaard und den Nördlichen Königreichen
Der erste grosse Krieg zwischen Nilfgaard und den Nördlichen Königreichen
Netflix

Und Geralt? Der will einfach nur in Ruhe gelassen werden. Denn schon als Kleinkind wurde er zum Hexer ausgebildet und an ihm experimentiert, damit er übernatürliche Kräfte entwickelt. Das machte seine Haut und sein Haar weiss und seine Augen rot. Zu Beginn der Story begegnet er Ciri, der Prinzessin Cintras, das wiederum eines der vier nördlichen Königreiche ist. Sie befindet sich auf der Flucht vom Nilfgaard-Imperium, ein dunkles Geheimnis bergend, und Geralt soll sie beschützen. Zu den Zweien gesellt sich Yennefer, eine Zauberin aus Vengerberg, Hauptstadt Aedirns – ein weiteres Reich der vier Nördlichen Königreichen. Zusammen bilden sie eine ungewöhnliche… Familie.

Wer spielt in der Serie mit?

Geralt von Rivia wird von Henry Cavill gespielt, der zuvor im DCU den Superman und zweimal einen britischen Geheimagenten in «The Man from U.N.C.L.E.» und «Mission Impossible: Fallout» gegeben hat. Cavill ist bekennender «The Witcher»-Fan, insbesondere von «The Witcher 3: Wild Hunt», wie er gegenüber IGN im August 2018 anlässlich zur «Mission Impossible»-Promo-Tour preisgab – einen Monat später hat er den Zuschlag für die Witcher-Rolle bekommen.

Henry Cavill als Geralt von Rivia
Henry Cavill als Geralt von Rivia
Netflix

Die anderen Hauptakteure sind Freya Allan als Ciri und Anya Chalotra als Yennefer.

Freya Allan als Ciri
Freya Allan als Ciri
Netflix

Gerade Yennefer ist ein Charakter, deren Geschichte in der Serie besser ausgeleuchtet werden solle als in den Büchern – eines der kleinen Dinge, welche die Serie anders als die Bücher mache. Das jedenfalls sagte Showrunnerin Hissrich im Entertainment-Weekly-Interview.

Anya Chalotra als Yennefer
Anya Chalotra als Yennefer
Netflix

Für Stunk unter den Fans hat bereits das Casting der Triss Merigold gesorgt. Sie wird gespielt von Anna Shaffer.

Triss in der Serie...
Triss in der Serie...
... und Triss in den Büchern und Videospielen.
... und Triss in den Büchern und Videospielen.

Das Problem: Sie hat einen dunklen Teint – wirkt also wenig slawisch – und nicht die ikonischen roten Haare. Blackwashing für politische Correctness? Keine Ahnung. Aber viele Fans mögen‘s nicht.

Update 10.10.2019, 8.22 Uhr: Dabei werden Triss Haare in den Büchern als «Kastanien-Braun» beschrieben, wie Leser stefanhard3 in den Kommentaren korrekt feststellt. Danke für den Hinweis!

Und wann wird die Serie zu sehen sein?

2019, also noch dieses Jahr. Genauer steht’s in Netflix Serien-Kalender nicht. Es gibt aber Hinweise, die auf eine Veröffentlichung kurz vor Weihnachten deuten. So fand «The Witcher»-Fanpage Redandian Intelligence Tweets von Netflix Netherlands, die am 11. September gepostet wurden. Darin hiess es noch 97-Mal schlafen, bis «The Witcher» auf Netflix zu sehen sein wird, denn das Release-Datum sei der 17. Dezember 2019.

Zwei Tage später meldete sich ein Netflix-Sprecher via Video Game Chronicles zu Wort. Die Twitter-Beiträge seien irrtümlich verfasst worden und das Startdatum soll nicht als bestätigt gesehen werden.

Ein neuer «The Witcher»-Trailer soll am 31. Oktober auf der Lucca Comics and Games Convention in Italien gezeigt werden. Zu erwarten ist, dass Netflix dann das definitive Startdatum für die Fantasy-Serie verkünden wird.

Insta-Post der Comics and Games Convention in Lucca, Italien.
Insta-Post der Comics and Games Convention in Lucca, Italien.

Zum Schluss noch das: Lauren S. Hissrich tweetete im Juli 2018, dass das Ende der ersten Staffel die Zuschauer zum Weinen bringen soll. Das bedeutet irgendwie alles und gleichzeitig nichts, soll aber dafür sorgen, dass die Zuschauer unbedingt wissen wollen, wie es mit der Story weitergeht.

Das ist eine indirekte Bestätigung, dass es eine zweite Staffel geben wird. Gute Sache.

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Luca Fontana
Luca Fontana
Editor, Zürich
Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

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