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Handy-Verlust: So wird’s nicht zum Horror

Auf unserem Smartphone speichern wir wichtige Daten. Aber was, wenn das Phone plötzlich weg ist? Sechs Punkte, an die du als Smartphone-Halter denken solltest.

Hast du dein Phone mal verhühnert, geschlissen, oder ist es dir geklaut worden? Das passiert schneller und vor allem unerwarteter als man denkt. Einmal geschehen, ärgerst du dich grün und blau – so war’s zumindest bei mir. Als mir mein Phone gestohlen wurde, hatte ich zwar ein Backup aller Fotos, aber ich hätte besser vorsorgen sollen.

Im Moment des Schreckens – also dann, wenn du realisierst, dass das Phone jetzt wirklich weg ist – stehst du mit abgesägten Hosen da. Deine Kontaktdaten, Fotos, Notizen, Mailaccounts und die Einkaufsliste deiner Grossmutter: alles weg. Im Falle eines Diebstahls kann der Dieb mit diesen Daten weitere Daten von dir klauen. Deshalb solltest du ein paar Dinge nicht aus den Augen verlieren.

Immer mit PIN- und SIM-Code – und bitte einem gutem

Als ich bei einem Bekannten sah, dass er sein Phone ohne irgendeine Sperrung nutzt, konnte ich es kaum glauben. Nutze dein Phone mit einem PIN-Code. Entsperrmuster solltest du nicht verwenden, da die anhand der Fettspuren, die das Streichen auf dem Bildschirm hinterlässt, einfacher zu erkennen sind. Beim PIN solltest du, wenn möglich, zwei Mal dieselbe Ziffer nehmen – ebenfalls wegen den Fettspuren. Dabei sollte der Code nicht dein Geburtsdatum, die Zahlenfolge 1234 (oder allgemein eine solch doofe, einfache Zahlenfolge), dein Jahrgang oder die Postleitzahl deines Wohnortes sein. Denke dir eine gute Zahlenfolge aus, die nur du kennst. Und mindestens vier Ziffern lang sollte das Ganze sein. Noch besser, wenn du anstelle der Zahlenfolge eine Buchstabenkombination verwendest.

Wenn dein Phone so aussieht, ist dein Code leicht herauszufinden. Das Foto musste ich hier überbelichten, damit du die Abdrücke siehst.

Bei fast allen Phones gibt’s zusätzlich zum PIN-Code auch Fingerabdruck-Scanner. Die Scanner sind für Otto und Emma Normalverbraucher ziemlich sicher. Daneben ist die Gesichtserkennung schon einfacher auszuhebeln. Unter Umständen reicht ein Foto deines Gesichts oder eine Maske. Wenn du aber nicht einen verrückten Ex-Freund hast, oder sonst jemand der dir Schaden zufügen will, kannst du dich grundsätzlich auch mit Face-Unlock auf der sicheren Seite wiegen.

Den SIM-Code, der sowieso von den Netzbetreibern verlangt wird, solltest du wie den PIN-Code mit einem sicheren Zahlencode belegen.

Erstelle ein Backup deines Phones. Regelmässig.

Du weisst eigentlich, dass du ein Backup machen musst. Deshalb solltest du es auch tun. Vielleicht machst du es sowieso, wenn ein Update für dein Phone ansteht. Oder ganz sicher ab dem Zeitpunkt, wo es dir mal ein Update verhauen hat und du dich zwar mit Phone, aber ohne Daten darauf wiedergefunden hast. Ja, das ist mir mal passiert und ja, ich gehöre jetzt zu den Leuten, die wirklich vor jedem Update ein Backup machen.

Es gibt so viele verschiedene Backup-Lösungen wie Wege nach Rom. Diese hier aufzuschreiben, würde den Umfang des Artikels sprengen. Allgemein gesagt: Am einfachsten geht die Datensicherung mit einer Cloud-Lösung oder einem Online-Konto, wie jenes von Google oder Apples iCloud. Wer das nicht will, nimmt ein Kabel und speichert seine Daten lokal ab.

Ein Artikel, wie du am einfachsten, schnellsten und sichersten dein Handy backupst ist in Planung – stay tuned.

Notiere die IMEI-Nummer

Die IMEI-Nummer deines Phones solltest du dir notieren, wenn du dein Phone zum ersten Mal in den Händen hältst. Am besten kommt’s, wenn du die fünfzehnstellige IMEI (International Mobile Equipment Identity) nicht auf dem Phone selbst notierst. Wenn dein Phone zwei SIM-Karten-Slots hat, hast du zwei verschiedene IMEI’s.

Die IMEI-Nummer brauchst du, wenn du bei der Polizei einen Diebstahl melden musst oder falls du einen entstandenen Schaden deiner Versicherung meldest.

Hast du dein Phone bei uns im Shop bestellt, steht deine IMEI-Nummer in deiner Bestellung, die du in deinem Kundenkonto abrufen kannst. Ansonsten findest du die Nummer auf der Verpackung oder in den Systemeinstellungen deines Phones.

Hier steht normalerweise die IMEI. Aber die zeige ich dir jetzt nicht.

Kenne deine Konten

Wenn du dein Phone das erste Mal in Betrieb nimmst, will es sich gleich mit einem Google oder Windows-Konto, oder bei iOS, via Apple ID verbinden. Die Konten sind nicht da, um dich zu nerven (auch wenn sie das tun). Die Konten brauchst du zum Beispiel dann, wenn du dein Phone mit den Ortungsdiensten wiederfinden willst. Dafür brauchst du das Passwort des Kontos. Sonst geht an dieser Stelle nicht mehr viel. Es empfiehlt sich also, das zu kennen. Denn wenn du das Passwort zuerst zurücksetzen musst und du dein Phone nicht mehr hast, wird’s lästig. Es geht, aber nur wenn du zuvor eine andere Mailadresse zum Zurücksetzen hinterlegt hast. Am besten hinterlegst du schon von Anfang an eine zweite Mailadresse.

Die Konten verhindern auch, dass dein Phone einfach von Dieben zurückgesetzt werden kann. Deshalb solltest du die Nutzung der Konten nicht umgehen. Das Zurücksetzen ist zwar auch mit Konto möglich, ein Dieb müsste aber härteres Geschütz an dein Phone werfen. Für Gelegenheitsdiebe ist dein Phone mit aktiviertem Konto wertlos.

Dank den Konten kannst du auch einfacher Backups erstellen und deine Einstellungen abspeichern und für ein anderes Phone beibehalten, wenn du das denn willst.

Aktiviere die Ortungsdienste

Mit aktivierten Ortungsdiensten kannst du ohne grossen Aufwand den Standort deines Phones bestimmen. Bei Android heisst der Punkt in den Einstellungen «Mein Gerät finden», bei iOS «Mein iPhone suchen». Hast du ein iPhone, lässt sich dein Phone im Browser via iCloud orten, mit Android geht’s mit dem Gerätemanager. Und falls du zur selten gewordenen Windows-Phone-Spezies gehörst, kannst du dein Phone im Microsoft-Konto orten.

Die Einstellungen bei IOS
Die Einstellungen bei Android

Um die Ortung einzurichten, benötigst du eines der in Punkt vier erwähnten Konten. Der Ortungsdienst bestimmt den Standort deines Phone recht präzise – GPS ortet plus minus auf 30 Meter genau. Im Ortungsmenü kannst du auch einen Klingelton per remote auf deinem Phone abspielen. Wenn dein Phone noch nicht über alle Berge ist, besteht hier die Möglichkeit, dass du es wieder findest.

Übrigens, wenn du den Google Chrome Webbrowser zum Surfen nutzt und den Suchbegriff «Handy verloren» eingibst, tut sich das Google-Ortungsmenü gleich automatisch im Browser auf. Dort kannst du im Browser dein Phone klingeln lassen.

Die Genauigkeit der Google-Ortung hängt davon ab, ob der Zeitpunkt an dem du dein Phone zuletzt genutzt hat, schon mehrere Stunden oder nur kurz zurückliegt. Je kürzer desto genauer. Als ich mein Phone mehrere Stunden nicht benutzt hatte, bestimmte Google den Standort des Phones auf der anderen Strassenseite.

Die Ortung stimmt hier auf den Hausteil genau, weil ich das Phone vorher noch benutzt habe.

Diese einfache Browser-Ortung funktioniert auch mit einem iPhone, wenn du darauf ein Google-Konto eingerichtet hast. Die Browser-Applikation verlangt nach dem Google-Login.

Aber Achtung: Jede Handy-Ortung funktioniert leider nur, wenn dein Handy eingeschaltet bleibt. Als mir letztes Jahr mein Phone geklaut wurde, haben die Diebe das Phone gleich ausgeschaltet und ich konnte nur sehen, wo mein Handy zuletzt war. Zwei Tage später haben die Diebe mein Handy aber wieder eingeschaltet. Weil ich zuvor nach dem Phone gesucht habe und eine Ortung versucht habe, habe ich ein Mail erhalten, dass mein Phone jetzt geortet wurde. In Rumänien. Aber die Ortung funktionierte.

Ohne aktivierte Ortungsdienste wird das Auffinden deines Phones schwierig bis unmöglich. Einige Netzprovider bieten eine Suche via die oben erwähnte IMEI an. Das tun sie aber nur, wenn du glaubhaft belegen kannst, dass dir das Phone gestohlen wurde.

Deaktiviere den Entwicklermodus

Der Entwicklermodus ist vor allem bei Android Phones beliebt. Im Entwicklermodus ist dein Phone für einen Dieb viel einfacher zu knacken. Der Entwicklermodus ist standardmässig deaktiviert. Einmal aktiviert, solltest du den Entwicklermodus wieder deaktivieren, sobald du ihn nicht mehr benötigst. Ist dein Phone einmal geknackt und liegt in den Händen eines Diebes, kann das schnell ein Horror werden. Deine derzeitigen Phone-Einstellungen werden auch bei Deaktivierung des Modus beibehalten.

Und, hast du die Punkte alle eingehalten? Oder hast du noch einen nützlichen Tipp? Ab in die Kommentare damit. :)

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Experimentieren und Neues entdecken gehört zu meinen Leidenschaften. Manchmal läuft dabei etwas nicht wie es soll und im schlimmsten Fall geht etwas kaputt. Ansonsten bin ich seriensüchtig und kann deshalb nicht mehr auf Netflix verzichten. Im Sommer findet man mich aber draussen an der Sonne – am See oder an einem Musikfestival.

9 Kommentare

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User Anonymous

Guter Artikel. Was ich noch sehr wichtig finde, ist, dass man den Zugriff auf das Kontrollzentrum über den Sperrbildschirm sperrt. Ansonsten kann man den Flugmodus aktivieren und die Ortung würde dann nicht mehr aktuell sein.

22.06.2018
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User Anonymous

Das gleiche gilt für Siri.

23.06.2018
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User Anonymous

Oh ja Ortungsdienst aktivieren, dass noch mehr von Google und Apple kommt/vorgeschlagen wird. Noch mehr, dass sie auslesen. Vielleicht sollte Ottonormalverbraucher endlich die Dinge mal hinterfragen und lernen, wie man sich selber Schützt und wie man die Dinge nutzt. Anstatt einfach zu konsumieren.

26.06.2018
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User Anonymous

Oder man wechselt gleich auf ein Betriebssystem wie z.B. Sailfish, muss aber dafür die Bequemlichkeit aufgeben. Dummheit/nicht Wissen wollen und Bequemlichkeit sind die Übeltäter und nicht die Diebe (physisch wie auch digital).

26.06.2018
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User Spacefrog1967

Guter Artikel. Sicherheit ist unbequem und wird gern "vergessen". Umso grösser ist dann im Ernstfall das das Gejammer.
Mein Tipp: Gerade sensitive Apps (E-Banking, Pers. Logins, etc.) lassen sich ebenfalls häufig mit PIN oder Fingerabdruck sichern.
Und das Ausschalten von WLAN, Bluetooth und NFC bei Nicht-Gebrauch erhöht ebenfalls deutlich die Sicherheit.

22.06.2018
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User schLEIMER

Konten sind dann sicherer, ja. Nur wer eine microSD hat, inkl. jede menge Bilder u. Videos und was auch immer man noch so eingestellt hat auf die SD zu speichern, hat dann richtig Pech.

22.06.2018
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User Anonymous

Auch wenn wir Eulen nach Athen tragen: Mich würde interessieren, was es denn an zillionen an Backup Tools für Android gibt. Ich will ein Imagebackup des ganzen Phones machen - mit der Möglichkeit zum "Restore on different hardware". Aber bitte _ohne_ rooten! Was ist wirklich gut? Danke.

24.06.2018
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User Anonymous

gibt es nicht, weil es schlicht zu viele verschieden Telefone (ja nicht PHONES) und Betriebssyseme gibt. Wechselt zu Sailfish und hört auf jeden Scheiss von Google und Apple zu nutzen, die eh nur Eure Daten auslesen.

26.06.2018
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User Anonymous

Titanium Backup z.B. deckt vieles ab aber eben auch nur mit Root, was auch zwingend nötig ist, wenn du eine volle SIcherung machen möchtest. Wenn der Ottonormalverbraucher sich mal mit Sicherheit wirklich beschäftigen würde, dann würden sie auch mit Admin (root) und normal Benutzer umgehen können.

26.06.2018
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