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Samsung bringt NFTs auf seine Fernseher – wait, what?

Luca Fontana
Zürich, am 04.04.2022

Wenn’s um Kunst auf Fernsehern geht, spielt Samsung seit Jahren in einer eigenen Liga. Der neue Deal mit NFT-Marktplatz Nifty Gateway soll den Status Quo festigen.

Kryptowährungen. Blockchain. Metaverse. An klangvollen Schlagwörtern mangelt es dem Megatrend NFTs nicht. Denn das Internet, wie wir es heute kennen, ist im Wandel. Genau das will sich der Tech-Gigant Samsung für seine nächste Generation von Fernsehern zunutze machen.

Konkret: Samsung und NFT-Marktplatz Nifty Gateway haben eine Partnerschaft angekündigt, um Non-Fungible Tokens, kurz NFTs, auf kommende Samsung-Fernseher zu bringen.

Was sind NFTs, und wie will Samsung sie nutzen?

NFTs funktionieren auf der Basis einer Blockchain – genau wie Kryptowährungen. Die Blockchain fungiert dabei als ein digitales Kassenbuch, das dezentral auf unzähligen Rechnern auf der ganzen Welt existiert. Soll heissen: Wird zum Beispiel bei Kryptowährungen eine Überweisung getätigt, dann wird das für alle einsehbar in der Blockchain – dem «Kassenbuch» – vermerkt. Schummeln ist durch die dezentrale Natur der Blockchain kaum möglich. Banken als absichernde Instanz zwischen zwei Parteien werden obsolet.

NFTs funktionieren nach demselben Prinzip. Nur geht’s da nicht um digitale Währungen, sondern um digitale Besitztümer. Das kann alles sein. Ein Video. Eine Audio-Aufnahme. Oder ein digitales Kunstwerk. Etwa ein gelber Kreis vor schwarzem Hintergrund wie das hier:

1,25 Millionen US-Dollar verlangt der aktuelle Besitzer danichi für dieses von Künstler Pak kreierte Werk.
1,25 Millionen US-Dollar verlangt der aktuelle Besitzer danichi für dieses von Künstler Pak kreierte Werk.
Bild: Pak

Einfach erklärt funktionieren NFTs so: Jede und jeder kann eine Kopie oder ein Screenshot eines x-beliebigen geschützten Kunstwerks machen. Auch ich. Siehe oben. In der Blockchain ist allerdings genau belegt, welches «Screenshot» eben keines ist, sondern das Original. Das Unikat. Das digitale Bild wird dadurch unfälschbar. Mein Screenshot oben ist nichts wert. Es ist, als ob ich die Mona Lisa fotografiert hätte – nur nicht ganz so offensichtlich. Das eigentliche Original hingegen ist womöglich mehrere Tausend Dollar wert. Je nach Markt. Je nach Spekulation. Das macht den Reiz von NFTs aus.

Genau da kommt Samsung ins Spiel. Der südkoreanische TV-Hersteller rühmt sich seit Jahren mit seiner digitalen Kunstgalerie. Beim «The Frame» zum Beispiel. Oder im Ambient-Mode seiner anderen Fernseher. Schaltest du den Standby-Mode ein, wird das Bild nicht einfach nur zu einem schwarzen Loch in deinem Wohnzimmer, sondern verwandelt sich in ein Kunstwerk.

  • ProduktvorstellungAudio

    Hands-On: The Frame 3.0 – das Kunstwerk mit verbessertem Bild

Samsung. Kunstwerke. NFTs. Klingelt’s schon?

Samsung will, dass du Kunstwerke via Fernbedienung kaufst

Samsungs Partnerschaft mit dem NFT-Marktplatz zielt also nicht auf Otto Normalverbraucher ab, sondern auf besonders passionierte Kunstliebhaberinnen und -liebhaber, die sich nicht einfach mit einem Screenshot zufrieden geben. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, per Fernbedienung digitale Kunst zu erwerben, die ihr Wohnzimmer verschönert – und nur ihr Wohnzimmer. Genau wie ein physisches Kunstwerk gibt’s das digitale Kunstwerk genau einmal. Das Original, zumindest. Ist es erst einmal aus dem Nifty Gateway Store erworben, verschwindet es von dort.

Ab Minute 20:00 geht’s um NFTs und Nifty Gateway.

Ob sich die erworbene Kunst auf dem Samsung-Fernseher wieder verkaufen lässt, geht weder aus dem Video noch aus der Pressemitteilung hervor. Denkbar, wenn auch nicht gleich zum Start, ist es durchaus.

Dies noch zum Schluss: Samsung bekräftigt, dass seine Fernseher einen neuen Bildmodus erhalten, um die NFTs – die digitale Kunst – genauso anzuzeigen oder abzuspielen, wie es die Künstlerinnen und Künstler beabsichtigen.

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Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.» 


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