Grafikkartenpreise sinken – hält der Trend an?

Grafikkartenpreise sinken – hält der Trend an?

Kevin Hofer
Zürich, am 25.01.2022

Zum zweiten Mal im Januar sinken die Grafikkartenpreise. Der aktuelle Kryptowährungscrash dürfte nicht dafür verantwortlich sein. Dieser könnte jedoch eine Trendwende einleiten.

Das unabhängige Portal 3DCenter.org verfolgt regelmässig die Grafikkartenpreise. Im Januar wurden jetzt bereits zum zweiten Mal die Zahlen veröffentlicht. Sie zeigen: Die Preise der Nvidia RTX-30-Serie und der AMD RX-6000-Serie sinken seit Anfang Jahr. Nvidia-Karten kosteten am 23. Januar noch 177 Prozent der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP). Anfangs Jahr waren es noch 185 Prozent. Noch grösser ist der Rückgang bei den AMD-Karten; statt 178 Prozent der UVP am 2. Januar, kosten sie nun noch 167 Prozent. Selbstverständlich sind die Karten damit weiterhin viel teurer als beim Release. Dennoch könnte sich ein Wandel abzeichnen.

Besserung in Sicht, aber inwiefern?

Letzte Woche crashten die Kryptowährungen. Der Ethereum-Kurs etwa rutschte unter 2000 US-Dollar. Damit hat sich der Kurs seit Mitte November quasi halbiert. Auch die anderen grossen Coins sind auf Talfahrt – wenn auch nicht so extrem wie Ethereum. Die Talfahrt dürfte sich rückblickend aufgrund der anstehenden Zinswende entwickelt haben. Diese betrifft vor allem Tech-Aktien und Kryptowährungen. Ob sich der Crash also positiv auf die Preisentwicklung auswirkt, ist fraglich. Jedenfalls hatte er sicher noch keinen Einfluss auf die Erhebung von 3DCenter.org

Weiter steht bei Ethereum im Juni der Wechsel von Proof-of-Work auf Proof-of-Stake an. Wieso das wichtig ist? Sobald dieser Wechsel vollzogen ist, lässt sich Ethereum nicht mehr minen. All die Karten, die sich die Miner angeschafft haben, werden also nutzlos fürs Ethereum-Mining. Daher dürften viele Miner entweder auf andere Coins umsteigen oder das Minen aufgeben.

Von Seite der Miner her sollte sich die Situation also Mitte Jahr erst etwas entspannen. Die Halbleiterkrise wird aber wohl auch dann noch nicht zu Ende sein. Immerhin werden die Karten dann nicht mehr in rohen Mengen von Minern gekauft. Da mehr Karten verfügbar sind, werden die Preise wohl weiter sinken. Aber ob sie jemals die UVP erreichen, ist fraglich. Das weiss auch Nvidia. Das Unternehmen hat erst kürzlich die Preise der Founders-Edition-Karten in Europa um durchschnittlich 5,5 Prozent erhöht. Dies, obwohl es bereits seit längerem keine dieser Karten mehr zu kaufen gibt.

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Editor, Zürich

Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.

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