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Google lanciert Social Network: Shoelace ist in New York ausgerollt

Nach Schemer und Google+ versucht sich Google erneut an einem sozialen Netzwerk. Der experimentelle Arm des Unternehmens, Area 120, hat mit Shoelace ein noch manuell kuratiertes soziales Netz so halb veröffentlicht.

Shoelace heisst die App aus der Google-eigenen Entwicklerschmiede Area 120. Die App ist ein, so weit bekannt, manuell kuratiertes Social Network, das dir Treffpunkte, Events und allgemein Sehenswertes in deiner Nachbarschaft zeigen soll.

Fokus weg von Freunden

Shoelace befindet sich noch in einem experimentellen Status. Sie erinnert aber laut Branchenmagazin AndroidPolice an eine App aus dem Jahre 2011. Damals, noch vor dem mittlerweile ebenfalls wieder eingestellten Google+, hat Google mit Schemer versucht, Facebook das Wasser zu reichen. Hat nicht geklappt. Schemer verschwand 2013 wieder von der Bildfläche.

Shoelace aber erinnert an Schemer dahingehend, dass die App nicht nur auf persönliche Beziehungen setzt, sondern ortsgebunden und persönlich scheint. Das geht so: User werden miteinander und einer Location zusammengeführt, basierend auf ihren Interessen und wohl anderen persönlichen Daten. So soll die Planung des eigenen Soziallebens einfacher und schneller vonstattengehen.

Bisher ist Shoelace nur in New York City, und auch dort nur in ausgewählten Nachbarschaften, verfügbar. Lokale Moderatoren akkreditieren User für die Community, was laut AndroidPolice damals eine der Schwachstellen Schemers war. Die schlechte Moderation sei bei Schemer einer der grössten Nachteile gewesen, schreibt Redaktor Cody Toombs.

Sarah lädt zum Yoga ein. Andere können beitreten
AndroidPolice

Events heissen bei Shoelace «Loops». Ein User kann einen Loop veranstalten und andere Nutzer können dann dazustossen. In Screenshots ist zu sehen, wie eine wohl fiktive Frau namens Sarah ein bisschen Yoga im Park machen will. Andere Nutzer können sich daraufhin melden und in einem Chat die Details besprechen. Interessant: Viel an Shoelace scheint noch manuell kuratiert zu sein.

Wer ist Area 120?

Area 120 ist ein Abteilung Googles. Laut eigenen Angaben ist Area 120 ein Ort an dem «Google 100% der Zeit an den 20%-Projekten arbeiten». Diese 20%-Projekte haben bei Google Tradition, denn ein Mitarbeiter Googles darf 20% der bezahlten Arbeitszeit darauf aufwenden, eigene Projekte zu verfolgen, die dann dem Gesamtunternehmen dienen sollen.

Eine Karte zeigt an, wo Loops stattfinden
AndroidPolice
Im Chat können Details geklärt werden
AndroidPolice

Das Experimentelle bei Area 120 bedeutet aber auch, dass Shoelace nicht zwingend veröffentlicht wird. Oder breit ausgerollt. Ein Blick in die jüngere Geschichte zeigt, dass die Entwickler bei Area 120 Smart Replies entwickelt haben. Diese sind dann in Gmail integriert worden, hatten aber kurz ein Leben als eigenständige App namens Reply. Es könnte Shoelace ähnlich ergehen. Denkbar wäre eine Integration in den Google Kalender oder in Tasks, das bereits in Gmail, den Kalender und andere Produkte der Google Suite integriert ist.

Shoelace APK Download

Wenn du dir Shoelace ansehen möchtest, dann kannst du dir die APK herunterladen und auf deinem Android Smartphone installieren. Die offizielle Seite Shoelaces bietet zudem einen Download für Apples iOS via Testflight an.

In der Schweiz ist die App noch nutzlos
djb

Viel zu sehen gibt es aber in der Schweiz nicht. Du brauchst einen Invite Code und einen gültige US-Telefonnummer. Dazu dann noch die manuelle Akkreditierung eines Moderators. Aber immerhin: Einen Bildschirm kannst du dir ansehen.

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Dominik Bärlocher, Zürich

  • Senior Editor
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

4 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
Es gelten die Community-Bedingungen

User rem3_1415926

Dürfte die bislang eindrücklichste Demonstration sein, was alles möglich ist mit der gigantischen Menge an personalisierten Daten, die das Unternehmen so sammelt...

Hoffe schwer, das Projekt wird wieder eingestampft oder wenigstens als OPTIONALER, eigenständiger "service" veröffentlicht, den niemand haben will. Wenn das Monstrum Geld einspielt, werden unsere Daten noch besser Strukturiert und die Totalüberwachung noch weiter verbessert

11.07.2019
User Yuppie

Lang lebe der Überwachungskapitalismus.:-)

15.07.2019
Antworten
User maclexi0

ausgerollt, und bald wieder eingerollt.

13.07.2019
User tony s

Tinder 2

13.07.2019