Gaming auf High-End-Laptops: Geht das? Der Test zeigt’s

Dominik Bärlocher
Zürich, am 01.10.2017
Digitec-Leser sind sich uneinig, ob man auf einem Laptop überhaupt gamen kann. Und wenn ja, wie gut. «One way to find out», habe ich mir gedacht, mich mit dem Porsche Book One hingesetzt und gespielt.

Das Porsche Book One war während der IFA mein treuer Begleiter. Mit ihm im Gepäck habe ich während ewig lang scheinenden Nachtschichten meine Artikel in Berlin geschrieben. Das Book One hat zwar eine oder zwei Macken, aber nichts, das mir bei der Arbeit irgendwie in den Weg gekommen wäre.

Ich war schon fast wieder bereit, das Gerät zurückzugeben, denn Testgeräte kann ich nicht ewig behalten. Öfter als nicht bereue ich es, einem Gerät «tschüss» sagen zu müssen. Doch in den Kommentaren zum Review des Porsche Book One ist eine Frage aufgekommen, die zur Diskussion wurde. Du kennst das Internet ja. Das geht in etwa so:

Die Frage ist ob man auch mal kurz was daddeln kann drauf. Hast nie ne Runde Overwatch gezockt damit? – Simon.laube

Meine Antwort wäre gewesen: Nein, habe ich nicht. Ich habe in acht Tagen über 100 Stunden Arbeitszeit gehabt. Da habe ich echt keine Lust auf Gaming. Wenn ich irgendwas will, dann Schlaf.

Die Antwort im Internet geht in der Regel aber so:

Auf Laptops kann man prinzipiell nicht zocken. – Fumo

Die Diskussion geht also hin und her. Also habe ich mir gedacht, ich probier das mal aus. Da ich aber fand, dass Mad Max besser zu einem nach einem Auto benannten Laptop passt, habe ich es damit versucht. Mit von der Partie: Video Producer Linus Konetschnig, der mir mit der Kamera über die Schulter geschaut hat.

Der erste Fahrversuch geht in etwa so gut wie im echten Leben

Das Porsche Book One ist ein Laptop der oberen Preis- und Leistungsklasse. Theoretisch steht dem Gamen auf der Kiste nichts im Weg. Ein Blick auf einige Schlüsselspecs genügen um zum Schluss «könnte gehen» zu gelangen. Das ist aber recht vage. Es könnte auch bedeuten: 640x480 mit 256 Farben. Die Frage ist eher: Wie gut geht das?

Zuerst das Arbeitsgerät:

Notebook
Book One (13.30", QHD+, Intel Core i7-7500U, 16GB, 512GB, SSD)
Gebraucht + Geprüft
2291.39
Porsche Design Book One (13.30", QHD+, Intel Core i7-7500U, 16GB, 512GB, SSD)

Die kompromisslose Neuinterpretation des 2-in-1-Konzepts. In einem der dünnsten Convertibles/Detachables der Welt trifft maximale Leistungsfähigkeit auf atemberaubendes Design.

  • Intel Core i7-7500U Dual Core Prozessor
  • 16 GB LPDDR3 RAM
  • Intel HD Graphics 620

Gaming klingt anders. Aber nicht so anders, dass es komplett abwegig ist, dass das Book One nicht mit «Mad Max» klar kommen könnte. Also Steam drauf, Mad Max drauf, Updates drauf und los gehts.

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Es geht los

In der ersten Runde will das Book One das Spiel auf 3200x1800 Pixel mit 59 Hertz abspielen. Hahahaha. Das ist doch extrem optimistisch. Und genau so spielt sich das Ding auch: Gar nicht. Die Grafik ist mehr so eine Art Zeitraffer mit einzelnen Frames, die in fünf Sekunden Abstand auf dem Bildschirm erscheinen. Fraps liest zwar zwei Frames pro Sekunde aus, aber es fühlt sich nach noch weniger an.

Wir tüfteln

«Die Grafik, was», fragt Linus. Er hat das beim Aufbau der Kameras schon vorhergesagt und es war offensichtlich. Also probieren wir die Grafik runterzuschrauben. Da 3200x1800@59Hz komplett unspielbar war, mache ich einen guten Schritt nach unten.

  • 3200x1800@59Hz: Zwei Frames pro Sekunde
  • 1920x1200@59Hz: unspielbar
  • 1920x1050@59Hz: unspielbar
  • 1600x900@59Hz: unspielbar
  • 1440x900@59Hz: spielbar, aber kacke
  • 1024x768@59Hz: spielbar, aber immer noch Müll
  • 800x600@59Hz: passabel
  • 640x480@59Hz: gut spielbar, aber des Spiels wie auch des Spielers unwürdig

Das Resultat spricht also für sich: Wenn du unbedingt ein Game spielen willst, dann macht das Book One sicher mit. Aber wenn du Mad Max mit Ansprüchen an die Grafik spielen willst, dann bist du mit dem Gerät schlecht beraten. Die Staubwolken hinter meinem Auto sehen aus wie anno 1997, der Himmel ist grau und die Aussicht schlecht. Es macht einfach keinen Spass.

Die Sache ist aber die: Nur weil Mad Max nicht geht, heisst das noch lange nicht, dass Overwatch oder Fifa auch nicht spielbar sind. Jedes Game hat so seine eigenen grafischen Eigenheiten und ist anders optimiert. Das erklärt, warum das zehn Jahre alte Game Crysis noch immer auf so wenigen Systemen mit den höchsten Grafikwerten läuft.

Fazit

Wenn ich jetzt unbedingt eine Mad-Max-Mission zu Ende spielen wollen würde, dann würde ich das auf dem Porsche Book One durchaus tun. Es muss aber schon wichtig sein und nicht einfach so «Ein bisschen Verfolgungsjagd». Aber wenn nur die kleinste Chance besteht, dass ich das auf einem System tun kann, das mehr Grafikleistung bringt, dann werde ich sie nutzen.

So. Fertig. Probier’s doch auch mal aus. Einfach nur weil du kannst und weil du vielleicht einen guten Lacher willst.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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