Hintergrund

Der beste Tischventilator kommt von Noctua – und aus dem 3D-Drucker

Kevin Hofer
8.7.2026

Zu heiss beim Arbeiten, der Ventilator zu laut oder keinen mehr bekommen? Kein Problem. Mit einem Noctua-Lüfter und 3D-Drucker schaffst du Abhilfe.

Sie ist eines der besten Gadgets, das ich je mit dem 3D-Drucker gemacht habe: die Replika des NV-FS1, Noctuas Antwort auf Tisch- oder Wandventilatoren. Das Teil ist im Grunde genommen ein 120-Millimeter-PC-Lüfter mit Airflow-Verstärker auf einem Gestell. Das Original gab’s für den saftigen Preis von 100 Franken / Euro. Hast du einen 3D-Drucker, geht’s einiges günstiger.

Wieso erst jetzt?

Den NV-FS1 gibt es bereits seit 2024. Als Noctua-Fan hat es mich bereits damals in den Fingern gejuckt, das Teil zu kaufen. Aber der Preis hat mich abgeschreckt. Gleichzeitig hat Noctua die 3D-Vorlagen für den Airflow-Verstärker frei zugänglich gemacht. Ich hätte mir das Teil also auch drucken können. Leider hatte ich zu dieser Zeit keinen vernünftigen 3D-Drucker zur Hand. Das ist jetzt anders, weshalb ich das Projekt anlässlich der hohen Temperaturen endlich realisiert habe.

Der Airflow-Verstärker sieht stylish aus.
Der Airflow-Verstärker sieht stylish aus.

Major Hardware hilft

Die 3D-Dateien für den Airflow-Verstärker stellt Noctua zwar zur Verfügung, aber nicht für das Gestell. Glücklicherweise hat einer meiner Lieblings-Youtuber einen Ständer für das Teil kreiert – ich muss also nicht mal selbst das CAD-Programm anschmeissen. Major Hardware stellt die 3D-Files auf seinem Thingiverse-Account zur Verfügung.

So geht’s

Neben einem Drucker und Filament brauchst du noch einen 120-Millimeter-Lüfter. Der muss nicht zwingend von Noctua sein. Die Halterung von Major Hardware ist sogar mit 140er/Lüfter kompatibel. Du müsstest beim Druck entsprechend den Airflow-Verstärker hochskalieren. Geht es nach den Kommentaren unter dem Video, sind 119 besser als die zu erwartenden 116 Prozent.

Von den 3D-Dateien drucke ich die Basis und den Lüfterschutz je ein Mal, die Lüfterhalterung, das Standbein und die M6-Fingerschraube je zwei Mal. Die M4-Fingerschraube brauche ich vier Mal. Ich drucke alles mit PETG statt PLA, wie Major Hardware. Das Filament PETG eignet sich besser für mechanische Teile wie die Schrauben. Leider sind die Schrauben etwas zu klein und greifen nicht. Ich skaliere sie deshalb auf 108 Prozent im Slicer – der 3D-Druck-Software. So greifen sie perfekt.

Die Fingerschrauben zum Verstellen des Ventilators musste ich zwei Mal drucken, weil sie zu klein waren.
Die Fingerschrauben zum Verstellen des Ventilators musste ich zwei Mal drucken, weil sie zu klein waren.

Den Grill und den Lüfter montiere ich wie beim PC mit den entsprechenden Schrauben. Die liefert Noctua beim NF-A12x25, den ich verwende, mit.

Im Design der Basis sind Schraubenlöcher, falls du den Ventilator an der Wand montieren möchtest, eingeplant. Aussparungen auf der Unterseite für Magnete zur anziehenden Befestigung und solche für Silikonfüsse sind ebenfalls vorhanden. Ich nutze nichts davon und der Ventilator funktioniert tadellos.

Dank der Löcher und Ritzen in der Basis könntest du das Teil auch mit Schrauben oder Kabelbindern befestigen.
Dank der Löcher und Ritzen in der Basis könntest du das Teil auch mit Schrauben oder Kabelbindern befestigen.

Da PC-Lüfter meist PWM-Stecker haben, brauchst du noch ein Adapter-Kabel, um den Ventilator anzuschliessen. Dieses sollte auch die bei USB-Anschlüssen typischen 5 Volt auf 12 Volt umwandeln, die braucht der Lüfter nämlich. Ich habe mir das von Akasa geholt besorgt. Mit dem alleine kann ich die Drehzahl aber nicht regulieren. Ich brauche noch einen Controller, etwa diesen von Noctua. Es gibt Kabel, die das alles in einem machen. Leider habe ich keine davon bei uns im Shop gefunden.

Falls dir die Noctua-Farben nicht gefallen, kann ich dich beruhigen: Der Lüfter verschwindet beinahe vollständig hinter den 3D-gedruckten Teilen.
Falls dir die Noctua-Farben nicht gefallen, kann ich dich beruhigen: Der Lüfter verschwindet beinahe vollständig hinter den 3D-gedruckten Teilen.

Angenehmer Luftzug, kaum Geräusche

Selbst auf der höchsten Einstellung ist der Ventilator kaum hörbar. Das Grundrauschen in meinem Homeoffice übertönt ihn meist. Der Luftzug ist zwar stark, aber nicht unangenehm – der Airflow-Verstärker kanalisiert ihn schön auf mich. 100 Franken würde ich für das Teil nicht zahlen, aber als DIY-Projekt leistet es bessere Dienste als alle anderen Tisch-Ventilatoren, die ich bis anhin hatte.

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Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.


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