Macbook Pro M1 Max: 4 Dinge, die mir nach 120 Minuten aufgefallen sind

Macbook Pro M1 Max: 4 Dinge, die mir nach 120 Minuten aufgefallen sind

Dominik Bärlocher
Zürich, am 27.10.2021
Endlich liegt das Macbook Pro M1 Max auf meinem Pult. Zeit, ein erstes, völlig subjektives Fazit zu ziehen. Mit einem Versprechen: Da kommt noch mehr.

Es ist jetzt genau 126 Minuten her, seit ich das Macbook Pro mit dem neuen, hardcore klingenden M1-Max-Prozessor im Zürcher Shop abgeholt habe. Als Macbook User und gelegentlicher Videoschneider war ich nach der Keynote natürlich Feuer und Flamme für den silbergrauen 16-Zöller. Darum will ich dir meine ersten Eindrücke nicht vorenthalten. Mit dem Vermerk, dass das halt eben erste Eindrücke sind. Nach zwei Stunden ist es nicht möglich, auch nur ansatzweise irgendein tiefschürfendes Review zu machen – ich melde mich in Tagen mit mehr zurück.

MacBook Pro – Late 2021 (16 ", M1 Max, 32 GB, 1000 GB)
3849.–
Apple MacBook Pro – Late 2021 (16 ", M1 Max, 32 GB, 1000 GB)

Daher folgt jetzt etwas «The Hype is Real» in Textform.

Das Macbook Pro ist gross und schwer

Eigentlich offensichtlich, dass das Macbook Pro mit M1 Max grösser und schwerer ist als der Vorgänger. Trotzdem: Beim Auspacken fällt mir die Grösse und das Gewicht auf. Es wiegt auf meiner Küchenwaage 2165 Gramm. Der Vorgänger wiegt einen Drittel weniger.

Das Macbook Pro von links …
Das Macbook Pro von links …
... und von rechts
... und von rechts

Die Form erinnert mich nicht nur leicht an die Macbooks aus der Zeit, in der MagSafe zuletzt da war. Die Kanten sind flacher, das Gehäuse dicker. Generell macht das Macbook mehr ein Statement als es die Vorgänger getan haben.

Den Platz haben die Macbook-Macher gut genutzt. Beim ersten Youtube-Video fällt mir auf, dass sie wohl die Speaker vom neuen iPad Pro übernommen haben. Der Sound ist für Notebookverhältnisse eine Wucht. Bässe, Höhen und Mitten verschwimmen zwar wenn du voll aufdrehst, aber das ist dann auch fast unangenehm laut.

Breite Speaker sorgen für satten Laptop-Sound.
Breite Speaker sorgen für satten Laptop-Sound.

Apropos Sound: Der 3.5-mm-Klinkenanschluss ist gewandert. Die meisten professionellen Headphones haben den Kabelanschluss an der linken Ohrmuschel. Daher wäre es nett, wenn am Laptop der Anschluss auch an der linken Seite ist. Bei Apple war er bisher rechts. Du musstest das Kabel hinten um den Bildschirm verlegen, um es nicht bei der Arbeit auf deiner Tastatur liegen zu haben.

Neu ist der Anschluss links. Das klingt jetzt nach wenig Spektakel, ist aber eines der Details, die schon einmal einen sehr guten ersten Eindruck hinterlassen.

Der Notch ist gigantisch

Das Macbook Pro hat einen Notch. Das klingt genauso behämmert, wie es aussieht. Ich verstehe jeden, der sich im Nachgang zur kontroversen Entscheidung Apples lustig über die Einkerbung für die Webcam am oberen Bildschirmrand gemacht hat. Der Notch ist auf Smartphones schon antiquiert – keiner will den noch – und den jetzt als Neuheit und Innovation für Laptops zu verkaufen wirkt fast schon satirisch – oder wie Marketing-Geschwurbel.

Noch besser: Nach der Kontroverse hat sich Shruti Haldea, Product Line Manager der Pro Macs bei Apple, im Same Brain Podcast dazu geäussert und nachgedoppelt.

«Es ist ein echt cleverer Weg, dir mehr Platz für deinen Inhalt zu geben.»
Shruti Haldea, Same Brain Podcast

Das Zitat ist zwar aus dem Kontext gerissen, zeigt aber den Realitätsabstand, den Apple in Bezug auf Notches generell hat. Die Realität ist die: Niemand mag Notches. Je weniger Notch wir im Leben haben, desto besser.

Aber – und da ist ein grosses Aber: Wenn da wirklich und ohne Zweifel zwingend ein Notch sein muss, dann ist der Notch am Macbook Pro so gut, wie ein Notch sein kann. Der Notch ragt genauso weit ins Display hinein wie die Menu Bar am oberen Bildschirmrand des Betriebssystems macOS hoch ist. Effektiver Inhalt, den du benutzt, wird damit nicht verdeckt. Ausser vielleicht bei einem Film mit der exakten Bilddiagonale im Vollbildmodus. Du hast deine Icons und die Uhrzeit rechts, die Menüpunkte der aktiven Anwendung links. In der Mitte herrscht gähnende Leere, die jetzt vom Notch gefüllt wird.

In der Breite zumindest.

In der Höhe sieht das ganz anders aus. Damit der Notch mit seinen Dimensionen schön vor die Menu Bar kommt, muss sich nicht der Notch der Menu Bar anpassen, sondern andersrum. Apple hat die Menu Bar einfach entsprechend gross designed.

Damit der Vergleich in Zahlen Sinn ergibt, müssen wir die Bildschirmauflösung des M1 Max und des Vorgängers mit dem M1 berücksichtigen und normalisieren. Sprich: Das Apfelsymbol auf beiden Screenshots wurde in Photoshop gleich gross gemacht und übereinandergelegt. Danach habe ich zur besseren Sichtbarkeit am unteren Ende der Menu Bar einen roten Strich gezeichnet.

Die Menu Bar auf dem Vorjahresmodell…
Die Menu Bar auf dem Vorjahresmodell…
... und auf dem M1 Max.
... und auf dem M1 Max.

In Zahlen sieht das so aus:

  • Menu Bar Höhe M1: 49 Pixel
  • Menu Bar Höhe M1 Max: 79 Pixel

Der Screen: Nicht MiniLED beeindruckt, sondern 120 Hertz

«MiniLED ist so das bessere OLED, wenn du dem Marketing glauben darfst», sagt Luca Fontana, seines Zeichens Experte für Bildschirmtechnologien und deren Kritik. Daher soll MiniLED laut Marketing heller sein, mehr lokale Dimmzonen haben, bessere Schwarzwerte produzieren und allgemein schlicht besser als alles bisher dagewesene sein.

Die Technologie ist nicht neu. Sonst hätte sie Apple wahrscheinlich nicht in den Macbooks verbaut. Apple geht gerne auf Nummer sicher, bevor etwas lanciert wird. Apple wartet da gerne ab, bis andere Hersteller erste Erfahrungen gemacht haben und zweifelsfrei die interne Forschungsabteilung sich die Technologie vorgeknöpft hat. Manchmal wartet der Konzern aus Cupertino verdammt lange. Bei Notches und MiniLED zum Beispiel.

Ein Foto vom Bildschirm während des Intros zu «Blade Runner»
Ein Foto vom Bildschirm während des Intros zu «Blade Runner»

Der erste Eindruck vermag zu überzeugen. Ich sehe kein Blooming. Also dass die Dimmzonen ausserhalb des hellen Objektes auf dem Screen erhellt sind. Kollege Kevin hat das mit Darth Vaders Lichtschwert vor seiner schwarzen Kutte gemacht. Derselbe Test mit den ersten Szenen aus dem Film «Blade Runner» in 4K zeigt: Passt.

Was beeindruckt: Der 120-Hertz-Bildschirm. Vor allem wenn ich scrolle oder tippe wirkt das alles flüssiger und weicher. Das gefällt mir so richtig gut. Ich denke, das wird auch für die Augen weniger ermüdend sein, als ein 60-Hertz-Panel. We will see.

Ein erstes Fazit: Schönes Gerät, das Emotionen und Hoffnungen schürt

Auf Benchmarks verzichte ich bewusst. Klar, ich könnte Geekbench durchrattern lassen, aber für mehr hätte ich keine Zeit. Vergangenes Jahr habe ich das gemacht. Nun tue ich das auch, schreibe aber erst im kommenden Review darüber.

Macbook Pro M1 Max Geekbench

Soll ich schnell einen Geekbench durchlaufen lassen?

  • Ja
    85%
  • Nein
    14%

Der Wettbewerb ist inzwischen beendet.

Der erste Eindruck des neuen Macbook Pro ist, dass es schön, gross, schwer und schnell ist. Die erhöhte Prozessor-Power des M1 Max bemerke ich bereits daran, dass Applikationen gefühlt schneller installieren als zuvor. Doch was mich am meisten beeindruckt, ist definitiv das Display. Das sieht so richtig gut aus und alles geht butterweich über den Screen. Nice.

Vom Look und Design her ist das M1 Max ein Macbook Pro, wie ich es mir vorstelle. Nicht aus dem vergangenen Jahr, sondern etwa um 2013 herum. Die Form ist wunderbar retro und zeigt unter anderem, dass Platz gebraucht wurde, um alle Anschlüsse, die Kühlung, das grössere System-on-a-Chip und so viel Akku wie möglich ins Gehäuse zu verbauen. Das tut der schlichten Eleganz zwar keinen Gefallen, beweist aber, dass «Form folgt Funktion» doch noch Beachtung in den Apfelköpfen findet.

Zum Schluss noch dies: Nach 120 Minuten Antesten habe ich bereits vergessen, dass da ein Notch ist. Auch wenn er mich nervt, sobald ich ihn bewusst wahrnehme.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher

Senior Editor, Zürich

Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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