Macht Dyson einen Luftreinigungskopfhörer?

Macht Dyson einen Luftreinigungskopfhörer?

Livia Gamper
Zürich, am 06.02.2020
Bei Dyson sollen Kopfhörer neuerdings nicht nur für Musik, sondern auch für frische Luft sorgen: Der Hersteller hat ein Patent für einen Kopfhörer eingereicht, der gleichzeitig ein tragbarer Luftreiniger ist.

Nachdem Dyson im Herbst die Pläne für ein Elektroauto in den Wind geschlagen hat, kommt nun etwas ganz Anderes vom britischen Hersteller: Ein Kopfhörer mit integriertem Luftreiniger. Das Patent dazu hat die britische Patentbehörde vor Kurzem veröffentlicht, Dyson hat den Antrag im Juli 2019 eingereicht.

Die Luftreiniger, die je aus einem Laufrad und einem Filter bestehen, sollen laut Patent in beiden Ohrmuscheln sitzen und gleichzeitig Musik abspielen. Ein Riemen, der den Luftstrom aus den Ohrmuscheln leitet, sitzt quer über Mund und Nase und soll den Träger mit Frischluft versorgen. Wer gerade keine saubere Luft braucht, kann das Band auch wegklappen.

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Dyson stellt sonst stationäre Luftreiniger her. Saubere Luft soll’s mit dem Gedöns nun auch zum Mitnehmen geben – damit zielt Dyson wohl vor allem auf Grossstädte ab.

Sogar mit Active Noise Cancelling

Aus dem Patent geht hervor, dass Dyson dem Teil sogar ein aktives Noise Cancelling spendieren will. Weil die Luftreinigungsmechanismen wohl relativ laut sind, wird das sowieso nötig sein, um überhaupt noch Musik hören zu können. Denn in Dysons Patentanmeldung ist vermerkt, dass in den Ohrmuscheln Motoren sind, die sich mit etwa 12’000 Umdrehungen pro Minute drehen, um ungefähr 1,4 Liter Luft pro Sekunde anzusaugen – zum Vergleich: Ein handelsüblicher PC-Lüfter hat normalerweise etwa 1500 Umdrehungen pro Minute.

Ob die Mitmenschen eines Luftreinigungskopfhörerträgers ebenfalls vom Lärm isoliert werden, geht aus dem Patent nicht hervor.

Unklar ist auch, ob das Modell je auf den Markt kommen wird. Denn Dyson arbeitet bereits seit einiger Zeit an seinem tragbaren Luftreiniger, wie ein Bloomberg-Bericht aus dem Jahr 2018 aufzeigt. Bisher sind die Patente aber das einzige, was die Firma vorweisen kann.

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Livia Gamper
Livia Gamper

Redaktorin, Zürich

Experimentieren und Neues entdecken gehört zu meinen Leidenschaften. Manchmal läuft dabei etwas nicht wie es soll und im schlimmsten Fall geht etwas kaputt. Ansonsten bin ich seriensüchtig und kann deshalb nicht mehr auf Netflix verzichten. Im Sommer findet man mich aber draussen an der Sonne – am See oder an einem Musikfestival.

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