Bei der SRG ist Ende Jahr Schluss mit UKW
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Bei der SRG ist Ende Jahr Schluss mit UKW

SRF, RTS und RSI senden nur noch bis Ende 2024 über den alten Radiostandard UKW. Eigentlich wäre der Betrieb bis Ende 2026 möglich. Das lohnt sich laut SRG nicht, weil die Hörerschaft grösstenteils schon auf den neuen Standard DAB+ umgesattelt hat.

Schluss mit UKW, die SRG sendet ab dem 1.1.2025 nur noch auf DAB+ und im Internetstream. Damit beenden die öffentlich-rechtlichen Stationen eine Odyssee, die vor zehn Jahren begann. Seit 2014 wird in der Schweiz darüber diskutiert, dass die alte Radiotechnologie der Ultrakurzwelle, bekannter unter der Abkürzung UKW, abgeschaltet wird. Weil die Kunden weniger schnell als erwartet auf den neuen Standard DAB+ umgestiegen sind, wurde der ursprüngliche Plan einer Abschaltung im Jahr 2022 schon einmal verworfen und auf 2024 verschoben. Danach erteilte der Bundesrat vor einem Jahr eine weitere Gnadenfrist bis 2026. Die nimmt die SRG nun nicht in Anspruch, wie es in einer Mitteilung heisst. Weil immer weniger UKW-Geräte im Gebrauch seien und der Erhalt der veralteten Infrastruktur teuer sei, habe sich der Verwaltungsrat für die UKW-Abschaltung Ende 2024 entschieden. Damit kannst du ab dem 1.1.2025 die Sender von SRF, RTS und RSI nicht mehr über UKW empfangen und musst auf DAB+ umrüsten.

Profitieren jetzt die privaten Stationen?

Laut SRF schalten sich nur gerade zehn Prozent der Hörerschaft über UKW zu, der Rest hört Radio über DAB+ oder Internetstream. Fakt ist aber auch, dass viele Autos nicht über DAB+ verfügen. Erst seit 2021 ist es in der EU-Pflicht, Neuwagen serienmässig mit DAB+ auszustatten. Daher verwundert es nicht, dass sich UKW vor allem beim Autofahren hält. Ein Drittel der gehörten Radiominuten im Auto entfällt auf die veraltete Technologie, heisst es beim Bakom.

DAB+ löst ab 2026 die veraltete UKW-Technologie ab, da das digitale DAB+ diverse Vorteile bringt. Die Tonqualität entspricht der eines leicht unterdurchschnittlich komprimierten MP3. Es ist möglich, viel mehr Sender zu empfangen und das nervige Rauschen gehört der Vergangenheit an. Aktuell ist der DAB+-Empfang fast in der ganzen Schweiz möglich. Es gibt lediglich noch ein paar wenige Funklöcher und Autotunnels ohne Empfang. Die sollen bis Ende Jahr nachgerüstet werden.

Das könnte den Privatradios in die Hände spielen. Private Radioanbieter dürfen UKW noch bis 2026 nutzen und könnten daher der SRG in den kommenden zwei Jahren Marktanteile abluchsen. «Der Entscheid der SRG ist mutig und richtig, um die Digitalisierung voranzutreiben. Eine Prognose zu den Marktanteilen ist für uns sehr schwierig», sagt Nicola Bomio, Präsident des Verbands Schweizer Privatradios, zu Digitec Galaxus. «Tatsächlich sind die Kosten für den Parallelbetrieb von UKW und DAB hoch, etwa die Hälfte der Privatradios in der Schweiz wird daher auf die SRG folgen und ab Ende 2024 den UKW Betrieb reduzieren». Die andere Hälfte wird die Entwicklung beobachten, so Bomio weiter.

Die Rechnung ist einfach: Je mehr Marktanteil ein Radio hat, desto mehr Einnahmen durch Werbung werden generiert. Diese Einnahmen müssen den UKW-Betrieb mindestens decken, sonst lohnt sich der Doppelbetrieb UKW und DAB+ nicht. Es ist also gut möglich, dass schon vor dem definitiven Aus der UKW-Technologie Ende 2026 Funkstille auf den Frequenzen herrscht.

Falls dein Auto noch kein DAB+ kann, gibt es Adapter, die sich einfach installieren lassen.

Und falls du für dein altes Küchenradio einen DAB-fähigen Ersatz brauchst, gibt es hier die vorgefilterte Auswahl im Shop.

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Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell. 


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