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Musik kann Festplatten zerstören

David Lee
Zürich, am 19.08.2022

Ein Stück von Janet Jackson killte reihenweise Notebooks. Interessant ist der Grund: Aufgrund gleicher Wellenlänge groovte es in den Festplatten ein bisschen zu gut.

Laptops geben den Geist auf, wenn der Song Rhythm Nation von Janet Jackson läuft. Und zwar unabhängig davon, ob das Stück auf dem betreffenden Laptop oder von einer anderen Quelle abgespielt wird. Das ist die Story, die Raymond Chen im Microsoft Dev Blog erzählt.

Was ist hier los? Ist der Song so schlecht, dass Laptops freiwillig sterben?

Nicht ganz. Das Wichtigste gleich vorweg: An einem halbwegs modernen Laptop hast du vom Janet-Jackson-Hit nichts zu befürchten. Das Problem tauchte vor vielen Jahren auf und betrifft nur Geräte mit eingebauter Festplatte – SSDs sind nicht betroffen. Es handelte sich um Festplatten mit 5400 rpm.

Schall versetzt die Umgebung in Schwingung. Normalerweise nur ganz leicht. Trifft jedoch ein Ton mit einer bestimmten Frequenz auf einen Resonanzkörper, der selbst mit dieser Frequenz schwingt, verstärkt sich die Schwingung. Das kann sich ziemlich dramatisch hochschaukeln. Das bekannteste Beispiel sind Weingläser, die durch Gesang zerspringen. Die Stimme, oder im Video unten das künstliche Tonsignal, muss dazu die gleiche Frequenz haben wie das Glas beim Anschlagen erzeugt.

Ein Song besteht natürlich aus den unterschiedlichsten Frequenzen. Was genau bei «Rhythm Nation» das Problem ist, sagt Chen nicht. Es dürfte aber nicht der einzige Song sein, der problematische Resonanzen auslöst. Der Notebook-Hersteller – sein Name wird verschwiegen – «behob» damals die Schwäche, indem er einen Audio-Filter einprogrammierte, der die problematischen Schwingungen blockierte. Damit hätte der Laptop aber immer noch von einer Stereoanlage gekillt werden können.

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Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere. 


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