Murena
News & Trends

Mit /e/OS 4.0 soll der Abschied von Google einfacher werden

Jan Johannsen
12.6.2026

Mit einer Backup-Funktion, dem einfachen Wechsel von Gmail und neuen Funktionen für Firmenkunden soll /e/OS 4.0 den Abschied von Google erleichtern.

Die Google-freie Android-Version /e/OS will in ihrer neusten Version den Abschied von Google weiter vereinfachen. Dabei spielen Änderungen direkt auf dem Smartphone nur eine kleine Rolle, die meisten Neuerungen betreffen den Murena Workspace der mit dem Betriebssystem verbundenen Firma.

Direkt auf dem Smartphone ändert sich mit /e/OS 4.0 für die derzeit fast 100 000 Nutzerinnen und Nutzer vor allem die Optik. Die neuen Hintergrundbilder sollen in warmen Farben erstrahlen, zwei App-Icons erhalten einen neuen Look und mit mehr Rundungen soll das gesamte Erscheinungsbild moderner wirken.

Es gibt kleine Änderungen am Design von /e/OS.
Es gibt kleine Änderungen am Design von /e/OS.

E-Mails von Gmail übertragen

Mit dem neuen «Gmail Migration Assistant» lassen sich jetzt auch E-Mails aus dem Google-Konto zum Murena Workspace übertragen. Bisher ging das nur für Kontakte, Kalendereinträge und Dateien von Google Drive. Das Tool richtet auf Wunsch auch eine automatische E-Mail-Weiterleitung ein und informiert Kontakte über die neue E-Mail-Adresse. Du kannst den Assistenten auch deine Mails nach Abos, Accounts und anderen mit der alten E-Mail-Adresse verbundenen Diensten suchen lassen, um diese nach und nach zu ändern.

Beim Import scannt Murena auf Wunsch die E-Mails nach Abos, Accounts und ähnlichem.
Beim Import scannt Murena auf Wunsch die E-Mails nach Abos, Accounts und ähnlichem.

Zudem führt /e/OS 4.0 neue sogenannte «Compatibility Layers» ein. Sie sollen eine Alternative zu Google Device Verification System sein, das dem Betriebssystem fehlt. Im Endeffekt sollen mehr Apps einwandfrei unter /e/OS laufen. Es gibt Anwendungen, die nur richtig funktionieren, wenn sie ein Gerät vom Device Verification System prüfen lassen können. Das betrifft vor allem Apps aus dem Banking- und ähnlichen sensiblen Bereichen.

Neue Funktionen für Murena Workspace: Firmenkunden im Fokus

Mit /e/OS 4.0 erhält vor allem der Murena Workspace neue Funktionen, die auch unabhängig von dem Smartphone-Betriebssystem nutzbar sind. Mit ihnen positioniert sich der Anbieter als europäische Alternative für Firmenkunden, die sich von Diensten wie Office 365 oder Google Workspace lösen wollen.

Murena Sign ist ein neues Tool für digitale Unterschriften und soll die Vorgaben der eIDAS-Verordnung der EU über digitale Identitäten erfüllen.

Auch Menschen sollen Murena Meet benutzen.
Auch Menschen sollen Murena Meet benutzen.

Murena Meet ist ein Ende-zu-Ende-verschlüsseltes Videokonferenz-Tool. Es soll komplett auf der Infrastruktur von Murena laufen und keine Drittanbieter nutzen.

Ebenfalls vor allem für Firmenkunden interessant: Smartphones mit /e/OS lassen sich jetzt mit MDM-Programmen (Mobile Device Management) verwalten. Murena arbeitet auch an einem eigenen, das derzeit mit einer Universität, einer Gemeinde und einem Mobilfunkunternehmen getestet wird.

Vorschau auf /e/OS 4.1: Online-Backup, Kartendienst und Passwort-Manager

Bei der Vorstellung von /e/OS 4.0 gab es auch schon einen Ausblick auf Neuerungen, die /e/OS 4.1 bringen soll.

Dass Murena an einem eigenen Kartendienst arbeitet, ist schon länger bekannt. Murena Maps geht mit /e/OS 4.0 in die Beta-Phase und soll dann mit Version 4.1 in den regulären Betrieb übergehen.

Die neue Online-Backup-Funktion soll den Wechsel auf neue /e/OS-Geräte erleichtern. Bisher musstest du deine Daten lokal oder über andere Dienste sichern. Die neue Funktion nutzt hierfür das Nutzerkonto des Murena Workspace. Du wählst aus, was online gesichert wird: Daten von Apps, Systemeinstellungen, Medien, Dateien, E-Mails, Kalender, Passwörter.

/e/OS bekommt eine Online-Backup-Funktion.
/e/OS bekommt eine Online-Backup-Funktion.

Kleiner Nachteil: Die kostenlose Variante des Murena-Accounts bietet nur ein Gigabyte Speicherplatz. Hat dein Smartphone zum Beispiel 256 Gigabyte Speicherplatz, werden für das passende Abo von Murena 80 Euro pro Jahr fällig.

Der Passwort-Manager aus dem Murena Workspace, der bisher nur im Browser verfügbar ist, soll als App auf Smartphones kommen. Er kann Log-ins automatisch ausfüllen sowie Passwörter für neue Accounts generieren.

Der Passwort-Manager von Murena kommt aufs Smartphone.
Der Passwort-Manager von Murena kommt aufs Smartphone.

Bereits vor der Präsentation gab Murea-CEO Gaël Duval in einem privaten Blogpost bekannt, dass die Umwandlung von Sprachaufnahmen in Text direkt auf dem Smartphone stattfinden soll. Bisher schickt die Voice-to-Text-Funktion die Sprachaufnahmen stimmlich anonymisiert und über einen Proxy zur Verschleierung der IP in die Cloud. Dadurch blieben sie nach Angaben von Duval technisch gesehen privat. Allerdings sei das Vertrauen in cloudbasierte Dienste zu gering. Deswegen werde die Funktion direkt auf dem Smartphone implementiert. Das würde dort mehr Ressourcen, vor allem Speicherplatz, binden, aber dafür auch offline funktionieren. Die Änderung solle «bald» erfolgen.

Mehr Smartphones und ein neuer App Store sollen kommen

Duval gibt in seinem Blog darüber hinausgehende Ausblicke. So soll es 2027 weitere Hardware-Partner geben. Zuletzt ergänzte das Gigaset GS6 (Pro) die Auswahl der Smartphones, die sich mit vorinstalliertem /e/OS kaufen lassen.

Zudem sei ein neuer App Store für /e/OS in Arbeit. Faire Werte, innovative Technologien und bessere Deals für App-Entwickler sollen laut der vagen Ankündigung die Abhängigkeit von den Big-Tech-Konzernen verringern.

Titelbild: Murena

8 Personen gefällt dieser Artikel


User Avatar
User Avatar

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus. 


Smartphone
Folge Themen und erhalte Updates zu deinen Interessen

News & Trends

Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.

Alle anzeigen

2 Kommentare

Avatar
later