Lumix S5II im Test: Endlich eine Panasonic mit gutem Autofokus
Produkttest

Lumix S5II im Test: Endlich eine Panasonic mit gutem Autofokus

Dank neuem Phasen-Autofokus ist Panasonics Lumix S5II eine echte Alternative zu den Modellen von Sony, Canon und Nikon. Ganz so poliert wie bei der Konkurrenz wirkt die Schärfefindung zwar noch nicht – dafür hat die Kamera andere Stärken.

Kameras von Panasonic fristeten bisher ein Nischendasein. In Testberichten schnitten sie stets «gut» ab. Am Ende reichte es trotzdem nie, um der heiligen Dreifaltigkeit der Vollformat-Hersteller das Wasser zu reichen: Die Modelle von Sony, Canon und Nikon zeigen praktisch keine Schwächen, während bei Panasonic der Autofokus eine Achillesferse war. Mit der Lumix S5II bessert sich das und die Kamera ist endlich eine echte Empfehlung wert. Insbesondere im Video-Bereich bietet sie gute Leistung zu einem fairen Preis und mehr Profi-Features als die Konkurrenz.

Panasonic Lumix DC-S5M2E (24.20 Mpx, Vollformat)
Kamera
1524.– CHF -200.– Rabatt

Panasonic Lumix DC-S5M2E

24.20 Mpx, Vollformat

Panasonic Lumix DC-S5M2KE (20 - 60 mm, 24.20 Mpx, Vollformat)
Kamera
Im Showroom
1820.– CHF -200.– Rabatt

Panasonic Lumix DC-S5M2KE

20 - 60 mm, 24.20 Mpx, Vollformat

Design und Spezifikationen: Richtig verbessert

Die S5II sieht praktisch gleich aus wie das Vorgängermodell, die Form des Gehäuses aus Magnesium hat sich nicht verändert. Ich finde sie etwas zu kantig, die aktuellen Modelle von Sony und vor allem von Canon liegen mir besser in der Hand. In Sachen Grösse und Gewicht reiht sich die Panasonic in die restlichen kompakten Vollformat-Modelle ein. Die Verarbeitung ist solide – Panasonic sagt, die Kamera sei «resistent gegen Staub und Spritzwasser». Bei mir überstand sie einen Sturz in den Neuschnee, der danach auf der Kamera dahinschmolz. Etwas Angst machten mir dabei die neuen Lüftungsschlitze links und rechts des Suchers. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das Wasser durch diese bis zur Elektronik vordringen könnte.

Die S5II ist «resistent gegen Spritzwasser». Das Bad im Schnee hat sie auf jeden Fall überstanden.
Die S5II ist «resistent gegen Spritzwasser». Das Bad im Schnee hat sie auf jeden Fall überstanden.
Quelle: Samuel Buchmann

Im Innern der Kamera steckt noch immer ein rückseitig beleuchteter CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 24,2 Megapixeln, der auf fünf Achsen stabilisiert wird. Neu ist hingegen das Autofokus-System: Endlich setzt auch Panasonic auf eine Kombination aus Kontrast- und Phasen-Autofokus. Die Serienbildgeschwindigkeit ist angestiegen. Sie beträgt jetzt bis zu 30 Frames pro Sekunde (FPS) mit elektronischem Verschluss und 9 FPS mit dem mechanischen.

Auch bei den Anschlüssen hat Panasonic nachgebessert. Die S5 MKII hat jetzt einen ausgewachsenen HDMI-Ausgang statt dem fehleranfälligen Mini-HDMI der Vorgängerin. Das dürfte Videografen freuen, die externe Bildschirme verwenden. Für sie ist die neue Panasonic interessant, denn sie filmt mit bis zu 6K Auflösung bei 30 FPS. Das führt zu grösseren Datenraten. Zum Glück unterstützen nun beide SD-Kartenslots den UHS-II-Standard. Die Abdeckungen der Anschlüsse sind etwas kleiner geworden und kommen jetzt dem ausgeklappten Display weniger in die Quere.

Canon, siehst du das? Ein HDMI-Anschluss in voller Grösse. So muss das sein.
Canon, siehst du das? Ein HDMI-Anschluss in voller Grösse. So muss das sein.
Quelle: Samuel Buchmann

Hier alle wichtigen Spezifikationen im Überblick:

Panasonic S5IICanon R6 MK IISony A7 IV
Auflösung24 Megapixel24 Megapixel33 Megapixel
Sensor TypBack-side illuminatedFront-side illuminatedBack-side illuminated
Serienbild30 FPS (elektr.)
9 FPS (mech.)
40 FPS (elektr.)
12 FPS (mech.)
10 FPS
StabilisierungBis 6,5 StufenBis 8 StufenBis 5,5 Stufen
Blitzsynchr.1/250 s (mech.)1/200 s (mech.)
1/250 s (elektr.)
1/250 s (mech.)
Elektr. Sucher3,68 MP
0,78x
3,68 MP
0,76x
3,69 MP
0,78x
Rückdisplay1,85 MP1,62 MP1,04 MP
Video6K 30p (1,0x)
4K 30p (1,0x)
4K 60p (1,54x)
4K 30p (1,0x)
4K 60p (1,0x)
4K 30p (1,0x)
4K 60p (1,5x)
Abmessungen134 x 102 x 90 mm
740 g
138 × 98 × 88 mm
670 g
131 × 96 × 80 mm
659 g
SpeicherDual SD (UHS-II)Dual SD (UHS-II)1 × CFe / UHS-II SD
1 × UHS-II SD

Bedienung: Logisch und intuitiv

Die Bedienung der S5II gefällt mir ausserordentlich gut. Ich habe nur selten Kameras von Panasonic in den Fingern und komme mit der neuen Lumix trotzdem auf Anhieb gut zurecht. Die Menüs sind übersichtlich, logisch aufgebaut und verständlich beschriftet. Nach kurzer Einarbeitung finde ich schnell alle Einstellungen, die ich suche. Für die wichtigsten Dinge gibt es eigene Knöpfe. Über den Q-Button auf der Rückseite habe ich direkten Zugriff auf die wichtigsten Bildeinstellungen.

Der rote Record-Button ist gut positioniert, genau wie die Knöpfe für Weissabgleich, ISO und Belichtungskompensation.
Der rote Record-Button ist gut positioniert, genau wie die Knöpfe für Weissabgleich, ISO und Belichtungskompensation.
Quelle: Samuel Buchmann

Der Daumen-Joystick für die Wahl des Fokusfeldes ist grösser geworden und funktioniert jetzt in acht Richtungen statt nur in vier wie bei der Vorgängerin. Eine sehr willkommene Verbesserung, da er für mich eines der meistbenutzten Bedienelemente ist. Mit dem linken Wählrad auf der Oberseite kann ich zwischen Einzel- und Serienaufnahme wechseln – und neu direkt in den High-Resolution-Modus. Der rote Record-Knopf für Videoaufnahmen befindet sich ebenfalls oben. Diese leicht zugängliche Position ist praktisch, wenn ich mich selber filmen will. Suboptimal finde ich nur den AF-ON-Button. Er sitzt genau in der Ruheposition des Daumens und fühlt sich matschig an. Das ist aber das einzige Haar in der Suppe.

Display und Sucher: Das geht besser

Etwas enttäuscht bin ich vom elektronischen Sucher. Mit 3,68 Millionen Bildpunkten und 0,78-facher Vergrösserung ist er zwar besser als bei der S5. Trotzdem wirkt er auf mich nicht besonders klar oder scharf. Ich bin mir das lebensnahe Bild aus der Sony A1 gewohnt, deren Sucher 9,44 Millionen Bildpunkte hat. Das ist natürlich ein unfairer Vergleich, die S5II spielt in einer anderen Preisklasse. Doch auch dort sehen Sucher von anderen Herstellern besser aus: Mit der Canon EOS R6 Mark II kann ich Schärfe und Belichtung besser beurteilen.

In solchen Szenen ist es schwierig, im Sucher der S5II zu sehen, was nun genau scharf ist.
In solchen Szenen ist es schwierig, im Sucher der S5II zu sehen, was nun genau scharf ist.
Quelle: Samuel Buchmann

Mit dem Sucher der S5II macht das Fotografieren weniger Spass, auch wenn sich das nicht direkt auf die Bildqualität auswirkt. Dabei wüsste Panasonic, wie es besser geht. Die S1 hatte schon 2019 als erste Kamera überhaupt einen OLED-Viewfinder mit 5,76 Millionen Bildpunkten. Klar: ein solches Display hätte die neue S5II etwas teurer gemacht. Doch der Aufpreis hätte sich gelohnt. So wird der Sucher zu einem Schwachpunkt der ansonsten sehr ausgewogenen Kamera.

Das gewohnte ausklappbare Display hat eine gute Auflösung von 1,85 Millionen Bildpunkten.
Das gewohnte ausklappbare Display hat eine gute Auflösung von 1,85 Millionen Bildpunkten.
Quelle: Samuel Buchmann

Wenn du hauptsächlich filmst, dürfte dich das weniger stören. Der Bildschirm auf der Rückseite ist gut: 1,85 Millionen Bildpunkte auf einem drei Zoll grossen «Flippy-Screen» – also ein ausklapp- und drehbares Display.

Autofokus: Endlich ein Hybrid-System

Sehr erfreulich ist die Entwicklung in Sachen Autofokus. Als erste Panasonic überhaupt hat die Lumix S5 MKII ein Hybrid-System, das einen Phasen- mit einem Konstrastautofokus kombiniert. Das ist bei allen anderen Herstellern längst Standard, doch Panasonic hielt bisher stur an seiner rein kontrastbasierten DFD-Technolgie fest («Depth from Defocus»). Das war fürs Fotografieren in den meisten Situationen in Ordnung, für Video aber viel zu inkonsistent und unzuverlässig. Und wer filmt, weiss: Alles ausser einem sehr zuverlässigen Autofokus-System ist unbrauchbar. Während Panasonic-User mit den Einschränkung des DFD kämpften, wurden die ohnehin überlegenen Systeme von Sony, Canon und Nikon immer noch besser. Mittlerweile können sie Augen, Gesichter, Tiere oder frei wählbare Objekte praktisch fehlerfrei verfolgen.

Schliesst die Lumix S5II also endlich zur Konkurrenz auf? Nicht ganz, aber sie kommt sehr nahe, Nikon übertrifft sie wahrscheinlich sogar. Während meiner Tests erfasst die Kamera mein Gesicht zuverlässig und hält die Schärfe, wenn ich mich bewege. Wenn ich ins Bild trete, dauert es aber einen Moment, bis mich die Lumix gefunden hat. Wenn ich rausgehe, verharrt der Fokus manchmal noch zwei Sekunden, bevor er sich auf den Hintergrund verlagert. Einmal ist er zudem überfordert, als ich der Kamera den Rücken zudrehe und weglaufe. Meine Sony A1 ist schneller, zuverlässiger und vor allem flüssiger – die Panasonic verschiebt die Schärfeebene ziemlich ruckartig. Hier ein Vergleichsvideo:

Der Vergleich lässt sich auch auf andere aktuelle Sony-Kameras übertragen, deren Autofokus ähnlich makellos ist. Sie haben ausserdem ein hervorragendes Tracking für frei anwählbare Objekte, das bei der Panasonic fehlt. Auch das System der neuen Canon EOS R6 Mark II wirkt polierter. Dennoch: Im Vergleich zur Vorgängerin ist die S5II um Welten besser. Die alte S5 ist mit Personen in Bewegung völlig überfordert. Der direkte Vergleich illustriert den enormen Fortschritt:

Panasonic ist bekannt für umfassende Firmware-Updates. Auf meinem Testgerät ist noch nicht die finale Version drauf. Es besteht deshalb Hoffnung, dass Dinge wie Motiv-Erfassung und -Verfolgung softwareseitig weiter verbessert werden. Schon im jetzigen Zustand ist der Autofokus der Lumix S5II für Panasonic ein Quantensprung. Das Hybrid-System ist zwar nicht ganz so unfehlbar wie bei Sony – aber auch kein Deal Breaker für Videoanwendungen mehr. In den meisten Situationen hätte ich genug Vertrauen in den Autofokus, um ihm das Scharfstellen zu überlassen.

Bildqualität: Guter Dynamikumfang und High-Resolution-Modus

Leider kann ich zum Testzeitpunkt die RAW-Dateien der neuen Panasonic noch nicht öffnen. Sie werden erst nach dem Release-Termin von Lightroom oder Panasonics eigenem Konverter unterstützt. Die direkte Beurteilung der Bildqualität bezieht sich deshalb auf JPGs. Das ist aber halb so schlimm, denn die S5II scheint die genau gleichen Bilder zu machen wie die Vorgängerin. Das bedeutet: Der Dynamikumfang ist gemäss Testchart von DPReview mindestens so gut wie bei den aktuellen Konkurrenzmodellen Sony Alpha 7 IV, Canon EOS R6 Mark II und Nikon Z6 II – wenn nicht sogar besser.

Die Bilder aus der S5II (links) sehen genau gleich aus wie aus der alten S5 (rechts). Weil die RAWs zum Testzeitpunkt noch nicht von Konvertern unterstützt werden, handelt es sich hier um JPGs.
Die Bilder aus der S5II (links) sehen genau gleich aus wie aus der alten S5 (rechts). Weil die RAWs zum Testzeitpunkt noch nicht von Konvertern unterstützt werden, handelt es sich hier um JPGs.
Quelle: Samuel Buchmann

Rauschverhalten und Detailauflösung bewegen sich ebenfalls auf hohem Niveau. Ob 24 Megapixel genug sind, musst du selbst entscheiden. Ich persönlich bevorzuge höhere Auflösungen, die grösseren Datenmengen sind mir egal. Doch für viele Fotografinnen und Fotografen trifft die S5II wahrscheinlich die richtige Balance zwischen Detailgenauigkeit und Dateigrösse.

Der High-Resolution-Modus (rechts) erhöht die Auflösung auf 96 Megapixel und fängt so mehr Details ein als ein normales Bild (links).
Der High-Resolution-Modus (rechts) erhöht die Auflösung auf 96 Megapixel und fängt so mehr Details ein als ein normales Bild (links).
Quelle: Samuel Buchmann

Die Panasonic hat ausserdem einen Trick auf Lager, um die Auflösung zu erhöhen: Der High-Resolution-Modus nimmt vier verschiedene Bilder mit leicht verschobenem Sensor auf. Diese kombiniert die S5II direkt in der Kamera zu einem Bild mit 96 Megapixel Auflösung – wahlweise im JPG oder RAW-Format. Die interne Verarbeitung hält den Workflow einfach, was ich super finde. Die so aufgenommenen Bilder bieten deutlich mehr Details als in der Standardauflösung. Damit dieser High-Resolution-Modus funktioniert, musst du aber zwingend vom Stativ fotografieren. Er ist deshalb nur für Dinge wie Landschafts- oder Architekturfotografie geeignet.

Video: Hervorragende Qualität und Profi-Features

Im Videobereich spielt die Panasonic Lumix S5II eine Klasse höher, als es ihr Preis vermuten lässt. Sie filmt in 6K mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde (FPS) in 10 bit 4:2:0. In 4K-Auflösung liegen bis zu 60 FPS mit 10 bit 4:2:2 drin. Bei über 30 Bildern pro Sekunde wird das Bild der Panasonic allerdings um den Faktor 1,56 beschnitten, also auf APS-C-Grösse. Das kann die neue Canon EOS R6 Mark II besser, die selbst bei 60 FPS den vollen Sensor im Oversampling-Verfahren nutzt. Neben dem klassischen 16:9 steht in der S5II auch das 17:9-Format zur Auswahl. Das Aufnahmelimit der Vorgängerin von maximal 30 Minuten am Stück entfällt und Überhitzung soll auch kein Problem mehr sein.

Der Test zeigt: Die Qualität der Aufnahmen mit der S5 MKII ist hervorragend. Das V-Log/V-Gamut-Farbprofil hat einen hohen Dynamikumfang, der gefühlt besser ist als jener der Canon R6 MK II. Panasonic spricht von «14+» Stufen, was in etwa der Sony A7 IV entspräche. Genau verifizieren kann ich das nicht. Ich filme bei meinen Tests aber eine Gegenlichtsituation und grade diese in DaVinci Resolve. Während bei den Testvideos für den Autofokus oben in diesem Artikel der Himmel im Standard-Profil komplett ausbrennt, passiert das mit V-Log nicht. Trotz des extrem hohen Kontrasts bleiben sowohl in den dunklen als auch in den hellen Bereichen die Details erhalten – auch wenn sich beim Aufhellen der Schatten etwas Rauschen bemerkbar macht. Was mir an Panasonics Log-Profil ebenfalls gut gefällt, sind die Farben. Schon nach einer gewöhnlichen Farbraum-Transformation sehen Hauttöne sehr natürlich aus.

In 24, 25 oder 30 FPS stimmt auch die Schärfe. 4K-Aufnahmen liegen etwa gleichauf mit denen anderer Vollformat-Kameras, wobei die Canon R6 MK II etwas besser aussieht. Das ändert sich, wenn ich die Auflösung der Panasonic auf 6K erhöhe und nachträglich im Schnitt auf 4K herunterrechne. Dann steigt die Qualität merklich. Nur das skalierte 8K der Sony A1 sieht noch besser aus. In den höheren Framerates gewinnt die Canon dank Oversampling wieder klar. Wohlgemerkt: Alle diese Unterschiede sind in der Praxis extrem klein und zeigen sich höchstens, wenn du beim Schnitt digital in Videos reinzoomen willst.

In hohen ISO-Werten zeigt die Lumix keine Schwächen. Die S5 MII hat wie die Vorgängerin zwei native ISO-Werte – 100 und 640 im normalen Farbprofil, 640 und 4000 in V-Log. Das Rauschverhalten reiht sich in das der Konkurrenz-Kameras ein. Der Rolling Shutter ist einigermassen unter Kontrolle, wenn auch nicht so gut wie bei der Canon R6 MK II, dem neuen Benchmark der Preisklasse.

Neben der Bildqualität ebenfalls lobenswert: Die S5 MKII enthält viele Profi-Funktionen. Die direkte Einstellung für den Shutter-Angle, die Waveform- und Vectorscope-Diagramme sowie die Unterstützung für anamorphische Linsen heben sie von anderen Modellen in diesem Preissegment ab. Auch Custom-LUTs lassen sich auf die Kamera laden.

Die Waveform-Anzeige ist ein Feature, das es in dieser Kameraklasse sonst nirgends gibt.
Die Waveform-Anzeige ist ein Feature, das es in dieser Kameraklasse sonst nirgends gibt.
Quelle: Samuel Buchmann

Fazit: Eine Empfehlung ohne Wenn und Aber

Die Lumix S5II ist eine echte Alternative zu den üblichen Hybrid-Verdächtigen Canon EOS R6 Mark II und Sony Alpha 7 IV. Ihre Bildqualität spielt mindestens auf dem gleichen Niveau, in Sachen Dynamikumfang übertrifft sie die Konkurrenz sogar knapp. Dazu kommen gut implementierte Features wie der High-Resolution-Modus und eine intuitive Bedienung. Einzige Wermutstropfen sind für mich der unterdurchschnittliche elektronische Sucher und das kantige Gehäuse. Panasonics Objektivpalette ist noch nicht besonders gross, doch die Qualität stimmt. Der L-Mount ist ausserdem offen für Linsen von anderen Herstellern.

Richtig stark finde ich die S5II im Videobereich. Die Qualität liegt in Framerates bis 30 FPS über dem Niveau, das ich auf dieser Preisstufe erwarte – das im Schnitt skalierte 6K übertrifft auch das Oversampling-4K der Canon 6D MK II. Nur wenn du lieber in 48 bis 60 FPS filmst, ist die Canon die bessere Wahl. Dort wechselt die Panasonic in den APS-C-Crop. Dafür bietet sie als einzige Kamera ihrer Klasse professionelle Tools wie eine Waveform-Anzeige oder native Unterstützung für anamorphische Linsen. Panasonics V-Log-Profil ist ausserdem sehr angenehm zu graden.

Die S5II kostet zur Markteinführung weniger als die Konkurrenz. Sogar im Kit mit dem soliden 20-60mm f/3.5-5.6 ist sie günstiger als beispielsweise die neue Canon EOS R6 Mark II.
Die S5II kostet zur Markteinführung weniger als die Konkurrenz. Sogar im Kit mit dem soliden 20-60mm f/3.5-5.6 ist sie günstiger als beispielsweise die neue Canon EOS R6 Mark II.
Quelle: Samuel Buchmann

Gott sei Dank spielt endlich auch der Autofokus mit: Das neue Hybrid-System ist nicht mehr überfordert von Gesichtern in Bewegung und führt die Schärfe auch in Videos gut nach. Klar: Sony-Kameras fokussieren noch zuverlässiger, schneller und flüssiger. Ein Tracking von generischen Objekten fehlt der S5II ebenfalls. Ich habe aber Hoffnung, dass Panasonic den Autofokus mit neuen Firmwares weiter verbessern wird. Der Hersteller ist bekannt für umfassende Updates an bestehenden Kameras. Und schon im jetzigen Zustand ist der Autofokus gut genug, dass er nicht mehr alles andere zunichte macht.

Insgesamt stelle ich die Panasonic Lumix S5II deshalb auf die gleiche Stufe wie ihre Konkurrenz. Welche Kamera für dich die richtige ist, hängt von persönlichen Vorlieben ab. Du willst den allerbesten Autofokus und etwas mehr Foto-Auflösung? Die Sony A7 IV ist besser. Perfektionierte Ergonomie und kein Crop bei 60-FPS-Videos? Die Canon R6 Mark II ist besser. Dafür hat die Lumix S5II den besten Dynamikumfang und die schärfsten Videos bis 30 FPS – zu einem fairen Preis.

Titelbild: Samuel Buchmann

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Mein Fingerabdruck verändert sich regelmässig so stark, dass mein MacBook ihn nicht mehr erkennt. Der Grund: Wenn ich nicht gerade vor einem Bildschirm oder hinter einer Kamera hänge, dann wahrscheinlich an meinen Fingerspitzen mitten in einer Felswand.


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