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Einsteiger-Tipps für den 3D-Drucker: So haften deine PLA-Prints

Du willst in den 3D-Druck einsteigen? Oder du hast dir bereits einen 3D-Drucker für Anfänger gekauft, aber deine Prints wollen einfach nicht haften? Mit etwas Feintuning und ein paar Hausmitteln lösen sich deine PLA-Drucke künftig nicht mehr von der Bauplatte

Wenn Prints nicht haften, nervt das. Im Internet findest du allerlei nett gemeinte Tipps, die dir meist nicht wirklich weiterhelfen. Ein paar davon erwähne ich zwar ebenfalls, aber ich zeige dir auch Hausmittel im Kampf gegen sich ablösende Prints. Als kleine Vorbemerkung: Der Guide bezieht sich auf 3D-Drucker ohne Heizbett und PLA-Filament.

Bauplatte leveln

Den Tipp liest du sicher nicht zum ersten Mal. Dennoch ist es wichtig, dass du deine Bauplatte korrekt einstellst. Zwischen Düse und Bauplatte solltest du mit etwas Druck ein 80-g/m2-Papier schieben können. Bei manchen Druckern, wie dem Wanhao Duplicator i3 Mini, musst du die Düse noch etwas näher einstellen.

Skirt, Brim und Raft

Diese Begriffe beziehen sich nicht etwa auf die Modewelt, sondern bezeichnen verschiedene Drucktechniken, die deinen Druck zum Haften bringen, und für einen sauberen ersten Layer sorgen. Für PLA empfehlen sich Skirt und Brim. Persönlich drucke ich bei PLA immer einen Brim, damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht und du verbrauchst dabei nicht allzu viel Filament.

Skirt

Beim Skirt druckt der Printer einen Kreis um deinen Druck, ohne diesen zu berühren. Dadurch siehst du, wie dein Drucker arbeitet und wie das Filament aus der Düse kommt. Falls das Filament unsauber aufgetragen wird oder bereits vor dem Drucken rauskommt, kannst du noch vor dem eigentlichen Druck reagieren.

Ein Skirt kann deinen Print zudem von Ausseneinflüssen wie Zugluft schützen. So kühlt dein Druckobjekt nicht so schnell ab und sollte besser haften.

Brim

Der Brim funktioniert im Prinzip wie der Skirt, nur dass er den Rand deines Prints berührt. Damit haftet der Print auf einer grösseren Fläche und wird dadurch stabiler. Hinzu kommen die Vorzüge des Skirt. Du siehst, wie das Filament aus der Düse kommt und wie dein Drucker arbeitet.

Je nach Drucker kann es vorkommen, dass das Filament vor dem Druck aus der Düse kommt. Sobald der Druckkopf Kontakt mit der Bauplatte hat, liegt dieses Filament im Weg und führt zu einem unsauberen Auftragen. Anstatt den Druck gleich abzubrechen, schiebe ich das Filament, bevor die Düse mit Auftragen beginnt, zur Seite. Sollte trotzdem noch etwas verschmieren, ziehe ich einfach überflüssiges Filament während dem Drucken des Brims von der Bauplatte. So ist der Brim zwar nicht mehr ganz so breit, da ich das in der ersten Runde mache, ist das aber nicht weiter schlimm.

Raft

Das Raft ist eine Erweiterung des Brims. Statt an den Print, druckt dein 3D-Drucker deinen Print auf das Raft. Beim PLA-Druck in einem Drucker ohne Heizbett habe ich damit keine guten Erfahrungen gemacht. Das Filament kühlt zu schnell ab und der Print haftet dann nicht auf dem Raft.

Geh’s gemächlich an

Der erste Layer eines 3D-Prints ist der wichtigste. Haftet dieser nicht, ist uneben oder stimmt sonst etwas nicht, kann das einen negativen Einfluss auf deinen Print haben. Ich gehe deshalb den Druck des ersten Layers und den darauffolgenden langsam an. Stell die Druckgeschwindigkeit für die ersten Layer auf 50 Prozent der eigentlichen Geschwindigkeit. Dadurch wird garantiert, dass das Filament sauber aufgetragen wird und du erkennst mögliche Probleme frühzeitig.

Hausmittel

Sollten deine Prints trotz dieser Tipps nicht haften, kannst du zu Hausmitteln greifen. Malerband und Klebestift sind die besten Freunde jedes Hobby-3D-Druckers. Beim PLA-Druck greife ich immer auf diese zurück. PLA haftet bereits auf Malerband relativ gut. Wenn du dieses noch mit Klebestift bestreichst, sitzen deine Prints bombenfest auf dem Druckbett. Auch das Ablösen ist dann ein Leichtes. Du musst nur noch das Malerband abziehen. Wichtig: Druckst du auf diese Art und Weise, empfehle ich dir, deine Bauplatte mit aufgeklebtem Malerband zu leveln.

Mit diesen Tipps und Tricks sollten deine ersten Gehversuche beim PLA-Druck nicht von genervten Wutausbrüchen begleitet werden.

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User

Kevin Hofer, Zürich

  • Editor
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

3 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
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User dima.leigr

Das wichtigste ist eine fettfreies Druckbett. PLA auf eine geheizte Glasplatte geht ganz gut. Vorher gut mit Alkohol reinigein.
Ich musste vor kurzem für eine Hochschule ein paar Ultimaker warten. Exzessiver gebrauch von Leimstift hat regelmässig die Düsen verstipoft. Das schlimmste was man machen kann ist ausserfem Sprühkleber direkt auf die eingesetzte Druckplatte anwenden, die Riemen und Pullies sind nun vollkommen veklebt.

06.01.2019
User Zeus_0815

Guter Artikel, hier noch 2 Ergänzungen: wenn man Leim benutzt, immer nach einem Print wieder wegputzen, da zu dicke Leimschichten eher kontraproduktiv sind. Und brims sind nur zu empfehlen, wenn das Objekt keinen zu feinen oder detaillierten footprint hat.

06.01.2019
User BahadirM

Für einige wird wohl dieser Anglizismus schwer zu verstehen sein ;)

09.12.2018