Nikon D6: Ein neuer Bolide für Profis und solche, die es gern wären
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Nikon D6: Ein neuer Bolide für Profis und solche, die es gern wären

David Lee
Zürich, am 13.02.2020
Im Jahr der Olympischen Spiele bringt auch Nikon eine neue Sportkamera. Die D6 hat ein sehr lichtempfindliches und ein frei konfigurierbares Autofokus-System.

Ungefähr einen Monat nach Canon bringt auch Nikon eine Neuauflage seiner professionellen Sport- und Reportagekamera heraus. Die D6 ersetzt ab April die D5. Der Sensor bietet 20,8 Megapixel, für diesen Typ Kamera eine übliche Grösse. Verwendet wird der Bildprozessor Expeed 6, der nicht neu ist.

D6 (14FPS, WLAN)
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Neu
7907.–
Nikon D6 (14FPS, WLAN)

Starker Autofokus

Die D6 verfügt über ein neues Autofokus-Modul. Es hat 105 anwählbare Felder, hinter denen sich Dreifach-Kreuzsensoren verbergen. Die Felder lassen sich zu selbst definierten AF-Gruppen zusammenfassen. Beispielsweise kann ein horizontaler Streifen ausgespart werden, um Hindernisse wie ein Tennisnetz zu umgehen. Diese Gruppen lassen sich genau so verschieben wie die übliche, aus 5 Sensoren bestehende Messpunktgruppe.

Bild: Nikon
Bild: Nikon

Die D6 hat einen Augen-Autofokus, der auch innerhalb einer Messpunktgruppe funktioniert. Wird der AF-Punkt auf automatisch gestellt, kann trotzdem ein Anfangspunkt definiert werden, von dem aus die Kamera selbst den «richtigen» Fokuspunkt ermittelt.

Was die Lichtempfindlichkeit betrifft, kommt der Autofokus mit einem Lichtwert ab –4.0 EV klar, der zentrale Messpunkt sogar ab –4.5 EV. Der ISO-Bereich beträgt 100 bis 102 400 ISO.

Übrige Ausstattung

Die Serienbildgeschwindigkeit liegt bei 14 Bildern pro Sekunde mit nachgeführtem Autofokus. Mit elektronischem Verschluss und reduzierter Auflösung sind auch 30 und 60 Bilder pro Sekunde möglich. Der Pufferspeicher fasst 200 Fotos.

Die Videofunktion bietet nichts Besonderes: 4K mit 30p. Der für die Videofunktion wichtige Live-View-Autofokus bewegt sich im für Spiegelreflexkameras bekannten Rahmen.

Bei der Konnektivität ist die D6 dafür sehr stark: WLAN, Bluetooth, Ethernet und ein GPS. Gegenüber der D5 soll die Bildübertragung um 15 Prozent schneller sein. Zudem ist es möglich, Bilder für die Übertragung manuell zu priorisieren.

Die D6 verwendet zwei Slots, die je eine CFexpress- oder XQD-Karte fassen. Nettes Detail: JPEGs sind jetzt simultan in zwei verschiedenen Grössen speicherbar. Falls das gleiche Bild auf zwei Karten gespeichert wird, kann es durch einen Löschvorgang beseitigt werden – bislang musste jede Datei einzeln gelöscht werden.

Vergleich mit Canon

Der Autofokus der Nikon D6 ist möglicherweise der beste überhaupt. Ansonsten fällt die D6 aber im Vergleich zum direkten Konkurrenzprodukt, der Canon EOS 1D Mark III, zurück. Es spielt zwar nicht so eine grosse Rolle, ob eine Kamera 14 oder 16 Bilder pro Sekunde schafft, und ob der Pufferspeicher «nur» für 200 Fotos oder praktisch unendlich lange reicht. Doch bei der Videofunktion gehen die beiden Hersteller völlig unterschiedliche Wege. Das Canon-Flaggschiff ist mit 5.5K und 12-Bit-RAW absolute Spitze, die Nikon biederer Durchschnitt.

Einen neuen Bildprozessor gab's für die Nikon D6 auch nicht. Andererseits ist der aktuelle noch nicht so alt, er wurde mit dem spiegellosen Z-System eingeführt.

Ich vermute, dass das Z-System oberste Priorität hat. Dazu passt, dass Nikon zeitgleich mit der D6 auch zwei neue Z-Objektive vorstellt. Das 20mm mit Lichtstärke f/1.8 wird voraussichtlich ab dem 19. März 2020 verfügbar sein. Das 24-200mm ab Mitte April. Ebenfalls noch im März kommt das bereits angekündigte 70-200mm.

Nikkor Z 20mm 1:1,8 S
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David Lee
David Lee
Senior Editor, Zürich
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.

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