Little Professor: 1970er vs. 2010er

Little Professor: 1970er vs. 2010er

Martin Jud
Zürich, am 30.07.2019
Seit 43 Jahren hilft er Kindern weltweit das Einmaleins zu lernen. Er sieht wie ein Taschenrechner aus, ist feinste Retro und doch topaktuell. Grund genug, die nostalgische und neue Version des «Little Professor» genauer unter die Lupe zu nehmen. Und sie im Doppelpack an dich zu verlosen!

1976 war ein grandioses Jahr in technologischer und wissenschaftlicher Hinsicht: Am 1. April stellt Steve Wozniak den Apple I vor. Dann wird am 4. Mai der Lasersatellit LAGEOS 1 von Cape Canveral in eine Erdumlaufbahn gestartet. Er dient der Vermessung der Erdoberfläche und hat eine geschätzte Lebensdauer von acht Millionen Jahren. Und am 20. Juli landet die unbemannte NASA-Sonde Viking 1 erfolgreich auf dem Mars.

Doch insgeheim war eine andere Errungenschaft in jenem Jahr wichtiger. Zumindest, wenn du dir bewusst bist, dass Kinder unsere Zukunft sind und die NASA niemals ohne Mathematik auf dem roten Planeten angekommen wäre. Der Held von 1976 sorgt bis heute dafür, dass Kinder weltweit selbstständig das Einmaleins üben können.

Das ist der Little Professor aus den 1970ern, dahinter die heutige Version.

Das Prinzip des kleinen Professors ist simpel: Er stellt zufällig mathematische Aufgaben aus den Bereichen Addition, Subtraktion, Division sowie Multiplikation und gibt je nach Version nach fünf oder zehn Antworten eine Punktewertung. Selbstverständlich verfügt er auch über verschiedene Level und richtet sich somit an verschieden alte Kinder. Der Hersteller empfiehlt den «Rückwärtsrechner» für Kinder von 6 bis 11 Jahren.

1970er vs. 2010er

Der kleine Professor hat bei Verkaufsstart unter 20 US-Dollar gekostet. Ich habe einen von 1978 (dritte Generation) für 43 US-Dollar inklusive Versandkosten ersteigert. Dazu gab es auch ein kleines Büchlein mit dem Titel «Fun with Math Facts», das nebst der Bedienungsanleitung auch 18 Lernspiele enthält. Du kannst es dir hier ansehen.

Das Büchlein gibt es bei der heutigen Version nicht mehr. Dafür ist der Little Professor nur noch halb so dick und benötigt keine 9V-Batterie mehr.

Das können die beiden Professoren auf dem Papier:

Little Professor SolarLittle Professor (70er, 3. Version)
Dimensionen15 × 7.5 × 1.2 cm12.6 × 8.8 × 2.6 cm
Gewicht110 g107 g (ohne Batterie)
StromversorgungSolar9V-Block-Batterie
RechenartenAddition, Subtraktion, Division, Multiplikation, EinmaleinsAddition, Subtraktion, Division, Multiplikation
Schwierigkeitsstufen54
Anzahl Aufgaben bis Punktewertung510
Vorprogrammierte Aufgaben80 00016 000

Als Hersteller Texas Instruments die erste Version im Jahr 1976 umsetzte, wurde auf die Technologie eines TI-1200-Taschenrechners zurückgegriffen. Damals verfügte der Little Professor fürs Einschalten und die Level-Wahl über zwei Schiebeschalter. Diese wurden aber bereits 1978 durch normale Knöpfe ersetzt. Weitere Anpassungen kamen später hinzu; mehr mögliche Aufgaben, dünneres Design und der Verzicht auf eine Batterie. Was den Funktionsumfang betrifft, ist heute der grösste Unterschied, dass anstelle zehn Aufgaben nur noch fünf in einer Reihe gestellt werden. Ausserdem hast du für die Beantwortung einer Aufgabe heute nur zwei Versuche, in den 1970ern gab es drei. Weiter kam die «Einmaleins-Funktion» dazu, welche es den Kindern ermöglicht, Aufgaben zu einer vordefinierten Zahl zu lösen. Also beispielsweise Multiplikationen mit der Zahl 12.

So spielen sich die Professoren

Den Solar-Professor brauchst du nicht einschalten – er läuft automatisch bei minimalem Licht. Beim Retro-Modell finden sich dagegen On- und Off-Knopf. Um zu spielen, kann nun der gewünschte Level und die Rechenart gewählt werden. Um zu starten, muss beim alten Modell noch mit «Go» bestätigt werden. Beim neuen geht's gleich los.

Löst du eine Aufgabe richtig, folgt beim alten Modell gleich die nächste. Das neue Modell hat einen kleinen animierten Professor, der vor der nächsten Aufgabe als Erfolgszeichen noch mit Hut und Schnurrbart wackelt. Ausserdem bekommst du beim neuen Modell für jede richtige Antwort ein Sternchen.

Der kleine Professor belohnt mit Sternchen, einem wackelnden Hut und Schnurrbart.
Der kleine Professor belohnt mit Sternchen, einem wackelnden Hut und Schnurrbart.

Beantwortest du eine Frage falsch, erscheint beim 1970er-Modell «EEE» auf der Anzeige und du erhältst zwei weitere Versuche, die korrekte Antwort zu geben. Beim Solar-Modell erscheint bei Falschantwort «Err» und du erhältst eine weitere Antwortmöglichkeit. Gibst du erneut die falsche Antwort ein, blendet dir der Professor die richtige Antwort ein, ehe die nächste Frage gestellt wird.

Bist du mit einer Aufgabenreihe durch, zeigen dir die beiden Lernspielzeuge, wie viele Antworten du korrekt gegeben hast. Bei der alten Version blinkt das Resultat korrekt gelöster Aufgaben, wohingegen die neue Version Anzahl falscher und richtiger Antworten anzeigt.

Fünf von zehn Aufgaben richtig.
Fünf von zehn Aufgaben richtig.
Drei von fünf Aufgaben richtig.
Drei von fünf Aufgaben richtig.

Eine Erfolgsgeschichte bis heute

Der kleine Professor wurde weltweit millionenfach verkauft und ist zu Recht eine Erfolgsgeschichte. Auch wenn die Idee des Rückwärtsrechners simpel ist, ist sie auch gleichermassen genial. Gut möglich, dass es mit dem kleinen Gadget vielen Kindern einfacher fällt, Mathematik zu lernen. Ich wäre als Kind in den 1980ern jedenfalls begeistert gewesen, hätte ich solch ein Teil geschenkt bekommen. Da kommt mir in den Sinn, dass ich diesbezüglich mit meinen Eltern noch ein Hühnchen zu rupfen habe, denn mehr als einen Rechenschieber und Schulbücher gab's in meiner Kindheit nicht.

Damit es deinem Kind nicht wie mir ergehen muss, verlose ich nun beide Modelle.

Teilnahmeschluss ist der 31. August 2019. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt.

Martin Jud
Martin Jud
Editor, Zürich
Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.

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