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Dieser Schweizer «PUBG»-Profi mischt ganz vorne mit

Eine Bratpfanne aus Gold und 15'000 Dollar Preisgeld. Darüber durfte sich im vergangenen Herbst Alain «Yukie» Huber freuen. Der Westschweizer E-Sport-Profi holte sich an der Gamescom im Erfolgsspiel «PlayerUnknown's Battlegrounds» einen ersten Platz. Nun kämpft er um die Teilnahme ans IEM in Kattowitz, Polen. Uns erzählt er, wie er es soweit geschafft hat und wieso es E-Sportler in der Schweiz besonders schwer haben.

Ende Februar findet in Polen das nächste grosse Turnier von «PlayerUnknown's Battlegrounds» statt. In der Qualifikation spielen auch zwei Schweizer mit. Einer davon hat am Invitational an der Gamescom 2017 bereits seine erste goldene Bratpfanne gewonnen. Damit gehört Alain Huber aus Freiburg, besser bekannt als Yukie zu den besten der Welt. Aktuell spielt er für das französische E-Sport-Team Millenium. Bevor er in Kattowitz in Polen hoffentlich seine nächste Chance auf ein Chicken Dinner (so nennt sich ein Sieg in «PUBG») erhält, habe ich ihn ein wenig ausgefragt.

Wie war es am Invitational an der Gamescom im Duo den ersten Platz zu belegen und 15'000 Dollar zu gewinnen? Alain «Yukie» Huber: Einen ersten Platz an der Gamescom zu gewinnen, war unglaublich. Es war eine Mischung aus Freude, Stolz und Überraschung. Die 15 000$ (vor Abzug der Steuer) waren für mich ein Bonus. Natürlich freut man sich immer, wenn man Geld gewinnt, aber ich war mehr davon beeindruckt, dass ich einer von nur neun Spieler war mit einem «PUBG»-Titel.

Die Erlösung nach 30 Minuten Anspannung.

Was hast du mit dem Geld gemacht? Das Geld habe ich für nichts Besonderes ausgegeben. Ich habe es auf ein Bankkonto überwiesen und bessere damit jeden Monat etwas mein Gehalt auf, damit ich leben kann.

Wo ist deine goldene Bratpfanne jetzt? Momentan steht die Trophäe auf einem Regal neben meinem Computer. Wenn ich die Zeit und das Geld finde, möchte ich gerne eine Vitrine kaufen, um sie mit anderen Zeitungsartikeln, gewonnene Objekten und hoffentlich den nächsten Trophäen auszustellen.

Yukie (3.v.l.) mit seiner Siegestrophäe neben seinem belgischen Team-Kameraden THZ.
Bild: ESL

Was erwartest du vom IEM-Turnier in Kattowitz? Der Ablauf der IEM Katowice ist ziemlich speziell. Neun Teams sind direkt für den Event eingeladen (3 Nordamerika, 3 Europa, 2 Asien) und sieben Teams können sich qualifizieren (3NA, 3EU, 1SA). Die Qualifikation findet in vier Runden statt. In der letzten Runde (Closed Qualifier) stehen sich acht Direkteingeladene und acht Qualifizierte aus den ersten drei Runden gegenüber. Von den insgesamt 1101 angemeldeten Teams können 512 an der Qualifikation teilnehmen und müssen vier Runden überstehen, um sich für die IEM Katowice zu qualifizieren. Solange wir nicht wissen, gegen wen wir antreten müssen, ist alles möglich.

Gibt es Spieler/Teams, vor denen du dich besonders in Acht nimmst? Nicht wirklich. Bei allen Teams, die regelmässig an Turnieren teilnehmen, kann man sich keine Fehler leisten. Deshalb müssen wir uns vor allen in Acht nehmen.

1:32:00 beginnt das entscheidende Spiel, das Interview ist bei 2:06:30 und die Siegesfeier bei 3:11:50.

Was macht «PUBG» so aussergewöhnlich? Meiner Meinung nach sind alle Battle Royales «identisch», auch wenn sie einzigartige Charakterzüge haben. Was ich damit meine ist, dass das Grundprinzip trotz Unterschiede im Grafikstil, in der Orientierung oder spezifischen Sachen wie bullet drop, dasselbe ist. Die Sache, die den grossen Unterschieden macht zwischen «PUBG» und anderen Battle Royale, ist die Art wie Bluehole (die Entwickler) das Spiel managt. Sie gehen stark auf die Wünsche der Community ein und arbeiten eng mit den Profi-Spielern zusammen, um zu verbessern, was verbessert werden muss.

Im Vergleich zu anderen E-Sport-Titeln spielt in «PUBG» auch der Zufall mit. Macht es das zu einem besseren oder schlechteren E-Sport-Kandidaten? Die zufälligste Seite bei «PUBG» ist die Suche nach Waffen/Medkits am Anfang der Partie. Was das Antizipieren des Zonen-Verlaufs anbelangt und den neuen Kreis-Einstellungen, die von Profi-Teams bei private Matches (Scrims) erarbeitet wurden, ist Zufall praktisch kein Faktor mehr.

Wofür steht Yukie? Das Pseudonym Yukie stammt eigentlich von einer weiblichen Figur, die ich in «World of Warcraft» hatte. Ich wusste anfangs nicht, wie ich sie nennen sollte und habe «japanische Vornamen» gegoogelt. Der Name Yuki gefiel mir in der Liste, aber er war schon besetzt. Also fügte ich noch ein «e» an. Das Lustige ist, dass meine Freunde mich langsam auch im richtigen Leben Yukie nennen.

Wann hast du angefangen, professionell zu spielen? Ich bin erst seit ein paar Monaten unter Vertrag. Aus meiner Sicht bin ich allerdings noch nicht 100 Prozent Profi. Meiner Definition nach bedeutet Profi ausschliesslich von den Einnahmen aus dieser Tätigkeit leben zu können und mein monatliches Einkommen reicht momentan noch nicht dafür.

Diese falschen Ruinen dienten als Kulisse am Invitational an der Gamescom.
Bild: ESL

Ist es ein Vollzeitjob oder noch ein Hobby? Im Moment ist es für mich ein Vollzeitjob. Zwischen meinem Gehalt, meinem Sieg an der Gamescom und andere Einnahmen kann ich es mir leisten, davon zu leben.

Wie oft trainierst du? Am Anfang trainierte ich ungefähr zehn Stunden am Tag. Doch in letzter Zeit, mit den Entwicklungen des Spielstils und der Schaffung von Scrims (privaten Matches) zwischen Profis, wurde meine Trainingszeit verkürzt und ich studiere stattdessen viele Replays/Battles.

Wird es nie langweilig? Viele Leute stellen mir diese Frage, aber es war noch nie ein Problem für mich. Jedes Spiel ist einzigartig, obwohl es anderen ähnlich sein kann.

Über diesen Gewinn würden sich viele freuen.
Bild: Twitter/Yukie

Nicht viele Schweizer spielen auf Pro-Niveau. Denkst du «PUBG» wird das ändern? Ich denke nicht, dass dieses oder jenes Spiel besser ist, um Profi zu werden – egal ob Schweiz oder weltweit. Der Grund, warum nur wenige Schweizer professionelle E-Sportler sind, liegt eher an den hohen Lebensunterhaltskosten und daran, dass wir immer noch Jahre hinter unseren Nachbarn herhinken. Man muss wirklich begeistert sein, um in diesem Gebiet einzusteigen. Denn eine Teilzeitstelle als Kellner oder Kassierer ohne Diplom ist in der Schweiz lukrativer, als die meisten Profi-Verträge.

Was hast du dir für ein Ziel gesteckt? Der erste Schritt wäre meine finanzielle Situation mittelfristig zu stabilisieren, um sicherzustellen, dass ich auf diesem Gebiet, das mich seit meiner Kindheit fasziniert, bleiben kann. Der zweite Schritt wäre an der Entwicklung des E-Sports in der Schweiz mitzuwirken.

Miramar oder Erangel? (Die beiden Maps in «PUBG») 100 Prozent Erangel. Miramar ist meiner Meinung nach derzeit noch weit davon entfernt, für den Wettbewerb einsatzbereit zu sein. Die Map ist voller Buckel, was das Fahren eines Fahrzeugs auf hohem Niveau zu schwierig macht und es gibt zu viel flaches Gelände ohne Felsen oder Bäume, um sich dahinter zu verstecken.

Nicht alle bevorzugen die neue Karte.

Welches ist deine Lieblingswaffe? Die perfekte Kombination, abgesehen vom Airdrop ist für mich: M4/ScarL als Hauptwaffe mit Reddot/Holo und dazu die SKS. Viele Leute finden, dass die Kar besser ist als die SKS. Ich habe mich daran gewöhnt, weil es selten ist, vier Kars in einem Spiel zu finden (für ein 4er-Squad). Wenn fast niemand SKS spielt, kann das bei richtiger Anwendung viel Druck auslösen.

Hast du einen Lieblingsspot? Ich habe eigentlich kein Lieblingsspot auf «PUBG». In normalen Partien spiele ich viel auf der Militärbasis oder in der Schule, um dynamische Spiele zu haben und gut trainieren zu können.

Übung macht den Meister.

Ich spiele auch regelmässig «PUBG». Hast du mir ein paar Tipps? Es gibt zwei Sachen an denen man bei «PUBG» und jedem anderen Battle Royale arbeiten kann:

  • Das Zielen (AIM)
  • Die Strategie Für ersteres hilft am besten, oft und sehr aggressiv zu spielen. So wird das Muskelgedächtnis trainiert und man wird besser. Was die Strategie angeht, ist es das Gegenteil. Man muss überlegen und manchmal entscheiden, nicht auf eine Person zu schiessen, um nicht in eine noch schlimmere Situation zu geraten. Es braucht ausserdem eine gute Mischung aus Aggression und Passivität, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Es gibt kein Geheimrezept, um zu gewinnen. Du musst viel spielen, aber auch anderen Spielern zuschauen, um von ihnen lernen zu können.

Mit welchen Mauseinstellungen spielst du? Und stimmt es, dass Profis meist mit tiefer dpi spielen? Ich spiele mit 800dpi, Empfindlichkeit im Spiel auf 30 und bei den Windows-Mauseinstellungen 6 von 11. Der Grossteil der Profis spielt mit tiefer dpi weil es damit einfacher ist, präziser zu sein. Aber nicht alle Profis spielen so. Es kommt wirklich auf den Spieler an.

Alains Setup Zuhause.
Bild: Twitter/Yukie

Zum Schluss: Welche Hardware benutzt du?

Yukie findest du auf Twitter oder auf Twitch

Update Leider hat es für die Qualifikation fürs IEM in Polen nicht ganz gereicht.

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Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

22 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen

User Softloader

Sehr interessanter und cooler Artikel den Du hier geschrieben hast, Philip! Ich finde es toll dass Ihr mit euren Artikel den Leuten den E-Sport immer näher bringt und auch Leute wie "Yukie" interviewet. Es ist immer spannend etwas von diesen Leuten zu lesen, wenn man sie allgemein nicht verfolgt.

29.01.2018
User Softloader

*Philipp , pardon ^^

31.01.2018
Antworten
User Vectron4k

Glückwunsch Yukie! The Winner takes it all.

29.01.2018
User Anonymous

Keine ahnung wie man im glück haben pro sein kann.

30.01.2018
User Noxorus

Nun nach dem ersten looten ist es nichtmehr wirklich Glück, noch etwas wie sich die Zone bewegt. Aber ich weiss was du meinst, für mich ist es auch zuviel RNG um als E-Sport ernst genommen zu werden. Ausserdem ist das Spiel immernoch extrem buggy, auch nach "1.0"

31.01.2018
Antworten
User gm5star

Mich würde wundernehmen, ob er bei den 800dpi die 30 in-game sensitivity sowohl für Aim als auch im nicht avisierten Modus (normal rumlaufen) nutzt. Ich habs mal probiert, aber wenn ich da über die Felder springe hab ich da bei 800dpi und 30 keine Chance mich in nützlicher Frist zu drehen.

29.01.2018
User Noxorus

Ist alles Übungssache. Viele Pros spielen auf recht tiefen Sensitivitäten in Shootern, da man viel präziser zielen kann. Shroud (ehem. CS Profi) spielt mit 400dpi und 40 oder 45 ingame. Iddqd (Overwatch Pro) spielt mit 400dpi 7 ingame bei Overwatch.

30.01.2018
User Noxorus

*55 nicht 45
reddit.com/r/PUBATTLEGROUND...

30.01.2018
User Mr.Shin-Chan

Spiele CsGo auch mit tiefer Sensitivität.. zwar nicht gleich soo krass tief da ich keinen Platz dafür auf dem Pult habe aber halt so tief es geht. Spiele mittlerweile alle 3 Monate CsGo als Abwechslung und werde immer wieder gleich Gold eingerankt :'D

31.01.2018
User Noxorus

Ja ich spiel auch so tief wie möglich ;) In Pubg momentan auf 700/40

31.01.2018
User gm5star

Ich hab gestern nochmal bisschen in PUBG getestet und bin für mich zum Entschluss gekommen, dass es für mich Sinn macht, die Sensitivität unter dem Setting Zielen/Avisieren(Aim, ADS) niedriger einzustellen als im nicht avisierten Modus (normal rumlatschen und Umgebung beobachten). Bei selben in Game Settings konnte ich gestern zB beim Setting 1000dpi gegenüber 1600 eine klare Verbesserung feststellen. Ist wohl wirklich Gewohnheitssache.

31.01.2018
Antworten
User canonica7

1080ti für PUBG... ^^

29.01.2018
User TheNikk

Ein Traum <3 xD

29.01.2018
User yukie

Hab es am Gamescom gewonnen.
Immer noch 60-80fps in stadt kamp. ^_^

30.01.2018
Antworten
User MikeBlackwater

Guter Artikel Philipp,

Glückwunsch an dich Yukie. Solltest du mal im eParadise in Zürich sein, schau ich die gern mal über die Schulter.
Jedoch ist PUBG für mich kein AAA-Esport Titel und wird es meines Wissens niemals werden
Denn wie viele schon geschrieben haben, es hat zuviele RNG Faktoren.

03.02.2018
User Anonymous

Sorry, nie von Ihm gehört.

02.02.2018
User robynjoyz

bitte bitte liebe Redaktoren... befasst euch mit der Materie, bevor ihr random Leute showcased und von E-Sports redet, wo kein E-Sports besteht. Fremdschämalarm und Facepalmmomente, ähnlich wie bei den 20min Artikeln über "unsere CSGO Profis"...

01.02.2018
User hen_m

Meine Rede,

1x in einem totalen RNG Game gewonnen != Profi

12.02.2018
Antworten