Produkttest

Die Screenbar fürs Notebook ist überraschend gut

Mit der Laptop Lamp bringt BenQ die erste mobile Screenbar für Notebook-Monitore. Zuerst war ich skeptisch, doch nun finde ich das Konzept erstaunlich sinnvoll.

Ich bin ein Screenbar-Fan. Seit Jahren sitzt eine solche LED-Lampe auf meinem Monitor und dient als Bürobeleuchtung. Das Licht wird direkt auf den Schreibtisch geworfen – sozusagen entlang des Bildschirms. Dadurch entstehen keine Reflexionen, das Licht blendet nicht, und trotzdem habe ich eine angenehme Beleuchtung genau dort, wo ich sie brauche.

  • Produkttest

    BenQ Halo 2: Die beste Screenbar bis jetzt

    von Lorenz Keller

Magnetkleber fürs Notebook – das muss leider sein

BenQ hat nun das Konzept geschrumpft und fürs mobile Arbeiten angepasst. Das muss ich ausprobieren, habe ich mir gedacht, und mir vom Hersteller eine Laptop Lamp als Testgerät bestellt. Was ich in der ersten Euphorie nicht bedacht habe: Ich muss die Lampe irgendwie an meinem MacBook befestigen.

Screenbars für klassische Monitore kann ich einfach ans Gehäuse hängen, da der Rand oben dick genug ist und die Konstruktion stabil genug. Die Lampe wird oben aufgesetzt und hinten von einem Gegengewicht abgestützt. Das funktioniert bei den dünnen und flexiblen Laptop-Bildschirmen nicht.

Die Lösung von BenQ sind Magnete: Da die Rückseite der meisten Laptops aber nicht (oder nicht genug) magnetisch ist, muss ich einen gummierten Magnetsticker in Silber oder Anthrazit auf die Rückseite kleben.

BenQ legt zwei Magnetknöpfe bei und eine Papierschablone, um diese am richtigen Ort anzubringen.
BenQ legt zwei Magnetknöpfe bei und eine Papierschablone, um diese am richtigen Ort anzubringen.

Das hat mich Überwindung gekostet. Einerseits, weil der Kleber hässlich aussieht. Andererseits, weil ich eine Schutzfolie von Dbrand auf dem MacBook angebracht habe und ich befürchte, diese bei der Entfernung des Klebers zu beschädigen. Spoiler: Das ist tatsächlich passiert.

Immerhin: Der Magnetsticker lässt sich rückstandsfrei und relativ einfach entfernen, wird dabei aber zerstört. Ich kann ihn also nicht nur ankleben, wenn ich das Licht brauche. Und die Kombination mit einer Folie ist nicht empfehlenswert.

Transportieren kann ich die Lampe in zwei Teilen im beigelegten Etui.
Transportieren kann ich die Lampe in zwei Teilen im beigelegten Etui.

Vom trostlosen Hotelzimmer zum Office für unterwegs

Nicht nur wegen des Klebers war ich kritisch: Bringt so eine kleine Akku-Lampe überhaupt etwas? Doch dann sitze ich in Italien an einem kleinen Tisch, die Deckenlampe beleuchtet das Zimmer nur teilweise. Mails beantworten, Artikel schreiben, per Video telefonieren – das geht schon, das Licht des MacBook-Screens reicht mehr oder weniger aus.

Dann schalte ich die BenQ Laptop Lamp an – und bin überrascht. Das ist richtig angenehm. Die LED-Leiste spiegelt nicht, sondern beleuchtet einfach die Tastatur und einen Teil des Schreibtisches. Das ist für die Augen viel entspannter als das Arbeiten im Halbdunkeln.

Die Lampe schafft eine angenehme Lichtstimmung.
Die Lampe schafft eine angenehme Lichtstimmung.

Die Screenbar gefällt mir so gut, dass ich sie unterwegs jeden Tag nutze, auch wenn dies etwas aufwendiger ist als ein fix installiertes Licht zu Hause am Schreibtisch. Sobald ich den Laptop zuklappe, muss ich die Laptop Lamp abnehmen, da sie über den Rand hinausragt. Packe ich das MacBook ein, dann sowieso.

Doch das Licht schafft eine angenehme Office-Atmosphäre, überall, wo ich gerade bin. Ich muss mich nicht um die Beleuchtung kümmern, sondern habe immer meine eigene Schreibtischlampe dabei. Und notfalls kann ich sie sogar als Licht für wichtige Videocalls nutzen.

Magnet gut, Touch nicht

Die BenQ Laptop Lamp besteht aus zwei Teilen. Der Lichtleiste mit Touchfeldern für die Bedienung und einer Halterung mit USB-C-Anschluss und integriertem Akku. Diese hält nicht nur magnetisch an der Rückseite des Laptops, sondern auch magnetisch an der Leiste. Der Vorteil dieser Konstruktion: Ich kann bequem die Höhe ausrichten und auch die Neigung verstellen, so dass das Licht genau so scheint, wie ich das möchte.

Die Halterung lässt sich sogar aufklappen, so dass die Lichtleiste an einem Arm befestigt ist. Das ist nützlich, falls sie stärker von oben über den Rand des Screens strahlen soll. Ich kann sie zurückklappen und mich selbst beleuchten, etwa für Videocalls.

Die Leiste lässt sich kippen und ausfahren, so dass sie für jede Situation flexibel einstellbar ist.
Die Leiste lässt sich kippen und ausfahren, so dass sie für jede Situation flexibel einstellbar ist.

Wichtig zu wissen: Das Teil wiegt 180 Gramm. Stelle ich den MacBook-Bildschirm schräger als normal, kann das Scharnier dieses Gewicht womöglich nicht mehr halten. Bei mir war es im Office-Alltag kein Problem, aber je nach Notebook-Modell und Scharnierstärke kann das einen Einfluss haben.

Den grössten Fehler hat BenQ meiner Meinung nach bei der Bedienung gemacht. Der Hersteller aus Taiwan setzt auf Touch. Tippe ich oben auf die Lampe, schaltet sie ein. Gleichzeitig wird eine kleine LED-Leiste aktiviert, die als Schieberegler für die Helligkeit und die Lichttemperatur dient. Leider ist die Bedienung unpräzise und mühsam. Physische Knöpfe oder Drehregler wären die bessere Wahl gewesen.

Schon bei der Montage schalte ich oft aus Versehen das Licht ein und wieder aus. Manchmal muss ich dann auch mehrmals tippen, bis ich mit Absicht die Touchaktivierung treffe. Stärke und Farbe kann ich nur ungenau steuern. Die sieben Temperaturstufen beispielsweise treffe ich mehr oder weniger per Zufall.

Der Touchknopf und die Touchleiste nerven im Alltag, weil sie nicht präzise reagieren.
Der Touchknopf und die Touchleiste nerven im Alltag, weil sie nicht präzise reagieren.

Gute Akkulaufzeit, aber teuer

Im Test hat der Akku jeweils rund sechs Stunden gehalten. Mir hat aber jeweils eine tiefe Helligkeitsstufe im Alltag ausgereicht. Mit 50 Prozent Helligkeit sind es dann noch rund drei Stunden. Ich kann die Lampe jederzeit via USB-C aufladen und gleichzeitig benutzen – über einen externen Charger genauso wie über die Buchse am MacBook.

Die Lampe ist in zwei Farben erhältlich und kostet rund 120 bis 140 Franken.

BenQ Laptop Lamp Black Dual
Screenbar
CHF127.–

BenQ Laptop Lamp Black Dual

BenQ Laptop Lamp White Dual
Screenbar
CHF144.–

BenQ Laptop Lamp White Dual

Das ist teuer für ein Gadget, wenn ich es nur ein paar Mal im Jahr brauche. Zu Hause habe ich keine Verwendung dafür: Für grössere Monitore gibt es bessere Lösungen, die zum Teil deutlich günstiger sind.

  • Ratgeber

    Drei günstige Screenbars: Welche ist die beste?

    von Lorenz Keller

Einzig bei einem sehr kleinen Homeoffice-Bildschirm ist eine Zweitnutzung der Laptop Lamp von BenQ denkbar. Oder aber, wenn du zuhause direkt am Laptop arbeitest. Ideal ist die LED-Lampe vor allem für alle, die viel unterwegs sind und das Notebook oft an Orten mit schlechtem Licht nutzen.

Fazit

Schönes Licht fürs mobile Office

Wer direkt am Notebook arbeitet, sollte sich die BenQ Laptop Lamp genauer anschauen. Vor allem unterwegs bei schlechter Beleuchtung macht sie das Arbeiten angenehmer. Die LED-Leiste strahlt Licht auf die Tastatur und den Tisch, ohne im Bildschirm zu spiegeln oder zu reflektieren. Zudem kann sie auch als Videolicht für Calls genutzt werden.

Zur Nutzung muss ein Magnetkleber auf die Rückseite des Laptops geklebt werden, der beim Ablösen kaputt geht. Keine elegante Lösung für das teure Gerät. Im Test hat die unpräzise Touchbedienung nicht gefallen, die zu vielen Fehlmanipulationen führt.

Pro

  • klein und kompakt
  • sechs Stunden Akkulaufzeit
  • flexibles Design
  • schönes Arbeitslicht für unterwegs

Contra

  • Touchbuttons unpräzise und nervig
  • unelegante Befestigung mit Magnetklebern
  • teuer
BenQ Laptop Lamp White Dual
Screenbar
CHF144.–

BenQ Laptop Lamp White Dual

Dieser Artikel gefällt noch niemandem.


User Avatar
User Avatar

Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


Peripherie
Folge Themen und erhalte Updates zu deinen Interessen

Beleuchtung
Folge Themen und erhalte Updates zu deinen Interessen

Produkttest

Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.

Alle anzeigen

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

  • Produkttest

    BenQ Halo 2: Die beste Screenbar bis jetzt

    von Lorenz Keller

  • Produkttest

    Elesense Screenbar: Perfektes Schreibtischlicht geht auch günstig

    von Lorenz Keller

  • Produkttest

    Benq Screenbar: Eine extra Lampe für den Monitor? Sinnvoll oder gugus?

    von Philipp Rüegg

Kommentare

Avatar