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Millionen-Drama um «Subnautica 2»: Wie Krafton versuchte, einen Bonus zu verhindern
von Debora Pape

Der juristische Kleinkrieg zwischen «Subnautica 2»-Entwickler Unknown Worlds und dem Mutterkonzern Krafton hält an. Nun gibt es Hinweise darauf, dass Unknown Worlds die Veröffentlichung des lange erwarteten Games selbst übernimmt.
Das amerikanische Entwicklerstudio Unknown Worlds Entertainment und der südkoreanische Publisher Krafton leisten sich seit einigen Monaten den prominentesten Ehekrach der Gaming-Branche. Das Drama hat alles, was das sensationslüsterne Publikum begehrt: gefeuerte und gerichtlich wieder eingesetzte Manager, millionenschwere Bonuszahlungen bis hin zu einem gemeinsamen Baby. Und das heißt «Subnautica 2», das Spiel, auf dessen Veröffentlichung sich auf Steam aktuell die meisten Spieler freuen.
Die ganze bisherige Story liest du in meinem früheren Beitrag.
Nun kommt ein weiteres Kapitel hinzu: Krafton scheint nicht mehr Publisher für «Subnautica 2» zu sein. Auf den für die Vermarktung des Spiels wichtigen Plattformen Steam und Xbox ist Unknown Worlds als Entwickler und laut Steam DB seit dem 7. April auch als Publisher angegeben. Auf der «Subnautica 2»-Website und auf Epic Games wird Krafton aber noch genannt.
Die Änderung hat keine der beiden Seiten bislang kommentiert. Krafton ist/war nicht nur Publisher von «Subnautica 2», sondern seit 2021 auch Eigentümer von Unknown Worlds.
Sollte an dieser neuen Entwicklung etwas dran sein, wirft das Fragen auf. Unklar ist, von wem die Änderung ausging. Hat sich Krafton als Publisher zurückgezogen oder konnte sich der Entwickler befreien? Ein US-Gericht hatte Krafton erst im März untersagt, sich unrechtmäßig die operative Kontrolle über das Studio anzueignen. Die Veröffentlichung von «Subnautica 2» in eigener Verantwortung könnte eine Folge dieses Urteils sein. Damit erlangt Unknown Worlds auch die volle Kontrolle über den Release-Termin. Eine vollständige Trennung der beiden Unternehmen – also ein Rückkauf – ist dagegen eher unwahrscheinlich.
Und was wird aus der hitzig diskutierten Bonuszahlung von 250 Millionen US-Dollar an das Entwicklerstudio? Das Gerichtsurteil im März verbietet Krafton, die Auszahlung durch Eingriffe oder Verzögerungen zu sabotieren. Genau das hatte Krafton nach Ansicht des Gerichts durch die Entlassungen und die Release-Verschiebung von «Subnautica 2» versucht. Erreicht Unknown Worlds die vereinbarten Umsatzziele, ist Krafton verpflichtet, die Prämie auszuzahlen.
Der andauernde Streit weckt immer wieder Sorgen um das Wohlergehen von «Subnautica 2». Das Spiel sollte ursprünglich 2025 erscheinen und war laut Studiogründer Charlie Cleveland im Sommer bereit für die Early-Access-Veröffentlichung. Doch nach der überraschenden Entlassung der beiden Gründer und des Geschäftsführers Ted Gill durch Krafton wurde der Release auf 2026 verschoben. Krafton argumentierte, das Game hinke den Zeitplänen weit hinterher. Der Entwicklungsstand von «Subnautica 2» ist seitdem Kern des Streits.
Aktuell ist kein Release-Termin angegeben. Nach letztem Stand wäre ein Release spätestens im Sommer 2026 strategisch wichtig, um die relevanten Erfolgsziele für den Bonus zu erreichen.
Unknown Worlds veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Dev-Vlogs, in denen bestimmte Aspekte des Spiels vorgestellt werden. Das jüngste Video erschien vor rund einem Monat und zeigt Details zum neuen Base-Building-System. Die betont unaufgeregte Dev-Kommunikation lässt hoffen, dass «Subnautica 2» sich auf einem guten Release-Pfad befindet.
Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.
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