
Saturnix Dione: Diese Retro-Kamera druckst und baust du selbst
GitHub-User Yutani140x hat eine Retro-Kamera mit Cyberpunk-Einfluss gebaut und sie als vollständiges Open-Source-Projekt veröffentlicht. Herzstück ist ein Raspberry Pi Zero 2 W.
Vor vier Monaten zeigte Yutani140x auf Reddit einen ersten Prototypen seiner selbstgebauten Kamera im «Cassette-Futurism»-Stil. Das Echo war so gross, dass er versprach, die Baupläne zu veröffentlichen. Nun hat er sein Wort gehalten: Die Saturnix ist als vollständiges Open-Source-Projekt erschienen.

Quelle: Yutani140x / GitHub
Das Herzstück der Saturnix ist ein Raspberry Pi Zero 2 W. Dazu kommen ein 16-Megapixel-Sensor mit Autofokus, ein 2-Zoll-IPS-Display, ein kleiner Summer für Rückmeldungen und eine microSD-Karte für die Speicherung. Ein Web Interface erlaubt mittels Wi-Fi-Hotspot das Übertragen der Fotos aufs Smartphone oder andere Geräte mit Browser.

Quelle: Yutani140x / GitHub
Der Pi sitzt in einem selbst designten Gehäuse, das an alte Analogkameras oder technische Geräte aus den 80ern erinnert. Yutani140x hat sich dabei von Welten wie Blade Runner und Ghost in the Shell inspirieren lassen. Besonders auffällig: Statt billiger Taster verbaut er mechanische Tastatur-Switches, damit sich jede Aufnahme schön wuchtig anfühlt.
Eine Kamera mit zwei Seelen
Die Saturnix ist keine Kamera für perfekte Fotos – zumindest nicht im Eilgang. Sie hat zwei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten. Im normalen Modus knipst sie 16-Megapixel-Bilder im DNG- und JPEG-Format. Die Aufnahme selbst (Belichtung) erfolgt zwar schnell, doch die gesamte Verarbeitung – vom Auslesen des Sensors bis zum Schreiben auf die SD-Karte – dauert je nach Einstellung zwischen drei und zwölf Sekunden.

Quelle: Yutani140x / GitHub

Quelle: Yutani140x / GitHub
Wenn es schneller gehen muss, ist ein «Dynamic Mode» vorhanden. Der greift auf den Vorschaubild-Stream zurück und schiesst ein Foto in rund 1/50 Sekunde. Der Preis ist eine schlechtere Bildqualität. Yutani140x selbst sagt dazu: «the quality is honestly terrible :D».

Quelle: Yutani140x / GitHub

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Wer mehr Kontrolle möchte, kann Verschlusszeit, ISO, Weissabgleich und Belichtungskorrektur direkt am Gerät einstellen. Der Autofokus lässt sich zwischen kontinuierlicher, einmaliger und manueller Fokussierung umschalten.
Trotz dieser Selbstironie steckt viel Liebe zum Detail in der Saturnix. Die Kamera hat einen Selbstauslöser, eine HDR-Funktion, einen Akku mit Batteriestandsanzeige sowie automatischer Abschaltung und sogar einen integrierten Wasserzeichen-Generator.

Quelle: Yutani140x / GitHub

Quelle: Yutani140x / GitHub
Das Benutzerinterface ist ebenso im Sci-Fi-Stil gehalten: Monospace-Schrift, warmes Gold, ein CRT-Statik-Effekt und jede Menge technisches Geflunker. Die Kamera bietet sechs integrierte JPEG-Presets, von warmen Vintage-Tönen über knallige Farben bis hin zu einem Lo-Fi-VHS-Look sowie neutralen und Schwarzweiss-Optionen.
Offen, reparierbar, anpassbar
Yutani140x betont, dass dies sein erstes grosses Projekt ist und er nicht primär Softwareentwickler sei. Ein Grossteil der Software entstand mit KI-Unterstützung. Die Saturnix ist bewusst offen gehalten, reparierbar und anpassbar.

Quelle: Yutani140x / GitHub
Die erste Version trägt den Namen «Saturnix Dione», und die Entwicklung geht weiter – sein Projekt ist als «active development» gekennzeichnet. Wer die Kamera nachbauen möchte, findet alle Dateien und eine Anleitung auf GitHub.
Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.
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