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Rockstar setzt für «GTA 6» auf bessere Arbeitsbedingungen und eine weibliche Hauptfigur

Philipp Rüegg
Zürich, am 28.07.2022

Erstmals in der Geschichte von «GTA» soll im sechsten Teil eine Frau die Hauptrolle übernehmen. Auch firmenintern hat sich bei Rockstar offenbar einiges verändert.

«GTA 5» spült nach wie vor Geld in die Kassen von Rockstar. Mit 165 Millionen verkauften Exemplaren und einem florierenden Online-Modus ist der fünfte Teil der Openworld-Action-Serie nach «Minecraft» das meistverkaufte Spiel aller Zeiten. Der Nachfolger befindet sich längst in Entwicklung. Nun liefert Bloomberg neue spannende Details.

So soll laut Branchen-Insider Jason Schreier «GTA 6» in einer fiktiven Version von Miami und Umgebung angesiedelt sein. Bereits «GTA Vice City» spielte in dieser Region, wenn auch in den 80ern. Nach dem Release sollen neue Städte hinzukommen. Ursprünglich sollten von Anfang an grosse Teile von Nord- und Südamerika enthalten sein – daher auch der Arbeitstitel Project Americas. Diese Idee wurde wieder verworfen, um Überstunden-Marathons zu vermeiden. Aber nicht nur die Welt wird wieder riesig, auch die Innenräume erhalten Schreier zufolge mehr Beachtung.

Wie bei «GTA V» wirst du mehrere Charaktere spielen können. Inspiration hat Rockstar dabei beim Gangster-Duo Bonnie und Clyde gefunden. So soll auch eine der zwei Hauptfiguren erstmals eine Frau sein – genauer gesagt, eine Latina.


Statt drei soll es neu zwei spielbare Protagonisten geben.
Statt drei soll es neu zwei spielbare Protagonisten geben.

Zum Inhalt ist sonst nichts bekannt. Auch nicht, ob uns wieder eine bissige Gesellschaftskritik erwartet. Mehrere Mitarbeitende wiesen darauf hin, dass man das heutige Amerika nicht wirklich persiflieren kann, weil es ist bereits eine Satire auf sich selbst sei.

Rockstar räumt auf

Rockstar gilt nicht nur als eines der erfolgreichsten Game-Studios der Welt, sondern auch eines mit besonders schlechter Arbeitskultur. Alkoholexzesse, Schlägereien und Ausflüge in Stripclubs waren Berichten zufolge nur die Spitze des Eisbergs. Hinzu kamen Hunderte von Überstunden, auch Crunch genannt. Mitarbeitende berichteten von monatelangen Death Marches – Todesmärschen – mit obligatorischen 14-Stunden-Tagen inklusive Wochenende.

Das soll sich nun geändert haben. Seit 2018 habe Rockstar zahlreiche Massnahmen ergriffen, so Schreier. Dazu zählen zusätzliche Produzenten, Änderungen im Zeitplan, Umwandlung von Auftragnehmenden in Vollzeitbeschäftigte, Entfernung von fehlbaren Mitarbeitern, neue Massnahmen für psychische Gesundheit und Urlaub sowie flexiblere Zeiteinteilung.

CEO Dan Houser sprach bei «Red Dead Redemption» von 100-Stunden-Wochen. Später ruderte er wieder zurück.
CEO Dan Houser sprach bei «Red Dead Redemption» von 100-Stunden-Wochen. Später ruderte er wieder zurück.
Bild: DICE Summit

Laut Schreier habe sich das Betriebsklima deutlich verbessert. Ein weiteres Anzeichen, dass sich Rockstar vom «Boys Club in eine richtige Firma gewandelt hat», so das Zitat eines Mitarbeitenden, ist die Reaktion auf den Mord an George Floyd. Rockstar wollte zu der Zeit einen neuen «GTA Online»-Modus namens «Cops ‘n’ Crooks» veröffentlichen, entschied sich dann aber dagegen. Darin hätten sich Spieler in Teams aus «Guten» und «Bösen» aufgeteilt, in Anlehnung an ein Kinderspiel. Aufgrund der Polizeigewalt in den USA entschied sich Rockstar, den Modus einzustellen.

Auch wurden transphobe Witze aus der jüngsten Konsolen-Version entfernt.

Die Kehrseite der Umstrukturierung ist, dass die Entwicklung nicht im ursprünglich geplanten Tempo voranschreitet. Die Pandemie trägt ebenfalls ihren Teil dazu bei. Dennoch rechnen Analysten mit einem Release bis spätestens März 2024. Intern werde das laut Schreier jedoch stark angezweifelt.

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Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem privaten Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur. 


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