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Fujifilm bringt schnelle Kamera X-H2S und ein Supertele

David Lee
Zürich, am 31.05.2022

Fujifilm kündigt heute die schnelle Kamera X-H2s sowie zwei neue Objektive an – eines davon ist ein Super-Tele mit 150 bis 600 Millimetern Brennweite.

Die neue Fujifilm X-H2S richtet sich an Sport-, Action- und Tierfotografen, denn sie ist auf Tempo getrimmt. Die Specs dazu sind beeindruckend: Im Serienbildmodus erreicht sie bis zu 40 Fotos pro Sekunde ohne Blackout und mit nachgeführtem Autofokus. Bei der immer noch hohen Geschwindigkeit von 30 JPEGs oder 20 RAW-Fotos pro Sekunde kann sie ihr Tempo über 1000 Bilder ohne Unterbruch halten. Bei Videos schafft sie 4K mit 60 Frames pro Sekunde ohne Crop. Im Hispeed-Modus erreicht die Kamera gar 120 FPS bei 4K und 240 FPS bei Full HD.

Möglich macht das die Kombination von schnellem Autofokus, schnellem Prozessor und schnellem Sensor.

Sensor ohne Rolling-Shutter-Effekt

Die Auflösung des neu entwickelten Sensors beträgt 26,1 Megapixel. Es handelt sich wie bei Fujifilm üblich um einen X-Trans-Sensor. Das Besondere daran: Es ist ein Stacked Sensor, der mit 1/151 Sekunde im Foto-Modus und 1/180 Sekunde im Video-Modus ausgelesen wird. Dies reduziert Rolling-Shutter-Effekte auf ein kaum sichtbares Minimum. Rolling-Shutter-Effekte sind unerwünschte Bildverzerrungen, die bei schnellen Bewegungen entstehen können, weil das Bild sich ändert, während die Kamera den Sensor zeilenweise ausliest.

Es gibt bereits einige Kameras mit ähnlich schnellen Sensoren, etwa die Sony Alpha 9 II und die Alpha 1, die Canon R3 oder die Nikon Z9. Die grosse Mehrheit der Kameras hat jedoch immer noch viel langsamere Sensoren, bei denen der Rolling-Shutter-Effekt nur durch den mechanischen Verschluss beseitigt werden kann. Dieser kann aber bei Videos nicht verwendet werden, ist nicht lautlos und die Serienbildgeschwindigkeit ist tiefer.

Autofokus und Prozessor

Die Kamera berechnet den Fokus und die Belichtung 120 Mal pro Sekunde. Der Autofokus ist laut Fujifilm nicht nur deutlich schneller, sondern erkennt die Motive auch besser. Auch der Prozessor ist neu und soll neben erhöhter Geschwindigkeit auch eine bessere Auflösung im tiefen ISO-Bereich sowie weniger Rauschen im hohen ISO-Bereich bringen. Das ganze bei tieferem Stromverbrauch.

Weitere Merkmale

Das Design ähnelt dem Vorgängermodell X-H1. Die H2S hat ebenfalls ein Zweit-LCD auf der Oberseite, einen grossen Handgriff, der sie für schwere Objektive gut nutzbar macht, und ist generell robust gebaut. Sie verfügt über einen separaten Video-Auslöser. Beim Foto-Auslöser wurde der Druckpunkt verbessert, um vom Gefühl her einfacher zwischen halb und ganz durchgedrückt zu unterscheiden.

Der eingebaute Bildstabilisator kompensiert bis zu sieben Belichtungsstufen und ist laut Fujifilm eine Neuentwicklung.

Der OLED-Sucher vergrössert 0,8-fach und erreicht eine Wiederholrate von 120 fps. Die Auflösung beträgt 1600×1200 Pixel. Videos kann die Kamera auch mit 6,2K/30p aufnehmen. Sie bietet 4:2:2 10 Bit und unterstützt unter anderem den Codec Apple ProRes 422 HQ.

Die beiden Kartenfächer sind kombinierte Slots, in die sowohl SD-Karten als auch CFexpress-Karten vom Typ B gesteckt werden können.

Die neue Fujifilm X-H2S wird voraussichtlich ab Juli 2022 erhältlich sein.

X-H2S Body (26.16 Mpx, APS-C / DX)
2449.–
Fujifilm X-H2S Body (26.16 Mpx, APS-C / DX)
3

Neue Objektive

Ebenfalls ab Juli 2022 wird ein Superteleobjektiv mit Brennweite 150 bis 600 Millimetern erhältlich sein. Das entspricht im Vollformat einem Bildausschnitt von ungefähr 225 bis 900 Millimetern. Die Lichtstärke reicht von f/5,6 bis f/8. Mit dem integrierten Bildstabilisator kann der Fotograf oder die Fotografin bis zu fünf Stufen länger belichten. Der Fokusmotor sei schnell, leise und akkurat, schreibt Fujifilm.

Das Objektiv ist kompatibel mit Fujifilms 1,4- und 2-fach-Telekonvertern. Es wiegt 1605 Gramm.

Fujinon XF 150-600mm F5.6-8 R LM OIS WR
1969.–
Fujifilm Fujinon XF 150-600mm F5.6-8 R LM OIS WR
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Erst im September 2022 kommt das «XF18-120mm F4 LM PZ WR». Die Abkürzung PZ steht für Power Zoom, sprich es hat einen motorbetriebenen Zoom-Mechanismus. So lassen sich Videos mit gleichmässigem Zoom realisieren. Ebenfalls praktisch für Videoaufnahmen: Der Bildausschnitt verändert sich beim Fokussieren kaum und die Lichtstärke bleibt beim Zoomen konstant auf f/4.

XF 18-120mm F4 WR
949.–
Fujifilm XF 18-120mm F4 WR

Des Weiteren gibt Fujifilm die Entwicklung von drei neuen Objektiven bekannt, zu denen aber noch kein Erscheinungsdatum bekannt ist:

  • XF56mm F1.2: Eine 56-Millimeter-Festbrennweite mit Lichtstärke f/1,2 und höchster Bildqualität. Aufs Vollformat umgerechnet entspricht der Blickwinkel etwa dem eines typischen 85er-Porträtobjektivs.
  • XF30mm F2.8 R Macro: Der Name sagt es schon: Ein Makro-Objektiv mit Brennweite 30 mm und f/2,8 Lichtstärke. Es soll kompakt und leicht sein und sich so auch als Standard-Objektiv für Porträts, Landschaften usw. eignen.
  • XF8mm F3.5: Ein kompaktes Ultraweitwinkel-Objektiv.

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Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere. 


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