Die DJI Mavic Mini taugt auch bei wenig Licht etwas

Die DJI Mavic Mini taugt auch bei wenig Licht etwas

David Lee
Zürich, am 31.01.2020
Nach dem Schönwettertest folgt nun der Härtetest: Aufnahmen bei schwachem Licht. Die kleine DJI-Drohne meistert auch diese Herausforderung.

Fotograf und Drohnen-Spezialist Cemil Erkoç hat für uns die DJI Mavic Mini getestet und mit der grossen Mavic 2 verglichen. Die Qualität der Fotos und Videos überzeugt über weite Strecken.

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Das sind allerdings Schönwetteraufnahmen bei guten Lichtverhältnissen. Wir wollen nun wissen, ob sich mit der Mavic Mini auch im Dunkeln brauchbare Fotos realisieren lassen. Cemil unternimmt darum ein paar weitere Testflüge.

Mavic Mini (12Mpx, 2.7K)
Drohne
Showroom
425.–
Dji Mavic Mini (12Mpx, 2.7K)

Maximale Belichtungszeit

Damit Aufnahmen bei wenig Licht gelingen, sollte die Drohne ruhig in der Luft bleiben können. So lässt sich länger belichten, ohne dass die Aufnahme verwackelt.

Bei einer Sekunde Belichtungszeit bleiben die meisten Aufnahmen scharf. Mit etwas Glück gelingen sogar Belichtungen mit zwei Sekunden. Das hängt davon ab, ob gerade Windböen wehen oder nicht.

Die Lichtstärke des Objektivs beträgt f/2.8. Mit einer Sekunde sind auch bei wenig Licht Aufnahmen mit tiefen ISO-Werten möglich. Bei diesen drei Aufnahmen wurde jeweils mit einer Sekunde belichtet.

Die Drohne fliegt grundsätzlich recht ruhig. Allerdings hat sich bestätigt, dass die Verbindung deutlich weniger weit reicht als bei der Mavic 2 Pro. Zudem flog die Drohne beim Abheben einmal nach hinten weg, kurz darauf nach vorne, was zu Crashes führte. Der Grund ist nicht ganz klar, vermutlich auch Verbindungsprobleme. Bei der Mavic 2 Pro ist Cemil das noch nie passiert.

Qualität bei hoher ISO

Der zweite wichtige Punkt für Aufnahmen bei wenig Licht ist das Bildrauschen bei hoher ISO-Empfindlichkeit. Je höher diese geschraubt werden kann, desto kürzere Belichtungszeiten sind möglich und desto geringer ist darum die Wahrscheinlichkeit, dass das Bild verwackelt. Für Videos ist das Rauschverhalten ebenfalls wichtig, da die Einzelbilder nicht lange belichtet werden können.

Vom kleinen 1/2,3-Zoll-Sensor der Mavic Mini darfst du bezüglich Bildrauschen keine Wunder erwarten. Die Ergebnisse sind aber positiv. Cemil findet die Qualität bei 400 ISO gut, 800 ISO noch brauchbar. Bei der Mavic 1 ist er nie über 200 ISO hinaus gegangen. Meiner Meinung nach ist sogar 3200 ISO noch brauchbar, sofern das Bild auf Instagram-Grösse verkleinert wird. In der Hundertprozent-Ansicht zeigen sich aber deutliche Unterschiede.

Aber schau selbst.

100 ISO, 2 Sek.
100 ISO, 2 Sek.
200 ISO, 1 Sek.
200 ISO, 1 Sek.
400 ISO, 0.5 Sek.
400 ISO, 0.5 Sek.
800 ISO, 0.25 Sek.
800 ISO, 0.25 Sek.
1600 ISO, 0.125 Sek.
1600 ISO, 0.125 Sek.
3200 ISO, 0.06 Sek.
3200 ISO, 0.06 Sek.

Ausschnitt der Ecke oben rechts. Die Aufnahme mit zwei Sekunden ist hier scharf, die mit einer Sekunde leicht unscharf. Das ist aber eher ungewöhnlich – normalerweise ist es umgekehrt.

100 ISO, 2 Sek.
100 ISO, 2 Sek.
200 ISO, 1 Sek.
200 ISO, 1 Sek.
400 ISO, 0.5 Sek.
400 ISO, 0.5 Sek.
800 ISO, 0.25 Sek.
800 ISO, 0.25 Sek.
1600 ISO, 0.125 Sek.
1600 ISO, 0.125 Sek.
3200 ISO, 0.06 Sek.
3200 ISO, 0.06 Sek.

Fazit

Bei ruhigen Windverhältnissen besteht eine gute Chance, mit zwei Sekunden ein scharfes Foto zu schiessen. In Kombination mit den noch brauchbaren 800 ISO sind damit auch bei sehr wenig Licht gute Bilder möglich. Das ist sehr positiv, mehr kannst du von einer Drohne mit einem so kleinen Fotosensor nicht erwarten.

Natürlich kommt die Mini nicht an die Mavic 2 Pro heran. Nur schon, weil die Mavic 2 Pro Bilder auch im Rohdatenformat liefert. Dadurch kann zu dunkles Material besser aufgehellt werden. Die Mavic 2 Pro hat auch eine deutlich bessere Kamera – hier ist ein 1-Zoll-Sensor verbaut, der weniger rauscht. Und die Verbindung ist stabiler.

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David Lee
David Lee
Senior Editor, Zürich
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.

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