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So einfach nimmst du deinen eigenen Podcast auf

Podcasts spriessen wie Unkraut aus dem Boden. Ok, schlechte Analogie. Will sagen, Podcasts sind was Grossartiges und darum macht sie jeder. Du möchtest auch deinen Senf zum Besten geben zu einem Thema, das dir unter den Nägeln brennt? Dann zeig ich dir, wie du einen eigenen Podcast aufnimmst und welche Ausrüstung du dafür benötigst.

Podcasts gibt es seit über 15 Jahren. Der Boom begann 2005 als Apple auf den Zug aufsprang und sich mit dem iPod den Begriff gleich einverleibte. Mittlerweile gibt es die Audio-Beiträge nicht nur auf iTunes sondern auf unzähligen Plattformen. Auch hat sich das Angebot massiv ausgeweitet. Heutzutage gibt es zu jedem erdenklichen Thema einen Podcast. Von Beziehungstipps über Comedy-Sendungen bis zu anatomischen Untersuchungen von Songs wird jeder Geschmack abgedeckt.

Eine Sättigung scheint nicht absehbar zu sein. In den USA wuchst die Zahl der Podcast-Zuhörer von 2015 zu 2016 um 25 Prozent. In Deutschland hört bereits jeder siebte regelmässig Podcasts. Grund genug, dass ihr euer eigenes akustisches Manifest verfasst. Bevor wir zur Ausrüstung kommen, ein paar Worte zum Inhalt.

Vorbereitung

Euer Engagement

Quelle: Flickr/Patrick Breitenbach

Bevor ihr überhaupt loslegt, fragt euch, ob ihr das wirklich durchziehen wollt. Ein Podcast macht nur Sinn, wenn man ihn regelmässig betreibt. Das braucht Zeit und Einsatz sowohl von euch, als auch von den Mitmoderatoren. Denn seid gewarnt: Solo-Shows beherrschen nur die wenigsten.

Thema

Überlegt euch, über was ihr sprechen wollt. Games, Musik, ein bestimmtes Hobby. Es können auch verschiedene Sachen sein. Je passionierter ihr über etwas sprechen könnt, desto interessanter ist es für den Zuhörer. Meist wird sich nach einer Zeit ein Segment herauskristallisieren, auf das ihr auch fokussieren wollt.

Länge und Format

Quelle: Flickr/nrkbeta

Podcasts gibt es in unterschiedlichsten Formen und längen. 30 Minuten oder 3 Stunden, alles ist möglich. Eine Stunde ist ein guter Ort, um zu starten, da nicht jeder so viel Zeit zur Verfügung hat. Sowohl ihr als Produzenten als auch eure künftigen Zuhörer. Je länger der Podcast dauert, desto schwieriger ist es auch, den Spannungsbogen zu halten. Ausserdem erhöht sich dadurch auch der Aufwand für die Nachbearbeitung. Ob ihr einfach drauflosquatscht oder ob ihr ein Script verwendet, bleibt euch überlassen. Meist hilft es, wenn man einen ungefähren Rahmen absteckt, an den man sich halten kann. Macht ihr Filmreviews, könntet ihr als erstes den Inhalt besprechen, dann eure Meinung abgeben und zum Schluss Wertungen verteilen.

Planung

An welchen Tagen wollt ihr aufnehmen? Wo wollt ihr aufnehmen? Machen immer die gleichen Personen mit? Wenn nicht: gibt es andere Personen, die einspringen können? Besonders die personelle Frage sollte man nicht unterschätzen, da das Projekt vielleicht nicht allen gleich wichtig ist. Ein guter Rhythmus ist wöchentlich. Aber auch alle zwei Wochen oder gar monatlich kann funktionieren. Je grösser der Abstand, desto höher das Risiko, wieder vergessen zu werden.

Ausrüstung

Wenn ihr das inhaltliche Gerüst abgesteckt habt, kanns losgehen. Für einen Podcast braucht ihr eigentlich nicht viel Ausrüstung. Je nachdem, wie gut die Tonqualität werden soll. Theoretisch könntet ihr das Ganze mit dem Handy aufnehmen, aber das will sich keiner anhören. Viel Geld müsst ihr dennoch nicht zwingend in die Hand nehmen.

Mikrofon

Das Procaster von RØDE ist ein ausgezeichnetes Mikrofon zum Podcasten.

Das A und O ist das Mikrofon. Wenn ihr mit dem Projekt beginnt, würde ich euch erstmal ein günstiges USB-Mikrofon empfehlen. Das könnt ihr direkt an einen Laptop anschliessen und loslegen. Achtet darauf, dass es Ton von allen Seiten aufnehmen kann, dann reicht nämlich ein Gerät auch, wenn ihr mehrerer Personen seid. Es hat aber auch Vorteile, wenn jeder Podcaster ein eigenes Mikrofon hat. Dann erhaltet ihr verschiedene Tonspuren, die ihr individuell abmischen könnt. Auch gibt es dadurch weniger Hall, weil die Sprecher näher am eigenen Mikrofon sind. Kopfhörer für alle Sprecher sind auch von Vorteil, weil man damit mehr darauf bedacht ist, immer im gleichen Abstand vor dem Mikrofon zu sitzen. Das sorgt für eine gleichmässige Aufnahme und spart euch Zeit bei der Nachbearbeitung.

Später könnt ihr euch immer noch bessere oder mehr Mikrofone leisten, die über analoge XLR-Anschlüsse verfügen. Dafür braucht ihr dann ein zusätzliches Aufnahmegerät.

Ein gutes Einsteigergerät, das auch als Set mit Spinne, die gegen Vibration schützt, erhältlich ist

CO3U (Mono)
CHF 129.–UVP 159.–1
Samson CO3U (Mono)

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CO3U Recording Pack (Mono)
CHF 222.–UVP 258.–1
Samson CO3U Recording Pack (Mono)

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Mein aktuelles Mikrofon, das keine Spinne benötigt und andere Sprecher besser filtert

Procaster (Mono)
CHF 189.–UVP 225.–1
RØDE Procaster (Mono)
Broadcast-Dynamikmikrofon

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CPM 1 FM - XLR-Kabel NEUTRIK (1m, Midrange, Schwarz)
CHF 26.–
Cordial CPM 1 FM - XLR-Kabel NEUTRIK (1m, Midrange, Schwarz)
XLR-female <-> XLR-male / STAGE/STUDIO

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Aufnahmegerät

Das Zoom H6 ist praktisch, wenn man mehrere XLR-Mikrofone anschliessen will.

Die einfachste Lösung ist, wenn ihr ein USB-Mikrofon benutzt und es direkt an einen Computer anschliesst. Mit der entsprechenden Software (nächster Punkt) könnt ihr den Podcast direkt aufzeichnen. Wenn ihr mehrere Mikrofone benutzt oder auf XLR setzt, benötigt ihr entweder ein Mischpult, das zwischen Computer und Mikrofon steht oder, was ich empfehlen kann: Das Zoom H6. Ein portables Aufnahmegerät, das wahlweise mit Batterien oder mit Stromkabel benutzt werden kann. Es hat Anschlüsse für bis zu vier XLR-Mikrofone und bietet zusätzlich die Möglichkeit, die mitgelieferten Kugel- und Richtmikrofone an den dedizierten fünften Anschluss anzubringen, falls man mal ohne richtige Mikrofone unterwegs ist.

H6 (SDXC)
CHF 359.–UVP 439.–1
Zoom H6 (SDXC)
Der Alleskönner mit modularem Mikrofonsystem und 6 Kanälen. XY- und Mid-Side Mikrofon sind bereits inklusive!

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Software

Adobe Audition lässt keine Wünsche offen.

Die bekannteste Software ist Audacity. Kostet nichts und ist einigermassen selbsterklärend. Damit könnt ihr eure Aufnahmen entweder direkt einspielen oder ihr importiert die entsprechende Audio-Datei. Ob ihr Effekte, Filter und dergleichen anwenden müsst, hängt von eurer Aufnahme ab und kann nicht pauschal beantwortet werden. Anschliessend exportiert ihr euren Podcast als Wave-Datei oder MP3 – je nachdem, wo ihr es später hochladen wollt.

Ich habe verschiedene Programme ausprobiert und bin schliesslich bei Adobe Audition gelandet. Gefällt mir von der Bedienung und der Funktionalität. Ein entscheidender Vorteil ist, dass man im Vergleich zu Audacity auch ohne Gebastel mehr als ein Mikrofon anschliessen kann. Dafür ist es leider nicht kostenlos.

Als Student kriegt ihr die Adobe Creative Cloud deutlich günstiger

Creative Cloud Individual Education (DE, EN, FR, IT, Mac OS X, Windows)
CHF 209.–UVP 239.–1
Adobe Creative Cloud Individual Education (DE, EN, FR, IT, Mac OS X, Windows)
In der Creative Cloud for Education finden kreative Studenten und Lehrkräfte alles, was sie brauchen.

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Ins Internet damit

Ist euer Podcast abgemischt, dann braucht ihr einen Ort, wo ihr eure Files hosten könnt. Es gibt diverse Anbieter, die gratis sind, solange ihr unter einem bestimmten Upload- oder Download-Limit bleibt. Was bei einem neuen Podcast definitiv kein Problem darstellen dürfte. Ihr persönlich benutze Soundcloud und hab dort mittlerweile einen Pro-Account, da man sonst ältere Folgen nicht mehr findet.

Habt ihr den Podcast einmal hochgeladen, müsst ihr ihn nur noch in den verschiedenen Podcast-Verzeichnissen unterbringen. Das Wichtigste dürfte weiterhin iTunes sein, aber denkt auch an Google Music, Stitcher, Miro, Podcast.de, Soundcloud, Poddirectory, Blubrry. Ihr müsst euren Podcast nur einmalig per RSS-Feed eintragen. Die Anmeldung bei verschiedenen Diensten garantiert, dass ihr von den einschlägigen Kanälen und Podcast-Apps gefunden werden.

Werbung machen

Nachdem euer Werk nun über die gängigen Kanäle auffindbar ist, müsst ihr fleissig die Werbetrommel rühren. Erzählt es allen Freunden und Bekannten. Teil die Folgen auf Facebook, Twitter, Snapchat, wo auch immer. Sinnvoll ist auch, wenn ihr mit gleichgesinnten kollaboriert oder Gäste einladet. Nur wer dran bleibt, kann wachsen.

Meine Podcast-Empfehlungen

Inspiration holt ihr euch am einfachsten, in dem ihr in verschiedene Podcasts reinhört. Hier sind ein paar meiner Lieblings-Podcast.

One More Level – Ein bisschen Schleichwerbung darf sein, darum hier mein eigener Gamer-Podcast. Dann könnt ihr gleich überprüfen, wie sehr ich meine eigenen Tipps beherzige.

Giant Bombcast – Einer der bekanntesten Gamer-Podcasts mit viel Witz und Insider-Wissen. Die labern auch mal 30 Minuten über Cornflakes.

Bill Burr’s Monday Morning Podcast – Bekannter US-Komiker, der es schafft, auch alleine unterhaltsam zu sein.

Welcome To Night Vale – Es muss nicht immer eine Diskussionsrunde sein. Welcome To Night Vale ist ein fiktiver Radiosender, der über sonderbare Vorkommnisse der gleichnamigen Stadt berichtet.

We Have Concerns – In diesem Podcast nehmen zwei Moderatoren kuriose Newsmeldungen zum Anlass, sich verrückte Szenarien einfallen zu lassen.

User

Philipp Rüegg

Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, um mehr Leistung rauszukitzeln, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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