Paperlike: Das iPad wird zum Schreibblock

Dominik Bärlocher
Zürich, am 28.04.2020
Ein Screen Protector verspricht, dass sich dein iPad wie ein Stück Papier anfühlt. Besteht es den Test mit einem Tätowierer? Und: Du kannst ein gratis Tattoo gewinnen.

Maurizio Feraco alias Mau Dit ist Tätowierer. Im Zürcher Studio Hautrock sticht er Menschen seine Kunst unter die Haut. Bevor das geschieht, muss der Mann mit dem Tattoo auf dem rasierten Schädel seine Entwürfe zu Papier bringen. Seit einigen Jahren macht Maurizio das auf einem iPad. Er hat nur ein Problem mit dem Gerät, das er überallhin mitträgt:

«Ich vermisse das Papier-Feeling. Mit einem Bleistift zeichnen sich gewisse Motive schlicht besser.»

Hilfe kommt aus der digitec Community. Sowohl Künstler Fabio Simeoli wie auch ein anonymer User raten Maurizio zu einem Screen Protector namens Paperlike. Der deutsche Hersteller behauptet, dass seine Bildschirmfolie das Gefühl eines Stücks Papier auf das iPad bringt.

Zu Beginn wirkt Paperlike wie ein ganz normaler Screen Protector.
Zu Beginn wirkt Paperlike wie ein ganz normaler Screen Protector.

Maurizio macht sich ans Werk. Im Austausch für eine Paperlike-Folie zeichnet er für digitec exklusiv ein Tattoo, das du dir gratis stechen lassen kannst.

Maurizio versus «sö Böbbles»

Bevor der Tätowierer mit seinem Apple Pencil loswerkeln kann, muss er die Folie auftragen. Damit steht die grösste Hürde in der Arbeit mit jeder Folie an. Eine Hürde, die es sich wohl nur zu nehmen lohnt, wenn das Resultat absolut verhebet. Genau das macht Maurizio Sorgen. Im schlimmsten Fall muss er die Folie mehrfach auftragen, womit das Risiko stetig steigt, dass sie zerreisst. Dann könnte die Folie krumm auf das iPad kommen.

Oder es könnten sich Luftblasen bilden. Maurizio wird an ihnen fast verzweifeln.

Das weiss er aber noch nicht, als er die Folie aus dem grauen Couvert auspackt und die Minimalinstruktionen ansieht. Im Wesentlichen gibt Paperlike einen Link vor, auf dem ein Mann namens Jan die Applikation der Folie demonstriert.

In Englisch mit deutschem Akzent zeigt er vor, wie die Folie mit den eigens designierten Klebern befestigt und ausgerichtet werden muss. Das geht recht schnell und gut vonstatten, selbst wenn das extrem komplex klingt.

Dann kommt der Part, an dem Maurizio die entstandenen Luftblasen — Maurizio radebrecht das englische Wort «Bubbles» mit deutschem Akzent, also «Böbbles» — unter der Folie an den Rand drücken muss, damit diese glatt aufliegt. Er soll mit einem Mikrofasertuch die kleineren Blasen zu den grösseren Blasen schieben und die grösseren dann an den Rand drücken. Im Video sieht das ganz easy aus.

Wenn der vorgeschlagene Weg mit dem Lappen nicht funktioniert, dann kannst du mit einer Kreditkarte die Blasen rausdrücken.
Wenn der vorgeschlagene Weg mit dem Lappen nicht funktioniert, dann kannst du mit einer Kreditkarte die Blasen rausdrücken.

«Ich geb auf», sagt der Tätowierer nach wenigen Minuten des Rumdrückens ohne sinnvollen Erfolg. Die grossen Blasen verschwinden, aber die kleinen bleiben. Maurizio schnappt sich seinen SwissPass und drückt so alle Bläschen bis auf die Hartnäckigsten an den Rand.

Irgendwann übermannt ihn die Neugierde. Er will wissen, wie sich das Papier-Äquivalent anfühlt, wenn er damit zeichnet.

«Scheiss auf die Blasen. Ich will zeichnen.»

Sagts und greift zum Stift, den er mit dem Griff einer Tätowierpistole umwickelt hat, damit er ein möglichst einheitliches Feeling von der Skizze bis zum Tattoo hat.

Die Offenbarung nach dem ersten Strich

Etwas nervös greift Maurizio zum Stift. Hat sich der Kampf gegen die «Böbbles» gelohnt?

«Wow.»

Dann wird er kurz still, zeichnet weiter. Sein Stift fliegt über das iPad. Im stillen Studio, wo sonst immer Musik spielt, ist ein leises Kratzen zu hören. Ein Kratzen, das wie ein Bleistift auf Papier klingt.

«Das funktioniert voll. Genauso, wie Jan gesagt hat.»

Maurizio hat beschlossen, dass der Jan im Video stellvertretend für das Unternehmen Paperlike seinen Kopf für Kritik herhalten muss. Jan dürfte übrigens Paperlikes CEO Jan Sapper sein. Der Mann ist in Guatemala aufgewachsen, hat ein Diplom in Engineering in Wien gemacht, einen Master in Business Management in London und hat dann beschlossen, MacDock zu erfinden, dass alle anderen Mac Docking Stations in den Schatten stellt. Nicht durch ihre Grösse, sondern durch Minimalismus und Funktionalität.

Und dann: Paperlike. Eine Folie, auf die Maurizio nie mehr verzichten will. Abends um 22:32 Uhr schreibt er mit einer weiteren Skizze im Anhang auf WhatsApp:

“ Ich lieb das Paperlike!!! So viel entspannter. ”
Maurizio Feraco, WhatsApp
Screen Protector (1Stück, iPad Pro 12.9 (2018), iPad Pro 12.9 (2020))
43.50
Paperlike Screen Protector (1Stück, iPad Pro 12.9 (2018), iPad Pro 12.9 (2020))
Screen Protector (1Stück, iPad Pro 10.5, iPad Air (2019))
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Paperlike Screen Protector (1Stück, iPad Pro 10.5, iPad Air (2019))
Screen Protector (1Stück, iPad Pro 11 (2018), iPad Pro 11 (2020))
50.90
Paperlike Screen Protector (1Stück, iPad Pro 11 (2018), iPad Pro 11 (2020))

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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