DFree U1P: 100 Gramm Lebensqualität für Inkontinente
Das Internet of Things spricht für gewöhnlich junge und hippe Menschen an. Seniorinnen und Senioren können zwar mitspielen, aber der Markt berücksichtigt sie nur wenig. Ausser natürlich ein Unternehmen wie DFree zeigt, dass sie an Menschen mit Inkontinenz denken.
Dann und wann kommt etwas daher, das die meisten von uns nicht betrifft. Doch das Teil ist so dermassen offensichtlich gut, dass keiner dem Ding den Nutzen und den Sinn absprechen kann. Eines davon ist der DFree U1P an der CES in Las Vegas. Das 100 Gramm schwere Gerät ist simpel und unheimlich nützlich. Aber nur dann, wenn du unter Inkontinenz leidest.
Denn der mit einer App verbundene Ultraschall-Apparat macht nichts anderes, als dir als Inkontinenten zu sagen, wann es Zeit ist, ein WC aufzusuchen.

Das Problem mit der Inkontinenz
Inkontinenz betrifft vor allem Seniorinnen und Senioren. Im Alter lässt die Leistungsfähigkeit des Blasenmuskels nach und das eine oder andere peinliche Missgeschick kann vorkommen. Bisher waren die Mittel dagegen recht oldschool.
- Katheter: Ein Schlauch an einem Auffangbeutel wird in die Harnröhre eingeführt. Das ist schmerzhaft und unangenehm.
- Windel: Aus dem Windelalter bist du irgendwann raus und solltest nicht mehr reinkommen.
Da der Trend an der CES aber dahin geht, dass Technologie in allerlei Formen den Alltag der Menschen unterstützen soll, manchmal allgemeiner und manchmal recht spezifisch, hat sich das Unternehmen Dfree dem Problem mit allen Mitteln der modernen Technologie angenommen. So will die Firma Inkontinenten Lebensqualität zurückgeben und ihre Würde intakt lassen. Denn Windeln und Katheter seien unwürdig und nähmen Selbstständigkeit weg oder seien manchmal sogar gefährlich.
Ultraschall misst Pegelstand
Das Resultat ist ein Apparat aus zwei Teilen. Die Technologie ist nicht wirklich neu, denn jede Schwangere hat schon einen Ultraschalluntersuch hinter sich. Genau diese Technologie ist der Schlüssel zur Messung der Menge Urin in der Blase.
Die Anwendung ist einfach:
- Gel auf Haut auf Höhe der Gürtellinie auftragen
- Sensor auflegen
- Pflaster über den Sensor
- Akku-Pack an den Gürtel klemmen
Im Akku-Pack ist ein Sender verbaut, der Daten an dein Smartphone sendet. Auf dem Display erscheint der Urinstand und wann die Messung gemacht wurde. Zudem der Akkustand des Geräts, denn dieser hält etwa 24 Stunden durch und kann binnen vier Stunden wieder vollständig aufgeladen werden.
Wenn der Pegelstand in der Blase einen kritischen Punkt erreicht hat, dann wird auf dem Smartphone eine Warnung ausgegeben, die dich daran erinnern soll, ein WC aufzusuchen.
Das ist eigentlich schon alles, was es zum DFree U1P zu sagen gibt. Viel mehr macht das Ding nicht, aber das reicht auch. Es ist aber nicht wirklich die technische Finesse, die am U1P beeindruckt. Nichts davon ist wirklich neu. Es ist der Gedanke, der das Gerät so charmant macht. Stell dir vor, du müsstest dir bei jedem Gang in die Öffentlichkeit Sorgen machen, dass du dir in die Hosen machst. Und jetzt stell dir vor, dass da ein kleines Gerät ist, das dir das Problem löst.
Super, oder?
Alle Artikel zur CES 2019 findest du hier.
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
Alle anzeigen