
YouTuber wird grösster Aktionär von GoPro
Gemäss Meldungen an die Börsenaufsicht hält der YouTube-Star «Markiplier» 8,5 Prozent von GoPro. Das sorgt für eine Kursexplosion, jedoch auch für Kritik wegen Interessenskonflikten.
Der YouTuber Mark «Markiplier» Fischbach mischt bei GoPro mit. Der 37-Jährige hat so viele Aktien gekauft, dass er mit einem Anteil von 8,5 Prozent nun grösster Einzelaktionär des Actionkamera-Herstellers ist. Das geht aus Meldungen an die US-Börsenaufsicht hervor, wie unter anderem «Bloomberg» berichtet. Daraufhin legte die Aktie zeitweise um fast 50 Prozent zu, auch wenn sie weit entfernt von ihren Höchstständen bleibt.
GoPro leidet unter einem angeschlagenen Kerngeschäft. In den vergangenen Jahren haben Smartphones, DJI und Insta360 dem einst dominanten Anbieter Marktanteile abgenommen. Hinzu kommen gestiegene Speicherpreise wegen des KI-Booms. Im Juni warnte GoPro deshalb in einem Finanzbericht, es gebe «erhebliche Zweifel am eigenen Fortbestand».
Fischbach begründet seinen Einstieg damit, dass GoPro an der Börse unterbewertet sei. Bekannt wurde «Markiplier» mit Gaming-Videos zu Indie- und Horrorspielen. Inzwischen zählt er mit knapp 39 Millionen Abonnenten zu den erfolgreichsten YouTubern. Anfang 2026 brachte er mit «Iron Lung» seinen ersten selbstfinanzierten Kinofilm raus, der bei einem Budget von unter 5 Millionen US-Dollar mehr als 50 Millionen Dollar einspielte. «Iron Lung» wurde teilweise hinter den Kulissen mit GoPro-Kameras dokumentiert.
Seine Nähe zur Marke zeigt sich auch im Produktmarketing. Kurz vor Bekanntwerden seiner Beteiligung veröffentlichte Fischbach ein Review der GoPro Mission 1 ILS. Darin lobt er die Kamera über den grünen Klee und vergleicht sie mit der deutlich teureren Red Komodo-X. Das Video beinhaltet einen Affiliate-Code für die Kamera. Seinen Aktionärsstatus erwähnt Fischbach aber nicht. Tech-YouTuber Marques Brownlee kritisiert diese fehlende Transparenz und spricht von einer «Grenze, die selten überschritten wird».
Für GoPro kann der Einstieg von «Markiplier» kurzfristig hilfreich sein. Sein Millioneneinsatz wirkt als Vertrauenssignal, sorgt für Aufmerksamkeit in der Creator-Szene und erleichtert im Idealfall die Vermarktung neuer Produkte wie der Mission-1-Serie. Gleichzeitig löst das nicht die strukturellen Probleme. Der Hersteller kämpft weiter mit der Konkurrenz aus China und einem rückläufigen Kerngeschäft.
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