
Mini-Spielhalle für die Feuerwache: Feuerwehrmann baut zwei Arcade-Cabinets
Der Tüftler «Mok x Sandman» hat zwei Retro-Arcade-Automaten für seine Feuerwehr gebaut. Die Maschinen laufen mit dem Open-Source-System Batocera, unterstützen Lightguns und bieten Multiplayer für bis zu acht Spieler.
Ein Feuerwehrmann hat seiner Wache nicht einfach eine Konsole in den Aufenthaltsraum gestellt. Der Tüftler mit dem Usernamen «Mok x Sandman» hat zwei Arcade-Cabinets gebaut. Die Automaten sind groß, mehrspielerfähig und technisch deutlich aufwendiger als ein einfacher Retro-PC im Holzgehäuse.
Dokumentiert hat «Mok x Sandman» den Bau auf YouTube und Reddit. Dort zeigt er die fertigen Maschinen und erklärt viele technische Details. Die beiden Cabinets stehen inzwischen in der Feuerwache, in der er selbst arbeitet. Bis zu acht Spieler und Spielerinnen können zusammen zocken.
Zwei große Cabinets statt Mini-Arcade
Die Automaten sind als Standgeräte gebaut. Jedes Cabinet hat ein breites Bedienfeld mit mehreren Joysticks und Buttons. Darüber sitzt das Hauptdisplay. Im oberen Bereich steckt ein schmales Zusatzdisplay, das als dynamisches Marquee dient. Es ersetzt das klassische Leuchtschild über dem Bildschirm und kann je nach Spiel ein anderes Logo oder Artwork anzeigen.
Der Aufbau orientiert sich an klassischen Arcade-Automaten. Gleichzeitig sind die Maschinen auf heutige Nutzung ausgelegt. Du kannst daran nicht nur alte Arcade-Spiele starten, sondern auch Konsolenklassiker, Rennspiele, Lightgun-Shooter, Beat ’em ups und andere Mehrspieler-Titel.
Batocera als Oberfläche
In jedem Automaten arbeitet laut «Mok x Sandman» ein Mini-PC mit Ryzen 5 4500U. Die Spiele laufen über Batocera, ein kostenloses, auf Retro-Gaming spezialisiertes Open-Source-Betriebssystem.
Batocera bündelt Emulatoren, Spielebibliothek und Eingabeverwaltung in einer Oberfläche. Dadurch müssen die Nutzer nicht zwischen einzelnen Programmen wechseln. Der Automat startet direkt in eine Oberfläche, die für Controller, Arcade-Buttons und große Bildschirme gedacht ist.

Quelle: MoKxSandman / Reddit
Die Leistung reicht laut «Mok x Sandman» auch für anspruchsvollere Systeme. Gamecube- und Playstation-2-Spiele laufen nach seinen Angaben. Bei Wii-Spielen fällt das Ergebnis gemischt aus. Einige Titel funktionieren, andere bereiten Probleme.
Lightguns ohne Röhrenbildschirm
Für Lightgun-Spiele nutzt «Mok x Sandman» die Retroshooters Reapers. Klassische Lightguns funktionieren mit modernen LCD-Displays meist nicht, weil sie für Röhrenfernseher entwickelt wurden. Die Reapers umgehen dieses Problem mit Infrarot-Sensoren am Bildschirmrahmen.
Damit lassen sich Lightgun-Shooter wieder vor einem modernen Display spielen. Auf seinem Setup laufen unter anderem «The House of the Dead 2 & 3» und «Attack of the Movies». Andere Titel wie «Resident Evil: The Darkside Chronicles» und «Resident Evil: The Umbrella Chronicles» bereiteten in seinen Tests Probleme.
Holzbau, Verkabelung und viele Einzelteile
Die Gehäuse hat «Mok x Sandman» selbst gebaut. Einen fertigen Bauplan nutzte er nach eigenen Angaben nicht. Er orientierte sich an Videos, früheren Projekten und eigenen Anpassungen.
Neben dem Holzbau musste er viele Komponenten unterbringen: Hauptdisplays, Marquee-Displays, Mini-PCs, Joysticks, Buttons, Lautsprecher, Verstärker, Netzteile, USB-Verbindungen und die Sensorik für die Lightguns. Gerade bei acht Spielern wird die Verkabelung schnell aufwendig. Jeder Joystick und jeder Button muss sauber angeschlossen und in Batocera richtig erkannt werden.

Quelle: MoKxSandman / Reddit
Dazu kommt die Konstruktion selbst. Ein Arcade-Cabinet muss stabil sein, weil mehrere Personen gleichzeitig daran spielen. Das Bedienfeld darf nicht nachgeben, die Displays müssen sicher sitzen und die Technik muss erreichbar bleiben, falls später etwas getauscht oder repariert werden muss.
Günstig ist der Eigenbau nicht. Laut «Mok x Sandman» kostete jedes Cabinet rund 1800 US-Dollar. Für beide Automaten liegt der Materialaufwand also bei etwa 3600 US-Dollar. Die Arbeitszeit ist darin nicht enthalten.
Aus dem Eigenbau wird ein Turniergerät
In der Feuerwachert werden sie nicht nur ausgestellt, sondern tatsächlich genutzt. Auf Reddit berichtet «Mok x Sandman» von Mario-Kart-Turnieren zwischen verschiedenen Wachen.
Nach dem Video bleibt bei mir vor allem ein Gedanke hängen: Eigentlich hat jeder Pausenraum mindestens einen solchen Arcade-Automaten verdient.
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