Stern verschwunden
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Stern verschwunden

Spektrum der Wissenschaft
Heidelberg, am 16.07.2020
Ein Stern von gewaltiger Leuchtkraft schien auf sein Ende als Supernova zuzusteuern. Als Astronomen ihn nun wieder aufsuchten, stellten sie fest: Er ist einfach weg.

Wenn sie ein Stadium als so genannte leuchtkräftige blaue Veränderliche (LBV) erreichen, steht das Ende als Supernova meist kurz bevor. Die Sterne schleudern dann in einer gewaltigen Eruption Teile ihrer Masse ins All, zurück bleibt ein Schwarzes Loch. Doch als Astronomen um Andrew Allan vom Trinity College in Dublin einen solchen Stern näher beobachten wollten, stellten sie verblüfft fest: Der Stern, der im Jahr 2011 noch wegen seiner Leuchtkraft von zweieinhalb Millionen Sonnen unübersehbar war, ist verschwunden.

Bei einer Entfernung von rund 75 Millionen Lichtjahren kann der Stern, der in der Kinman-Zwerggalaxie beheimatet ist, nicht direkt beobachtet werden. Das Spektrum der Galaxie verrät jedoch, dass sie einen Stern dieses Typs enthalten muss. Zumindest war das zwischen den Jahren 2001 bis 2011 so. Wie Allan und Kollegen nun in den «Monthly Notices of the Royal Astronomical Society» schreiben, fehlt inzwischen im Spektrum der Galaxie die charakteristische Spur.

Was ist geschehen? Zwei mögliche Erklärungen fassen die Forscher ins Auge. Zum einen könnte der Stern von einer dichten Staubwolke umgeben sein, die sein Licht so abschirmt, dass ihr Beobachtungsinstrument am Very Large Telescope der ESO auf dem chilenischen Cerro Paranal es nicht mehr auffangen konnte. Zum anderen könnte der Stern ohne Supernova direkt zu einem Schwarzen Loch kollabiert sein – zumindest ohne beobachtbare Supernova. Dies wäre ein neuartiges Phänomen, zumal Astronomen bisher davon ausgegangen waren, dass die Supernova eines LBV besonders heftig ausfallen würde. Stattdessen «haben wir vielleicht einen der massereichsten Sterne des lokalen Universums dabei beobachtet, wie er sanft sein Leben aushauchte», sagt Allans Kollege, Jose Groh, der auch am Trinity College forscht, in einer Pressemitteilung der ESO.

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