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Jolla Phone mit Sailfish OS: Ein Smartphone mit Nokia-Wurzeln
von Jan Johannsen

Der herstellerunabhängige Standard Aliro soll das proprietäre Chaos bei Smartschlössern beseitigen. Damit wird auch der Einstieg in die Welt der Smart Locks einfacher.
Smarthome ist in aller Munde – und steht trotzdem noch am Anfang. Das lässt sich zum Beispiel daran ablesen, dass herstellerübergreifende Standards und Protokolle wie Matter sich gerade erst durchsetzen. Mancherorts existieren noch gar keine, wie etwa im Bereich der smarten Türschlösser. Hier kochte bislang jeder Hersteller sein eigenes Süppchen: Schlösser funktionierten bisher nur mit passenden Hersteller-Apps und schon gar nicht plattformübergreifend.
Aber das wird sich bald ändern: Der 2023 erstmals angekündigte offene Smart-Lock-Standard Aliro steht in den Startlöchern. Mehrere Websites, etwa Ubos, berichten, dass Aliro 1.0 fertiggestellt wurde und der Zertifizierungsprozess abgeschlossen ist.
Auf der CSA-Website erfährst du mehr über Aliro.
Aliro dient als Protokoll, mit dem sich Mobilgeräte und Wearables als Schlüssel für Smart Locks nutzen lassen. Das Ziel: herstellerübergreifend freihändig Türen zu öffnen – ohne eine App zu öffnen, einen Code über ein Tastenfeld einzugeben oder deinen Fingerabdruck zu scannen. Mit einem Aliro-zertifizierten System ist es egal, ob deine Gäste ein Apple- oder Android-Smartphone verwenden und es sind auch keine Hersteller-Apps notwendig, um digitale Schlüssel zu nutzen.

Außerdem kannst du mit Aliro die Smart Locks verschiedener Hersteller kombinieren und etwa an der Haustür ein anderes Produkt nutzen als an der Kellertür. Das senkt die Hemmschwelle für den Umstieg auf Smart-Lock-Systeme, weil du dich nicht final auf eine Plattform festlegen musst.
Hinter Aliro steht die Connectivity Standards Alliance (CSA), eine Organisation, die herstellerübergreifend Smart-Home-Protokolle und -Standards entwickelt. Die CSA ist auch für Zigbee und Matter verantwortlich.
Für die Entwicklung von Aliro hat sie sich mit Branchengrößen zusammengetan, die ein Interesse an einer verbesserten Zugänglichkeit und einer höheren Verbreitung von Smart-Lock-Systemen haben. Dazu gehören Apple, Google, Samsung und Qualcomm. Insgesamt sind laut eigenen Angaben fast 200 Unternehmen beteiligt.
Aliro definiert ein einheitliches Protokoll für die Nutzung von NFC (Near Field Communication), BLE (Bluetooth Low Energy) und UWB (Ultra-Wideband). Mit NFC lässt sich eine Tür durch das Tippen aufs Smartphone öffnen, wie du es vielleicht vom kontaktlosen Bezahlen bereits kennst.
UWB ist eine Funktechnologie, mit der das Schloss bis auf wenige Zentimeter genau die Position eines autorisierten Gerätes bestimmt. Dadurch kannst du genau festlegen, in welcher Entfernung die Tür geöffnet werden soll: Echtes, sinnvolles «hands-free Unlocking» ist mit UWB möglich. So bleibt die Tür zu, wenn jemand mit dem Smartphone in der Nähe herumläuft – und öffnet sich, wenn du mit vollen Einkaufstaschen genau davor stehst.
In Apple Home Key funktioniert UWB bereits, für Android gab es jedoch keine einheitlichen Definitionen. Aliro integriert die UWB-Features von Apple jetzt in den offenen Standard, womit sie auch für Android-User zur Verfügung stehen.
Der Standard soll sowohl im privaten Bereich als auch in Unternehmen, Hotels und Zugangssystemen zum Einsatz kommen. Es ist zu erwarten, dass große Smart-Lock-Hersteller wie Yale, Nuki und Aqara Aliro bei der künftigen Produktentwicklung miteinbeziehen. Leider werden viele bereits vorhandene smarte Türschlösser den Standard nicht nachrüsten können, weil dafür NFC- und UWB-Module verbaut sein müssen. Mit den ersten Aliro‑zertifizierten Produkten ist im Laufe des Jahres 2026 zu rechnen. Das Einhalten von Sicherheitsstandards ist Voraussetzung für eine Aliro-Zertifizierung.
Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.
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