Monster-Roboter-Wolf in Japan erfolgreich gegen Bären
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Monster-Roboter-Wolf in Japan erfolgreich gegen Bären

Martin Jud
Zürich, am 16.11.2020
Bären bedrohen unschuldige Japaner. Die findigen Inselbewohner lassen sich dadurch jedoch nicht beeindrucken. Sie schaffen Monster-Roboter-Wölfe, die den hungrigen Wildtieren das Fürchten lehren.

In Japan, insbesondere auf der Insel Hokkaido, werden seit Jahren zunehmend Bärenangriffe auf Menschen registriert. Alleine in diesem Jahr waren es dutzende, wovon zwei tödlich ausgingen. Vermutlich aufgrund der Rodung von Wald, sowie klimatischen Veränderungen, finden die Tiere in den Monaten vor dem Winter nur wenig Nahrung und dringen daher auf der Suche nach Vorräten auch in besiedeltes Gebiet ein.

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Nachdem ein Fünf-Jahres-Hoch bei Bärensichtungen in Japan verzeichnet wurde, wollten die Behörden der Stadt Takikawa nicht länger tatenlos zusehen. Ende September beschloss die Verwaltung, dass Monster-Roboter-Wölfe des Herstellers Ohta Seiki die Ortschaft wie Vogelscheuchen beschützen sollen. Nach offiziellen Angaben tun dies zwei Roboter nun mit Erfolg. Seit sie im Einsatz sind, gab es keine Begegnungen mehr zwischen Mensch und Bär. Die Menschen haben den hungrigen Tieren quasi einen Bären aufgebunden.

Der Roboter im Wolfspelz hat glühend rote Augen und weiss aufgrund von Bewegungsmeldern, wann er seinen Kopf bewegen soll. Seine Fratze bekommt dabei Unterstützung von LED-Geblinke sowie über 60 Audio Samples. Dabei sind sowohl Wolfsgeheul wie auch mechanische Geräusche von Maschinen.

Dass die Behörden überhaupt auf die Idee zum Einsatz der Roboter-Wölfe kamen, liegt an einer ähnlichen Bärenscheuche, die erstmals 2016 auf der Insel installiert wurde, um Vieh zu beschützen. Seit 2018 hat der Hersteller der Roboter 70 Einheiten abgesetzt, von welchen 62 in Japan in Betrieb sind.

Mit echten Wölfen haben die Inselbewohner übrigens keine Probleme, da diese wegen Wilderei vom Aussterben bedroht sind. Ob im Falle einer Wolf-Bedrohung ein Monster-Bär-Roboter helfen würde, ist nicht bekannt.

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Martin Jud
Martin Jud

Editor, Zürich

Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.

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