
Hintergrund
James-Webb-Weltraumteleskop: Start eines Mega-Projekts
von David Lee

Neue Daten des James-Webb-Weltraumteleskops zeigen, dass der kleine Asteroid 2024 YR4 den Mond am 22. Dezember 2032 verfehlen und ihn im Abstand von 21 000 Kilometern passieren wird.
Anfang des Jahres 2025 machte der etwa 50 Meter grosse erdnahe Asteroid 2024 YR4 Schlagzeilen, als es rund einen Monat nach seiner Entdeckung im Dezember 2024 den Anschein gab, dass dieser Himmelskörper am 22. Dezember 2032 auf der Erde einschlagen könnte. Die Wahrscheinlichkeit dafür lag kurzfristig bei 1:40. Schon sehr rasch zeigten dann Messungen mit erdgebundenen und Weltraumteleskopen jedoch, dass es zu keinem Erdimpakt an diesem Tag und auch nicht in den nächsten 100 Jahren kommen würde. Allerdings deuteten die Messungen nun an, dass es mit einer Wahrscheinlichkeit von etwas mehr als vier Prozent zu einem Einschlag auf dem Mond kommen könnte.
Nach neuen Untersuchungen mit dem Weltraumteleskop James Webb (JWST) im Februar 2026 steht jetzt fest, dass auch der Mond am 22. Dezember 2032 ungeschoren davonkommt. Mit dem JWST konnte der Asteroid neu erfasst werden, sodass sich seine Bahn deutlich präziser als bislang berechnen liess. Die neu bestimmte Bahn ergibt, dass 2024 YR4 die Mondoberfläche um 21 200 Kilometer verfehlen wird und ein Einschlag jetzt ausgeschlossen ist.

Wäre es zu einem Einschlag gekommen, hätte dies nicht nur Einfluss auf die bemannten Mondlandeprogramme der USA und der Volksrepublik China gehabt, die zu dieser Zeit geplant sind, sondern es hätte auch Folgen für die Erde haben können. Beim Einschlag auf der Mondoberfläche wäre durch den 50 Meter grossen Asteroiden ein bis zu einen Kilometer grosser Einschlagkrater entstanden und es hätte auch heftige Erschütterungen gegeben. Zudem wären wohl bis zu 1000 Tonnen Mondgestein auf mehr als die lunare Fluchtgeschwindigkeit von 2,38 Kilometern pro Sekunde gebracht worden und hätten als Mondmeteoriten die Erde treffen können. Dies ist in der Vergangenheit immer wieder passiert, aber nicht in historischer Zeit. Derzeit sind etwa zwei Tonnen Mondmeteorite auf der Erde bekannt, es werden jedes Jahr mehr.
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