Fitbit Versa 2 im Test: «Alexa, mach mich fit»
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Fitbit Versa 2 im Test: «Alexa, mach mich fit»

Jan Johannsen
Jan Johannsen
Hamburg, am 28.10.2019
Fitbit glaubt, dass sein Fitness-Wearable besser wird, wenn du mit ihm sprechen kannst. Deswegen kannst du bei der Versa 2 dem Sprachassistenten Alexa Befehle erteilen. Wozu das gut ist und was die smarte Sportuhr sonst zu bieten hat, erfährst du hier.

Die Fitbit Versa 2 bietet dir jenseits des Sprachassistenten zahlreiche Funktionen: Die Basis bilden Schritte zählen, die Herzfrequenzmessung, gestiegene Etagen zählen, verbrannte Kalorien berechnen und aktive Minuten erfassen. Dazu kommen eine Schlafüberwachung und für Frauen ein Zyklus-Tracking.

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Schlafen, Sport und mehr

Besonders praktisch finde ich die automatische Aktivitätserkennung. Sie identifziert ziemlich zuverlässig ob ich gehe, jogge oder Rad fahre. Andere Sportarten tauchen meist nur als «Aktivität» auf. In diesem Fall oder bei einer falschen Zuordnung – mein (Flag-Football-Training!) hat die Versa 2 auch schon als Aerobic abgespeichert – kannst du in der Fitbit-App sagen, um welche Sportart es sich handelt. Im Idealfall lernt der Algorithmus mit der Zeit dazu und erkennt immer mehr Sportarten. Dabei greift er auf Bewegungs- und Pulsdaten zurück. GPS muss nicht aktiv sein.

Mehrere Sportarten kannst du manuell tracken.
Mehrere Sportarten kannst du manuell tracken.

Genauere Werte bekommst du zu einigen Sportarten, wenn du sie manuell trackst. Die Versa 2 stellt dir Laufen, Radfahren, Schwimmen, Laufband, Gewichte, Workout und einen Intervall-Timer zur Auswahl. Beim Laufen und Radfahren aktiviere ich gerne die automatischen Pausen, damit die Wartezeit an der Ampel mir nicht die Pace versaut. Für eine GPS-Ortung und genauere Tempo- und Streckendaten, musst du ein Smartphone dabei haben. Da die Versa 2 kein eigenes GPS hat, holt es sich die Standortdaten vom Handy.

Musik für Sport

Willst du beim Sport Musik hören und hast dein Smartphone nicht dabei, kann die Fitbit Versa 2 einspringen. Dafür musst du aber noch MP3-Dateien haben oder zahlender Deezer-Nutzer sein, um Playlisten auf das Wearable herunterzuladen. Die Übertragung findet in beiden Fällen drahtlos per WLAN statt. Bei den Kopfhörern gibt es weniger Einschränkungen. Du kannst eigentlich jedes Bluetooth-Modell mit der Versa 2 koppeln.

Eine Spotify-App findest du ebenfalls auf der Versa 2. Die speichert allerdings keine Musik offline, sondern ist nur eine Fernbedienung an deinem Handgelenk, wenn du den Streaming-Dienst auf deinem Smartphone nutzt. Das ist enttäuschend.

Symmetrie, Armbänder und nur noch eine Taste

Optisch hat sich die Versa 2 gegenüber ihrer Vorgängerin verbessert. Der Fitbit-Schriftzug unterhalb des Displays ist verschwunden. Deswegen sitzt der Touchscreen nun mittig und durch die Symmetrie sieht die Uhr besser aus. Ansonsten bleibt es bei vielen abgerundeten Kanten. Die Armbänder lassen sich weiterhin ohne Werkzeug wechseln und Fitbit sowie Drittanbieter halten eine große Auswahl bereit, wenn dir das schlichte einfarbige Kunststoffarmband aus der Packung nicht gefällt.

Die Armbänder lassen sich ohne Werkzeug wechseln.
Die Armbänder lassen sich ohne Werkzeug wechseln.

Die Fitbit Versa 2 sitzt bequem am Handgelenk. Sie stört weder beim Sport noch im Alltag. Der Verschluss des Armbands hält sicher, lässt sich aber trotzdem unkompliziert schließen und öffnen.

Im Vergleich zu seinen bisherigen Fitnessuhren hat Fitbit bei der Versa 2 die zwei Tasten an der rechten Seite gestrichen. Es gibt nur noch eine Taste auf der linken Seite. Mit ihr schaltest du das Display ein und aus. Außerdem gelangst du über sie jederzeit auf das Start-Zifferblatt. Am wichtigsten dürfte es aber sein, sie gedrückt zu halten, um Alexa zu starten.

Die übrige Bedienung der Versa 2 erfolgt über den Touchscreen. Du wischt dich horizontal und vertikal durch die Menüstruktur und tippst auf die gewünschten Menüpunkte. Das ganze ist übersichtlich gestaltet und ich gelange schnell zur gewünschten Funktion.

Hinter dem Spotify-Symbol steckt eine kleine Enttäuschung.
Hinter dem Spotify-Symbol steckt eine kleine Enttäuschung.

Sprich mit deiner Uhr

Auf der Fitbit Versa 2 wartet Alexa darauf, deine Befehle entgegen zu nehmen. Sofern du dich über die Fitbit-App mit deinem Amazon-Konto angemeldet hast, was ziemlich einfach ist. Du kannst den Sprachassistenten Fragen stellen und Aufgaben geben. Diese reichen von der Einkaufsliste über Wecker und Nachrichten inklusive Wetter bis zur Steuerung von Smarthome-Geräten. Damit das Ganze funktioniert, muss sich dein Smartphone in der Nähe befinden und per Bluetooth mit der Sportuhr verbunden sein.

Alexa kann viel mehr als nur das Wetter ansagen.
Alexa kann viel mehr als nur das Wetter ansagen.

Alexa reagiert allerdings nicht wie bei anderen Geräten wenn du «Alexa» sagst. Stattdessen musst du die Taste an der linken Seite der Versa 2 gedrückt halten, um den Sprachassistenten zu starten. Da das Wearable keinen Lautsprecher hat, sind die Antworten von Alexa nicht zu hören. Du musst sie auf dem Display ablesen. Das macht die Nutzung von Alexa etwas aufwändiger, aber immerhin musst du dir nicht jede lange Antwort komplett anhören.

Du kannst über die Versa 2 auf alle deine Alexa-Skills zugreifen. Einschränkungen gibt es nicht und wenn du neu bei Fitbit bist, kannst du nun auch über den Fitbit-Skill deine Leistungsdaten abfragen. Das mag überflüssig klingen, aber das Wearable an deinem Handgelenk, zeigt nicht alle Daten an, die du in der App sehen könntest. Dazu gehören wie du geschlafen hast oder welche Aktivitäten Fitbit automatisch erkannt hat.

Alexa weiß bescheid.
Alexa weiß bescheid.

Nutzt du Alexa bereits intensiv, wirst du die Sprachsteuerung auch auf der Versa 2 nutzen. Sie ist allerdings nicht so toll geworden, dass dich das Wearable davon überzeugen wird, den Sprachassistenten voll zu sabbeln.

Nur noch eine Taste.
Nur noch eine Taste.

Falls du Bedenken hast, dass Amazon dich die ganze Zeit über dein Handgelenk belauscht, könnten dich zwei Dinge beruhigen. Alexa hört nicht wie bei anderen Geräten dauerhaft zu, um auf das Stichwort «Alexa» zu reagieren. Zudem benötigt Alexa zum Funktionieren eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone, sonst passiert nach deiner Ansage gar nichts. Und falls du Alexa gar nicht nutzen willst, kannst du das Mikrofon in den Einstellungen komplett deaktivieren und dich gar nicht erst bei Alexa anmelden.

Lange Akkulaufzeit

Der Akku der Fitbit Versa 2 hält für ein Wearable eine kleine Ewigkeit. Er verliert knapp zehn Prozent Ladung am Tag – unabhängig davon ob Bluetooth eingeschaltet ist oder nicht. Nach neun Tagen verliere ich allerdings den Mut und habe die Batterie bei 15 Prozent wieder aufgeladen.

Fazit: Die Sprachsteuerung hilft nicht jedem

Die Fitbit Versa 2 ist optisch schöner geworden als der Vorgänger. Die Bedienung über den Touchscreen funktioniert wunderbar und die Akkulaufzeit ist der Hammer. Du bekommst viele Infos über deinen Schlaf, deinen Körper und deine Aktivitäten geliefert, die dich im besten Fall motivieren. Zusätzlich bietet Fitbit auch ein kostenpflichtiges Trainingsprogramm an, dass dich vom Handgelenk aus anleitet.

Alexa ist allerdings nur ein Argument, wenn du den Sprachassistenten wirklich benutzt. Ohne ihn sind die Unterschiede bei den Funktionen gegenüber dem Vorgänger gering, so dass ein Wechsel sich nicht aufzwingt.

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Mit der Versa Lite hat Fitbit zudem noch eine günstige Alternative ohne Alexa im Angebot. Sie sieht ähnlich aus und bietet grundsätzlich die gleichen Funktionen. Die Ausnahmen: Auf der Lite-Version kannst du keine Musik speichern, dir keine Trainingsanleitungen anzeigen lassen sowie weder drahtlos bezahlen noch Etagen in den Aktivitäten oder Runden sowie verbrannte Kalorien beim Schwimmen messen lassen. Wenn dich das nicht stört, ist die Versa Lite ebenfalls ein hilfreiches und gutes Fitness-Wearable.

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Jan Johannsen
Jan Johannsen
Content Development Editor, Hamburg
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de.

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