Die Schaltzentrale des Homematic-IP-Universums: Der Access Point inklusive Zubehör.
Die Schaltzentrale des Homematic-IP-Universums: Der Access Point inklusive Zubehör.
Review

Dank Homematic IP öffnest du mit dem Smartphone den Rollladen

Raphael Knecht
Zürich, am 02.10.2019
Mit der Rollladensteuerung von Homematic IP möchte ich mein Zuhause smarter machen. Ich teste, ob mir der Einbau gelingt und wie das Produkt im Alltag funktioniert.

Ich sitze in der S5, habe meine AirPods in den Ohren und bin auf dem Weg zur Arbeit. Da fällt mir ein: Die Rollladen im Schlafzimmer sind zu. Da ich die nächsten zehn Stunden nicht zu Hause sein werde, stört mich das auf den ersten Blick nicht gross. Und trotzdem: Meine Kakteen brauchen Sonnenenergie, um zu gedeihen, und ich möchte das Zimmer mit Tageslicht fluten. Könnte ich doch nur vom Handy aus die Storen öffnen. Die Produkte von Homematic IP sollen’s möglich machen – das will ich ausprobieren.

Homematic IP oder Homematic?

Nebst «Homematic IP» existiert auch noch das «Homematic»-System. Was sehr ähnlich klingt, ist es grösstenteils auch. Beide Smarthome-Systeme können übers Handy bedient und programmiert werden. Das Homematic-IP-System ist einfacher in Betrieb zu nehmen, läuft über eine Cloud, ist aber hinsichtlich seiner technischen Möglichkeiten begrenzt.

Die Anleitung für die Inbetriebnahme des Homematic IP Hubs ist verständlich formuliert.
Die Anleitung für die Inbetriebnahme des Homematic IP Hubs ist verständlich formuliert.

Die Homematic-Lösung hingegen bietet sehr viele technische Erweiterungen, ist nicht von einer Cloud abhängig und selbst bei einem Netzausfall noch vom Smartphone aus bedienbar. Ich habe mich aber vor allem wegen der einfachen Bedienung und Installation gegen Homematic und für Homematic IP entschieden. Ein weiser Entscheid, wie du später erfahren wirst.

Ohne Hub läuft nichts

Ich besorge mir als erstes den Homematic IP Access Point, welcher als Hub für alle weiteren Geräte des Homematic-IP-Universums dient. Dann lade ich mir die Homematic IP App runter (für iOS und für Android erhältlich). Dann muss ich den Hub mit dem beigelegten Netzwerkkabel an den Router anschliessen. Daraufhin den QR-Code auf der Rückseite des Access Points scannen et voilà, das Ding ist einsatzbereit. Es klappt bei mir alles einwandfrei, die Lampe leuchtet schon beim ersten Versuch dauerhaft blau – so, wie sie es soll.

So muss das aussehen: Eine quadratische Box, zwei Kabel und ein blaues Licht.
So muss das aussehen: Eine quadratische Box, zwei Kabel und ein blaues Licht.

Zwei Rollladenaktoren für ein Halleluja

Im nächsten Schritt bestelle ich mir zwei Aktoren: Einer, der den Schalter für die Rollladen komplett ersetzen soll und einer, der zwischen dem bestehenden Schalter und dem Rollladenmotor zwischengeschaltet wird.

Der Rollladenaktor für Markenschalter inklusive Aufsatz ersetzt den bestehenden Schalter.
Der Rollladenaktor für Markenschalter inklusive Aufsatz ersetzt den bestehenden Schalter.

Für ersteren muss ich noch einen zusätzlichen Feller-Aufsatz bestellen, damit das Ding zum Lichtschalter und der Steckdose in meine Dreier-Kombination passt. «Passen» ist hier das richtige Stichwort: Denn trotz korrektem Aufsatz merke ich bereits beim provisorischen Einsetzen, dass das Ganze nicht ohne Widerstand geht. Wende ich zuviel Kraft auf, befürchte ich, dass dabei etwas verbogen wird oder kaputt geht. Ich frage bei meiner Kontaktperson des Distributors Alltron nach, ob das so sein soll. Dieser erklärt mir, dass es mit etwas Gewürge zwar gehen würde, er aber aus genau diesem Grund den im Unterputz verbauten Aktor empfiehlt.

Links der offene Schalter, rechts die abgedeckten Taster inklusive Steckdose.
Links der offene Schalter, rechts die abgedeckten Taster inklusive Steckdose.

Der Unterputz-Aktor ist um einiges kleiner – sollte er auch sein, denn er kommt hinter die bereits verbauten Schalter. Hier brauche ich also keine Adapter oder Aufsätze für meine Feller-Schalterkombination. Dafür muss ich beim Einbau einige Kabel umstecken beziehungsweise zusätzliche Verbindungen herstellen. Klingt zwar komplizierter als die Variante mit dem Austausch des kompletten Schalters, aber das schaffe ich schon. Wenn ich da nur schon gewusst hätte, was auf mich zukommen wird...

Der Aktor für den Unterputz kommt hinter die Schalter-Installation.
Der Aktor für den Unterputz kommt hinter die Schalter-Installation.

Kein Elektriker, aber Grundkenntnisse erwünscht

Ich beginne mit dem Aufschrauben und Auseinandernehmen der bestehenden Schalterkombination. Gar nicht so einfach, da die Installation bei mir zu Hause nebst dem Rollladenschalter auch noch zwei Lichtschalter und eine Steckdose beinhaltet. Doch Zerstören ist bekanntlich immer einfacher als Zusammenbauen, also gelingt mir auch dies einigermassen gut.

Nun muss die graue Aktorenbox in die Installation integriert werden. Die Anleitungen, die sowohl dem Unterputz- als auch dem Ersatzschalter-Aktor beiliegen, sind so, wie ich sie von Elektrikern kenne: Sehr detailliert geschrieben, für mich aber zu kryptisch. Ich verstehe kein Wort. Das macht das Ganze nicht gerade einfacher. Ich versuche, aus dem Text in Kombination mit der Abbildung schlau zu werden. Ich könnte mich jetzt schon verzweifelt in eine Ecke verkriechen.

Ich gebe mich jedoch nicht so schnell geschlagen und fange an, die Drähte umzustecken und den Unterputz-Rollladenaktor irgendwie logisch zwischenzuschalten. Dachte ich zumindest, dass ich das gemacht hätte. Aber egal, wie ich die Drähte ein- und ausstecke, es passiert nichts. Das Kontrolllicht am Aktor will einfach nicht aufleuchten. Daher kann ich in der App auch keine Geräte hinzufügen, obwohl der Access Point ready wäre. Ich bin kurz vor einem Nervenzusammenbruch.

Links: So nicht! Rechts: So geht’s.
Links: So nicht! Rechts: So geht’s.

Dann melde ich mich verzweifelt nochmals beim Distributor. Ich zweifle natürlich zuerst am Produkt und nicht an meinen Elektriker-Skills. Bis mir Tobias, mein Kontakt bei Alltron, die Augen öffnet und Klarheit schafft: Selbstverständlich sind die Dinger von Homematic IP in Ordnung – nur derjenige, der sie einzubauen versucht hat, ist im Kopf nicht richtig verkabelt. Er versucht geduldig, mir am Telefon zu erklären, was wohin und wie verbunden gehört. Sogar eine Zeichnung fertigt er mir an, die ich danach zugeschickt bekomme.

Bevor ich mit dem zweiten Durchgang loslege, bringe ich alles wieder in die Ausgangslage vor meinem Frankenstein-Versuch. Zum Glück habe ich zuvor alles akribisch mit Fotos dokumentiert, denn sonst wäre hier Ende Gelände gewesen und ich hätte einen Elektriker rufen müssen. Dann probiere ich es mit Tobias' Variante. Ich war selten so nervös wie in dem Moment, in welchem ich die Sicherung wieder einlege und auf das Aufleuchten der Kontrolllampe warte. Und siehe da: Es werde Licht!

Endlich, ich hab’s doch noch geschafft: Die orange LED leuchtet.
Endlich, ich hab’s doch noch geschafft: Die orange LED leuchtet.

Ich kann dir beim besten Willen nicht sagen, was ich alles falsch gemacht habe – aber wohl so einiges. Vielleicht erkennst du es als Experte an den Bildern, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall ergibt die – korrekte – Version von Tobias Bucher selbst für mich als Laie nachträglich mehr Sinn und funktioniert. Danke, Tobias, du hast mein Homematic-IP-Experiment und auch meine Ehre gerettet.

Die heilige Schrift: Ohne diese Zeichnung wäre ich aufgeschmissen gewesen.
Die heilige Schrift: Ohne diese Zeichnung wäre ich aufgeschmissen gewesen.

Mein erstes Gerät im Homematic-IP-Universum

Ich verbinde den verbauten Rollladenaktor mit der Homematic-IP-App. Das klappt reibungslos. Nun bieten sich mir diverse Einstellungsmöglichkeiten: Hätte ich einen smarten Thermostat installiert, könnte ich dem Aktor befehlen, ab einer Innentemperatur von über 20 Grad – oder einfach bei Sonnenschein – die Rollladen automatisch zu schliessen. Zuerst probiere ich aber das Einfachste auf: Auf Smartphone-Knopfdruck die Storen öffnen und wieder schliessen. Es klappt, fantastisch!

Einen Tag später probiere ich, die Storen vom Büro aus zu öffnen. Ich lasse sie am Morgen geschlossen, öffne sie dann per Handy vom Arbeitsplatz aus und überprüfe abends, ob die Dinger oben oder unten sind. Und siehe da, auch das hat funktioniert – die Rollladen sind nach Feierabend offen. Da ich seit neuestem auch einen Google-Home-Assistenten bei mir zu Hause installiert habe und dieser Homematic IP unterstützt, könnte ich den Rollladen sogar freihändig öffnen – alles, was ich dafür brauche, ist meine Stimme (und das Wohlwollen respektive Verständnis der Frau Google).

Die Integration des Aktors in der App hat reibungslos geklappt.
Die Integration des Aktors in der App hat reibungslos geklappt.

Fazit

Dank Homematic IP kann ich meine Rollladen von überall aus mit meinem Handy steuern. Wann ist das nötig? Beispielsweise, wenn’s den Tag hindurch heiss wird und ich am Morgen vergessen habe, die Rollladen zu schliessen. Oder wenn ich für längere Zeit im Urlaub bin und den Eindruck erwecken will, es sei jemand zu Hause. Oder in Verbindung mit einem smarten Thermostaten. Die Installation ist nicht für blutige Anfänger gedacht – oder Leute wie mich, die fälschlicherweise glauben, zumindest die Elektriker-Basics zu kennen. Wenn du davon nichts verstehst, dann lass dir helfen, sonst schaffst du es nicht. Klar, die Trial-and-Error-Methode hat auch ihren Reiz. Je nach Anschluss brauchst du dafür aber sehr, sehr lange.

Die Preise der Homematic-IP-Reihe sind fair, finde ich – denn die Features, die Homematic IP generell und die Aktoren im Einzelnen bieten, sind im Alltag sehr hilfreich. In Verbindung mit weiteren smarten Geräten wie Thermostaten oder automatischen Fensteröffnern wird dein Haushalt noch intelligenter. Und da ich jetzt verstanden habe, wie ich die Dinger anschliessen muss, werde ich bald all meine Rollladen mit Aktoren versehen und mich als nächstes an smarte Thermostaten von Homematic IP wagen.

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Raphael Knecht
Raphael Knecht
Teamleader Editorial digitec, Zürich
Wenn ich nicht gerade haufenweise Süsses futtere, triffst du mich in irgendeiner Turnhalle an: Ich spiele und coache leidenschaftlich gerne Unihockey. An Regentagen schraube ich an meinen selbst zusammengestellten PCs, Robotern oder sonstigem Elektro-Spielzeug, wobei die Musik mein stetiger Begleiter ist. Ohne bergige Rennrad-Touren und intensive Langlauf-Sessions könnte ich nur schwer leben.

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