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GamingProduktvorstellung 1121

Kennst du noch? «Hexen»

Doppelköpfige Monster, dämonische Stimmen, Fantasy-Gemetzel aus der Egoperspektive: Das ist «Hexen» aus dem Jahr 1995, das den Auftakt für unsere neue Serie «Kennst du noch?» macht. Darin nehmen wir euch auf Nostalgie-Trips in unsere Game-Vergangenheit mit. Beginnen wir mit einem meiner vergangenen Lieblingsspiele.

«Greetings mortal are you ready to die?» Ja, von Augenkrebs. Wenn ich heute den Level Spiele, in dem man von einer unheilvollen Stimme begrüsst wird, fällt mir als erstes auf wie schlecht «Hexen» gealtert ist. Aber das ist ja auch zu verzeihen, schliesslich erschien das Spiel 1995 für MS-DOS (später auch für Windows 95 und sogar für den Nintendo 64). Unser damaliger Computer, ein 486er SX33 (für das DX-Modell hat es nicht gereicht), hatte aber garantiert auch daran schon zu beissen.

«Hexen» erschien in den 3D-Shooter-Boomerjahren, die «Doom» und «Doom II» auslösten. Die Doom-Engine, auf der das Spiel basiert, ist unverkennbar. Entwickelt hatt es Raven Soft und produziert wurde es von keinem anderen als ID Softwares John Romero. «Hexen» tauscht das Sci-Fi-Setting von «Doom» gegen Fantasy, behält aber das Dämonische bei. Anfangs wählst du zwischen dem Kleriker, Krieger und Magier aus, die alle drei unterschiedliche Waffen und Laufgeschwindigkeiten haben. Für mich damals ein absolutes Novum. Gleich DREI spielbare Klassen. Ich fand in der Zeit die Mischung aus Kämpfer und Zauberer äusserst spannend, weshalb ich auch in «Hexen» zum Kleriker griff, der anfangs einen Morgenstern als Waffe führt. Nur damit bewaffnet musste ich mich den unzähligen, furchterregenden Schergen stellen und ihnen blutig das Leben aushauchen. Der Midi-Sound lässt mich selbst heute noch glücklich schaudern und sorgt für eine gruslig schöne Stimmung. Nur schon die Effekte für das Aufsammeln von Tränken oder wenn du mit der Axt des Kriegers nervige Gargoyles vom Himmel prügelst, sind einfach der Hammer.

Ein herrliche schönes Mus gibt's aus den Monstern.

Ein frischer Twist für die «Doom»-Formel

Das Spielprinzip ist rückblickend recht simpel. Wie in «Doom» suchst du primär Schalter und Hebel, die verschlossene Türen und Geheimgänge freigeben. Rätsel gab es allerdings auch. Am Ende der fallengespickten Level spawnen meist ein Haufen Gegner. Die höllischen Kreaturen sorgen dafür, dass du dich nie richtig entspannen kannst. Zu den Highlights gehörten ganz klar die neuen Waffen. Jeder Charakter kann drei zusätzliche Waffen finden. Beim Kleriker sind es ein Zauberstab mit einem Schlangenauge, der zwei grüne Projektile abfeuert, ein Handschuh, der einen Feuersturm auslöst und zu guter Letzt der alles vernichtende Wraithverge – ebenfalls ein Zauberstab, der das Monstermordende-Equivalent zur BFG ist. Nach stundenlangem prügeln mit dem Streitkolben, durchströmten mich die Glückshormone geradezu als ich endlich ein neues Todeswerkzeug in der Hand hielt.

Aber auch die Waffen des Magiers oder des Kriegers haben es in sich. Der mächtige Hammer oder die Blitzzauber machen kurzen Prozess aus den Gegnern. Das Leveldesign ist wie so oft in diesen Spielen etwas verwirrend, weshalb ich nicht selten stundenlang nach dem erlösenden Portal suchte. Spass gemacht hat es mir und meinem Bruder trotzdem etliche Stunden. Der eingangs erwähnte Satz war übrigens das Einzige, was ich vom Spiel verstanden habe. Mit einem kleinen gelben Langenscheidts-Wörterbuch haben wir den Satz ins Deutsche übersetzt. Für die Textblöcke zwischen den Levels war es uns aber zu mühsam. «Heretic», das eigentlich der Vorgänger war, spielte ich erst später. Vielleicht erzähle ich euch ein andermal davon.

User

Philipp Rüegg, Zürich

  • Teamleader Odin
Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

11 Kommentare

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Es gelten die Community-Bedingungen.

User Luagsch

Nostalgisch, aber schade gehst du nicht darauf ein wie man es heute vernünftig zum Laufen bringt, mit ZDoom oder so.
steamcommunity.com/sharedfi...

29.05.2018
User Giri24193

Oder indem man es auf Steam kauft? Dann braucht es keine Mods nix. Einfach kaufen und spielen.

29.05.2018
User JiSiN

store.steampowered.com/sub/...

29.05.2018
User Luagsch

Steam Version läuft von Haus aus in DOSBox. Kein richtiger Mouselook, kein Texturefiltering etcetc... zwar nostalgisch wie sau, aber nach 2 Minuten hat man Krämpfe... in den Augen, in den Fingern und im Kopf und der Mythos is dahin :D
Mit "vernünftig" meine ich z.B. nicht Doom mit nem zweitasten digital Joystick auf 320x200 wie 1992 in Win 10 zu spielen , sondern z.B. Brutal Doom auf GZDoom Engine in 1440P.
...ohje, ich bin ein Remastered Opfer...

30.05.2018
Antworten
User Drachenherz

Cooler Bericht! Ich hab Hexen gespielt damals, aber nicht so intensiv wie den Vorgänger, Heretic.

Ach, das waren Zeiten damals. :-)

29.05.2018
User JiSiN

En Klassiker :)

29.05.2018
User m.windu

ich bin ehrlichgesagt eher überrascht, wei gut die Grafik aussieht für damalige Verhältnisse :D.

29.05.2018
User rabbit75

Das Spiel ist mir zwar bekannt, ja. aber wir haben nur DooM gezoggt, dies dafür dann um so mehr.... ach ja, ich hatte damals den 486 DX2 66... Auch ich hätte mir denn DX nicht leisten können, war ein sehr Grosszügiges Geschenkt :)

29.05.2018
User Doomer_66

Klar kennt man das, habe aber auch eher nur Doom gezockt. ;)
Als früher Fan von ID Soft habe ich alle Games bis zu Doom 3, dann fing der Scheiss mit Steam und von da an habe ich nix mehr in diese Richtung gespielt, bin auch langsam zu alt dafür, da liegen nur noch langsame Spiele wie WoT drin. ;)

29.05.2018
User Athrandir

Hexen... Das Game, das mir nachhaltig Videogame Motion Sickness geschenkt hat...

29.05.2018
User baszero74

I fand das DUNGEON MASTER das beste Game ever (damals) !

01.06.2018