Produkttest

Bluetooth-Empfänger FiiO BR13: Brücke zwischen alt und neu

David Lee
14.4.2026
Bilder: David Lee

Mit einem Bluetooth-Empfänger schaffen alte Audio-Geräte den Sprung in die Moderne. Der FiiO BR13 liefert guten Sound und einigen Komfort. Nur etwas nervt.

Alte Audio-Geräte haben es mir angetan. In meinem Wohnzimmer befinden sich unter anderem ein alter Pioneer-Verstärker und – mittlerweile revidiert und als Zweitanlage aufgestellt – Philips Aktivboxen aus den frühen 80er-Jahren. Will ich Musik vom Smartphone oder Tablet auf einem dieser Geräte abspielen, muss ich das via Kabel tun. Damit watschle ich jedes Mal zum Verstärker oder zu den Boxen, wenn ich etwas anderes hören will – oder auch nur leiser stellen, denn das über 40 Jahre alte Zeug hat noch nicht mal eine Fernbedienung.

Für dieses Problem gibt es Bluetooth-Empfänger. Kleine Geräte, die Audio via Bluetooth entgegennehmen und per Kabel weiterleiten. Ich weiss das schon lange, habe aber immer mit dem Kauf gezögert. Was wohl mit schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit zu tun hat.

Die Zeiten, als Bluetooth schrecklich geklungen hat, sind zum Glück vorbei. Seit vielen Jahren schon. Und was wohl auch langsam vorbei ist: dass die Bluetooth-Empfänger nach kurzer Zeit wieder veraltet sind, weil eine neue, viel bessere Bluetooth-Version herauskommt.

Hat alles, was ich brauche

Der FiiO BR13 hat Bluetooth 5.1. Das ist tatsächlich bereits veraltet, aktuell wäre Version 6.0. Aber das Gerät hat alles, was ich mir wünsche. Es unterstützt die Codecs AAC, LDAC, aptX LL, aptX HD und aptX Adaptive. Damit gibt es für jedes Gerät einen passenden Codec, der gut genug ist für hochwertigen Musikgenuss.

Der Empfänger kann sich mit zwei Quellgeräten gleichzeitig verbinden. Ich muss bloss die Wiedergabe beim Smartphone stoppen, dann kann ich beim Tablet auf Play drücken, und die Verbindung wechselt selbstständig. Da ich tatsächlich beide Geräte oft als Quelle verwende, finde ich das sehr praktisch. Noch bequemer wäre, wenn die Wiedergabe auf dem ersten Gerät automatisch stoppen würde – das klappt leider nicht.

Für die Verbindung zu den Aktivboxen verwende ich ein Cinch-Kabel. Es gäbe auch Koax und Toslink, aber so neumodisches Zeug brauche ich als alter Vintage-Fan nicht.

Durch den Bluetooth-Empfänger kann ich 45-jährige Aktivboxen drahtlos per Smartphone bedienen.
Durch den Bluetooth-Empfänger kann ich 45-jährige Aktivboxen drahtlos per Smartphone bedienen.

Einen Akku hat der FiiO BR13 nicht. Das Gerät wird über USB mit Strom versorgt. In einem fest installierten Home-Setup passt das für mich. Auch mit Akku müsste ich den Empfänger immer mal wieder an den Strom anschliessen. Falls dir ein Akku wichtig ist, wäre der Empfänger von Ugreen vielleicht besser. Dort ist mir aber die Codec-Unterstützung nicht klar.

FiiO liefert ein USB-Kabel mit, aber kein Ladegerät. Der Anschluss am Gerät ist USB-C, das Kabel hat am anderen Ende USB-A. Der Empfänger funktioniert aber auch mit Kabeln, die an beiden Enden USB-C haben (was leider keine Selbstverständlichkeit ist).

Die App ist gut – wenn sie mal läuft

Am Empfänger selbst kann ich Play/Pause, Lautstärke und Equalizer wählen. Und auch die die Quelle, denn neben Bluetooth gäbe es auch USB, Koax oder Toslink als Input – aber mein Ziel ist es ja, die Kabelverbindung loszuwerden. Der FiiO BR13 hat auch einen Ein- und Ausschaltknopf. Allerdings schaltet er sich automatisch ein, sobald er Strom bekommt.

Die App bietet weitere Einstellungsmöglichkeiten. So kann ich wählen, ob und nach wie vielen Minuten sich das Display ohne Interaktion ausschalten soll. Ich kann zwei eigene Equalizer-Einstellungen definieren. Der Equalizer hat Regler für zehn Frequenzbereiche, wodurch ich sehr genaue Anpassungen machen kann. Auch die Links-Rechts-Balance lässt sich anpassen. Die Codecs kann ich einzeln deaktivieren.

Der Equalizer hat zehn Frequenzbänder.
Der Equalizer hat zehn Frequenzbänder.

Nur etwas nervt: Immer wieder schlägt in der App die Verbindung zum Gerät fehl – auch wenn das Gerät via Bluetooth eigentlich längst verbunden ist. Oft hilft nur noch entkoppeln und neu koppeln. Zum Glück brauche ich die App nicht, sobald mal alles richtig eingestellt ist.

Die Verbindungsprobleme betreffen nur die App. Das Gerät selbst verbindet sich jederzeit perfekt. Die Übertragung bleibt stabil, selbst wenn ich den Empfänger aus ästhetischen Gründen hinter den Boxen verstecke. Die Antenne am Gerät ist beweglich.

Fazit

Gute Ergänzung für alte Stereoanlage

Der FiiO BR13 eignet sich gut, um eine alte Stereoanlage mit Bluetooth nachzurüsten. Dank vielseitiger Codec-Unterstützung klingt es mit praktisch jedem Quellgerät gut. Er unterstützt die gleichzeitige Verbindung mit zwei Quellgeräten. USB als Stromversorgung passt – der Empfänger könnte auf diesem Weg auch Audio empfangen.

Die Bluetooth-Verbindungen sind stabil und zuverlässig. Seltsamerweise begreift das die App nicht. Sie meckert ständig an fehlenden Verbindungen herum und verweigert dann den Dienst. Glücklicherweise brauche ich die App nur selten und hoffe, dass ein Firmware-Update das Problem löst.

Pro

  • alle wichtigen Codecs vorhanden
  • Stromversorgung über USB
  • EQ und Balance einstellbar
  • Verbindung mit zwei Quellgeräten möglich

Contra

  • Verbindungsprobleme mit der App

9 Personen gefällt dieser Artikel


User Avatar
User Avatar

Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere. 


Audio
Folge Themen und erhalte Updates zu deinen Interessen

Produkttest

Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.

Alle anzeigen

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

  • Produkttest

    JBL Flip 6 im Test: Kaum besser als der Vorgänger

    von Jan Johannsen

  • Produkttest

    Büro-Headset trifft Alltagskopfhörer: das Jabra Evolve 3 85 im Test

    von Kevin Hofer

  • Produkttest

    Positive Grid Spark 2: der Stubenrocker

    von David Lee

4 Kommentare

Avatar
later