Sind schon bald alle Smarthome-Geräte kompatibel? Das «CHIP»-Projekt soll's ermöglichen. Quelle: Techtest.org
Sind schon bald alle Smarthome-Geräte kompatibel? Das «CHIP»-Projekt soll's ermöglichen. Quelle: Techtest.org
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Ein Smarthome-Standard für alle – Apple, Google und Amazon ziehen am selben Strang

Raphael Knecht
Zürich, am 19.12.2019
Wenn drei Tech-Riesen ihre Macht bündeln, dann horcht die Welt auf: Apple, Google und Amazon arbeiten an einem einheitlichen Smarthome-Standard. Die Revolution der Branche oder Datenklau im grossen Stil?

Im Rahmen des «Connected Home over IP»-Projekts – abgekürzt mit «CHIP» – haben Apple, Google, Amazon und weitere Mitglieder der Zigbee Alliance bekannt gegeben, dass sie an einem neuen, lizenzfreien Verbindungsstandard für Smarthome-Geräte arbeiten. Die Sicherheit und der Datenschutz sollen dabei an erster Stelle stehen und einer der Hauptpfeiler des Designs sein. Ein unerwarteter Segen für Kunden und Hersteller oder ein cleveres Täuschungsmanöver der drei Grossen, um noch einfacher an deine Daten zu kommen?

Der Apple Homepod: Schon bald mit Alexa und Google Assistant kompatibel? Quelle: Techgarage
Der Apple Homepod: Schon bald mit Alexa und Google Assistant kompatibel? Quelle: Techgarage

Endlich: ein Standard für alle Geräte

Das Ziel des Projektes ist zweigeteilt. Einerseits wollen Apple, Google und Amazon, dass möglichst alle Smarthome-Geräte miteinander kompatibel werden. Wenn du heute ein neues Gerät in dein Smarthome-Universum integrieren willst, musst du darauf achten, mit welchen Standards dein Produkt arbeiten kann. Die Anschaffung eines Smarthome-Gadgets ist momentan nicht nur eine Frage des Preises, sondern vor allem der Interoperabilität. Mit dem neuen Standard soll diese Hürde beseitigt werden.

Auch zielt der neue Standard darauf ab, dass die Entwicklung und Produktion neuer Smarthome-Geräte für die Hersteller vereinfacht werden soll. Deshalb beteiligen sich nebst den drei Branchenriesen Apple, Google und Amazon viele Mitglieder der Zigbee Alliance, darunter Somfy, Ikea, Schneider Electric, Signify, Silicon Labs, Wulian, Samsung Smartthings, Resideo, NXP Semiconductors und Legrand. Das CHIP-Projekt ist ausserdem offen für weitere Unternehmen – seien dies Gerätehersteller, Prozessorlieferanten oder andere Entwickler aus dem Smarthome-Geschäft.

Der neue Standard baut auf den Protokollen bestehender Smarthome-Geräte auf. Quelle: AndroidPIT
Der neue Standard baut auf den Protokollen bestehender Smarthome-Geräte auf. Quelle: AndroidPIT

Nicht nur sicher, sondern auch zuverlässig

Das Projektteam will nicht das Rad neu erfinden. Die Mitglieder wollen bei bereits bestehenden Standards und Produkten ansetzen und die neue Lösung auf diesen aufbauen. So wird die Entwicklung des neuen Standards erheblich schneller vorangetrieben. Das neue CHIP-Protokoll soll auch bestehende Technologien ergänzen und Smarthome-Geräteherstellern den Bau von Alexa-, Siri- und Google-Assistant-kompatiblen Produkten erleichtern.

Das CHIP-Projekt hat es sich auf die Fahne geschrieben, einen Standard für smarte Heimgeräte zu entwickeln, der sicher, zuverlässig und nahtlos funktioniert, respektive bedient werden kann. Die Basis soll das Internet Protocol (IP) bilden. Darüber werden Kommunikationsmethoden über Smarthome-Geräte, mobile Apps und Cloud Services standardisiert.

«Connected Home over IP»: Eine Smarthome-Revolution oder nur ein Bündnis, um an deine Daten zu kommen? Quelle: Giga
«Connected Home over IP»: Eine Smarthome-Revolution oder nur ein Bündnis, um an deine Daten zu kommen? Quelle: Giga

Das «Connected Home over IP»-Projekt klingt – insbesondere bei Beteiligung der Tech-Giganten Apple, Google und Amazon – vielversprechend und Szenen-Kenner erhoffen sich Grosses. Ob das Ganze die Smarthome-Branche tatsächlich revolutioniert oder nur ein Versuch ist, noch einfacher an die Daten der User zu kommen, zeigt die Zukunft.

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Raphael Knecht
Raphael Knecht
Teamleader Editorial digitec, Zürich
Wenn ich nicht gerade haufenweise Süsses futtere, triffst du mich in irgendeiner Turnhalle an: Ich spiele und coache leidenschaftlich gerne Unihockey. An Regentagen schraube ich an meinen selbst zusammengestellten PCs, Robotern oder sonstigem Elektro-Spielzeug, wobei die Musik mein stetiger Begleiter ist. Ohne bergige Rennrad-Touren und intensive Langlauf-Sessions könnte ich nur schwer leben.

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