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Hands down im Hands-on: Der Sony OLED AF8 kommt bald

Luca Fontana
Zürich, am 15.02.2018
Komplex N°457 in Altstetten. Sony stellt seine Produkt-Highlights für 2018 vor. Im Fokus steht der neue OLED-TV mit klingender Produktbezeichnung AF8. Was der Neue taugt, erfährst du hier.

Sony hat einen neuen OLED-Fernseher. Das ist insofern bemerkenswert, weil der OLED-Markt mit rasender Geschwindigkeit wächst. Täglich findet der Kult neue Anhänger, und Kenner der TV-Branche sind sich dahingehend einig, dass OLED früher oder später den Markt beherrschen wird. Allerdings schreckt der hohe Preis, den man für die fortschrittliche Technologie hinblättern muss, noch ab, weswegen jede Neuheit skeptisch beäugt wird.

Das wird beim AF8 nicht anders sein.

An der Sony-Produktevorschau für 2018 in Altstetten durften wir die schicke Perle vorab sehen. Eines kann ich dir jetzt schon sagen: Ja, der Fernseher ist – ich halte mich nicht zurück – affengeil. Zu Kaufen gibt's ihn voraussichtlich ab April, vorbestellen kannst du ihn ca. Ende Monat, sobald die Preise bekannt sind.

Die Sache mit OLEDs und dem «echten» Schwarz

Der Sony AF8 ist ein OLED-TV. Der klingende Name ist eine Abkürzung und steht für «Organic Light-Emitting Diode». Klingt etwas kryptisch und bedeutet selbstleuchtende Leuchtdiode. So, und weil das immer noch nicht ganz Sprechdeutsch ist, erkläre ich es dir.

Bei einem OLED-TV werden die Leuchtdioden, also Pixel, nicht von einer dahinterliegenden LED-Wand angestrahlt – sie leuchten stattdessen ganz von alleine. Im Umkehrschluss schalten sich die Pixel einfach ab, wenn Schwarz dargestellt werden soll, ähnlich wie bei einem Lichtschalter. Das geht bei herkömmlichen LCD-Fernsehern nicht, weil die LEDs immer leuchten: Ein Grauschleier entsteht dort, wo eigentlich Schwarz sein sollte.

Das «echte» Schwarz – ein Hauptmerkmal von OLEDs
Das «echte» Schwarz – ein Hauptmerkmal von OLEDs

Warum ich so auf diesen Schwarzwert rumreite?

Erstens, du siehst den Unterschied zwischen echtem Schwarz und Grauschleier-Schwarz sofort, wenn du einen OLED neben einen LCD-TV stellst.

Zweitens, dank dem tiefen Schwarzwert sind wahnsinnig gute Kontrastwerte möglich. Denn beim Kontrast ist der Unterschied zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Bildpunkt matchentscheidend. Je grösser dieser Unterschied, desto grösser der Farbraum, in dem Farben dargestellt werden können. Und der Kontrastwert spielt bei HDR eine wichtige Rolle:

Frische Farben für deinen TV – *HDR, Dolby Vision und was du darüber wissen musst!**
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Du siehst, irgendwie hängt alles zusammen. Angefangen mit dem Schwarzwert.

Und ja, der AF8 beherrscht Dolby Vision.

Ein kleiner Prozessor macht sich gross

Das beste Panel der Welt nützt dir nix, wenn der Prozessor zur Bildaufbereitung nichts taugt. Sony verbaut den «X1 Extreme»-Prozessor in all seinen Premium-TVs. Der AF8 stellt keine Ausnahme dar, und Sony ist stolz auf die kleine Platine, die ganz Grosses vollbringt. Besonders stark ist sie im Unterdrücken von Bildrauschen – also dem, was du vermutlich als «körniges Gedöns auf dem Bild» bezeichnen würdest. Der X1 Extreme beherrscht zudem das Hochskalieren von Full-HD-Inhalten auf 4K (Upscaling) wie kaum ein Zweiter.

Filmkorn ist für den AF8 ein Fremdwort.
Filmkorn ist für den AF8 ein Fremdwort.

Zwei Eigenschaften also, die besonders beim Live-TV zu tragen kommen. Denn wenn du nicht gerade eine 4K-Blu-ray, dessen Quellmaterial über alle Zweifel erhaben ist, in petto hast, bist du auf einen starken Prozessor angewiesen, der das Maximum aus dem empfangenen Signal herausholt. Und das Maximum sogar noch ein wenig aufputscht.

OLED-Pixel haben typischerweise extrem niedrige Reaktionszeiten. Deshalb verwundert es auch gar nicht, dass beim AF8 kaum Bewegungsunschärfe (Motion Blur) auftritt. Jedenfalls nicht beim gezeigten Bildmaterial. Ich selber werde das natürlich noch genauer anschauen, mit besonderem Augenmerk auf die Gamer unter euch.

Wie ein schwingendes Bild den Ton macht

Vier Exciter, die sich hinter dem Panel befinden, sorgen für den Ton. Dabei versetzen sie nicht Luft, sondern das Bild selbst in Schwingung. Tatsächlich würdest du ein leichtes Vibrieren spüren, wenn du die Hand auf den Fernseher hieltest. Keine Sorge, der TV ruckelt dir schon nicht einfach so vom Tisch herunter.

Acoustic Surface im Werbevideo von Sony.

Das ganze nennt sich «Acoustic Surface» und funktioniert. Als wir kurz zuvor noch eine Konzertaufnahme gezeigt bekommen, stellen wir fest, dass der Sound dynamisch und wuchtig daherkommt. Der auf der Rückseite des Panels verbaute Bass brummt ordentlich. Dank den vier Excitern lässt sich die Quelle des Tons überraschend gut lokalisieren: Rauscht ein Flugzeug oben links ins Bild herein, hörst du dessen tobende Triebwerke als erstes oben links. Erstaunlich.

Wie gut der Sound im Vergleich zu einer Mittelklasse-Soundbar ist, kann ich dir Stand heute noch nicht sagen. Dafür bräuchte ich mehr Zeit und eigenes Quellmaterial, das ich beim Hands-On nicht dabeihabe. Next time.

Kommt dir das bekannt vor?

Falls du das alles so oder so ähnlich schon einmal gehört hast – ja, rein von der Ausstattung her ist der AF8 praktisch baugleich wie sein unmittelbarer Vorgänger. Den habe ich im vergangenen Dezember sogar getestet.

Ich glaube, ich bin verliebt – *Sonys erster OLED-TV im Test**
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Der grosse Unterschied liegt im Design, denn der A1 lehnt sich an sein Standbein an, wie ein Bilderrahmen, den du nicht an die Wand hängst.

Die Krux: Das Panel ist leicht angewinkelt. Das gefällt nicht allen. Dort, wo die Mattscheibe auf Augenhöhe mit dem Zuschauer aufgestellt wird, ist das leicht nach oben schielende Bild zumindest gewöhnungsbedürftig. Sony möchte jenen, die mit dem aussergewöhnlichen Design nicht zurecht kommen, eine Alternative bieten, und kehrt zum traditionellen Design mit Standfuss zurück: Das Bild ist wieder senkrecht auf den Zuschauer ausgerichtet.

Links: Die Rückseite des AF8-OLEDs.
Links: Die Rückseite des AF8-OLEDs.
Rechts: Die Rückseite des A1-OLEDs mit angewinkeltem Panel.
Rechts: Die Rückseite des A1-OLEDs mit angewinkeltem Panel.

Der neue Standfuss ist übrigens so dünn, dass er unter dem Panel kaum zu sehen ist. Überhaupt ist der Aluminiumrahmen nach wie vor schnörkellos. Sony nennt das «Softer Minimalismus». Aha. Aber mir gefällt’s, weil das Design nicht vom Bild selbst ablenkt.

Fazit

Ja, OLEDs sind toll. Der Sony-OLED ist da keine Ausnahme. Hast du einmal in das tiefdunkle Schwarz eines OLED-Panels geblickt, gibt es kein Zurück mehr. Der AF8 besitzt den gleichen Prozessor und dieselbe Soundtechnologie wie sein Vorgänger. Einerseits gut, weil sich das ältere Modell eine Best-Note nach der anderen abgeholt hatte. Andererseits weniger gut, weil es dadurch kaum Neuerungen in puncto Ausstattung gibt. Ausser im Design.

Das Design ist mehr auf den Geschmack der Massen ausgerichtet. Irgendwie schade. Gerade wegen seinen mutigen Entscheidungen mochte ich den A1. Nichtsdestotrotz bin ich immer noch baff, wenn ich die tollen Kontraste und natürlichen Farben des AF8 betrachte. Die Acoustic Surface Technologie ist das Sahnehäubchen, weil dank Tonangebenden Bild der Kauf einer Soundbar zumindest aufgeschoben wird: Gespartes Geld.

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Luca Fontana
Luca Fontana
Editor, Zürich
Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

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