
GoPro wird von Photonik-Firma übernommen
Das bisher private Unternehmen Starman Optical Inc. übernimmt GoPro. Der Actioncam-Hersteller will künftig KI-Infrastruktur bauen. Wie es mit dem bisherigen Kerngeschäft weitergeht, bleibt offen.
GoPro fusioniert mit Starman Optical. Die beiden Unternehmen haben eine verbindliche Vereinbarung geschlossen: Starman kauft den GoPro-Aktionären 90 Prozent ihrer Anteile für insgesamt 285 Millionen US-Dollar ab. Das entspricht 1,14 US‑Dollar pro Aktie.
Damit handelt es sich de facto eher um eine Übernahme als um eine Fusion. Weil aber zehn Prozent des fusionierten Unternehmens in den Händen der bisherigen Aktionären bleiben, ist GoPro auch in Zukunft an der Börse gelistet. GoPros Schulden von rund 92 Millionen US‑Dollar werden bei Abschluss des Deals vollständig getilgt.
Das bisher private Unternehmen Starman Optical entwickelt optische Transceiver, die Daten als Lichtsignale über Glasfaser transportieren. Die Nachfrage danach ist im Zuge des KI-Booms stark gestiegen. Laut der gemeinsamen Mitteilung will auch GoPro in neue Märkte wie KI-Rechenzentren, Verteidigung, Luft- und Raumfahrt expandieren.

Quelle: Starman New Photonics
Die bisherigen Kameras, Abos und die Cloud-Plattform werden gemäss CEO Nicholas Woodman «vollumfänglich weiter unterstützt». Starman Optical soll nun «Zugang zu KI-Infrastruktur ermöglichen». Ob dieser neue Fokus belastbar ist oder hauptsächlich eine gute Story für die Börse, bleibt offen.
Geldsegen für YouTube-Star
Die Aktie sprang nach der Ankündigung zeitweise 50 Prozent nach oben. Dies, nachdem der Kurs über die letzten Monate abrutschte, weil GoPro im Juni vor «erheblichen Zweifeln am eigenen Fortbestand» gewarnt hatte. Nur Tage vor der Mitteilung zur Fusion wurde bekannt, dass der YouTuber Mark «Markiplier» Fischbach 8,5 Prozent der Aktien angesammelt hatte. Diese Nachricht sorgte bereits für einen Kursanstieg von 0,60 auf über 0,80 US-Dollar. Mit der Übernahme durch Starman zu 1,14 Dollar pro Aktie fährt Fischbach Millionengewinne ein.
Wie es mit GoPros Kerngeschäft weitergeht, ist unklar. Die einst marktdominanten Actioncams des US-Herstellers gerieten in den letzten Jahren unter starken Konkurrenzdruck aus China. In der Medienmitteilung bekräftigt GoPro zwar den Support für bestehende Geräte – verliert aber kein Wort darüber, ob Kameras auch in Zukunft ein Fokus bleiben.
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