Ampere vorgestellt: Nvidia enthüllt Monster-GPU für Server und KI
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Ampere vorgestellt: Nvidia enthüllt Monster-GPU für Server und KI

Kevin Hofer
Zürich, am 15.05.2020
Nvidia hat endlich die Ampere-Architektur vorgestellt, auf der künftige Grafikkarten des Unternehmens basieren sollen. Eine Consumer-Karte ist zwar noch Monate entfernt, dennoch lässt der neue A100-Chip für Server und Supercomputer einen Blick in die Zukunft zu.

Ampere ist nach Angaben Nvidias ein bedeutender Sprung gegenüber der Turing-Architektur: Die neuen A100-Chips basieren auf einem 7-nm-Prozess und sind bis zu zwanzigmal schneller als die Tesla V100, dem aktuellen Spitzenprodukt des Herstellers in dieser Kategorie.

Otto Normalverbraucher müssen sich gedulden

Nvidia stellte in einer aufgezeichneten Keynote offiziell die Ampere-GPU-Architektur der nächsten Generation vor. Der Grafikprozessor A100 ist für Cloud-Computing, KI und wissenschaftliche Zahlenverarbeitung ausgelegt. Er wird zuerst für Server und Supercomputer erhältlich sein. Wie zu erwarten, geht es bei der GTC Keynote nicht um Grafikkarten für den Privatbereich. Auf eine GeForce RTX 3080 für deinen Rechner musst du dich noch etwas gedulden.

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Nach Angaben des Unternehmens ist der A100 mit der 20-fachen Geschwindigkeit der vorherigen Volta-basierten Lösung und den Tensor-Kernen der dritten Generation der grösste Generationssprung bei den GPUs seit Langem. Beim A100 handelt es sich um ein Biest aus Silizium mit 54 Milliarden Transistoren und 6912 CUDA-Kernen. Zum Vergleich: Das aktuelle Flaggschiff der Konsumenten-Karten GeForce 2080 Ti hat 4352 CUDA-Kerne. Wie erwartet, basiert Nvidias neue Ampere-GPU auf einem 7-nm-Prozess.

Den grössten Vorteil des neuen Chips sieht Nvidia in der Kostensenkung für grosse Rechenzentren. Gemäss dem Hersteller soll ein System, das heute 11 Millionen Dollar kostet und 25 Serverschränke sowie 630 KW Leistung benötigt, durch ein Ampere-System ersetzt werden können, das in einen einzigen Schrank passt, eine Million Dollar kostet und 28 KW Leistung benötigt.

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Nvidias CEO Jensen Huang holt bei der Vorstellung ein solches System gleich selbst aus dem Ofen – die Keynote wurde in der Küche von Huangs Zuhause aufgezeichnet. Nvidias monströse HGX-Hauptplatine ist ein eindrückliches Stück Ingenieurskunst. Acht A100-GPUs zusammen mit 30 000 weiteren Komponenten und einem Kilometer Leiterbahnen enthält so ein Teil. Das macht es zu einer der komplexesten Hauptplatinen, die es gibt. Die Platine kommt in Nvidias DGX A100-System zum Einsatz. Das liefert gemäss Hersteller 5 Petaflops KI-Rechenleistung und 320 GB GPU-Speicher mit 12.4 TB pro Sekunde Bandbreite in einem relativ kleinen Gehäuse.

Was bedeutet das jetzt für die nächste GeForce-Generation?

Huang verlor dann doch noch ein paar Worte zur Ampere-basierten GeForce-Generation von Grafikkarten. Der Chip werde etwas anders konfiguriert. Der A100 wurde so konzipiert, dass er mit doppelter Genauigkeit Gleitkommaberechnungen ausführen kann. Verbraucherorientierte Ampere-GPUs werden auf Grafik und weniger auf Berechnung ausgerichtet sein.

Die GTC 2020 Keynote und die Pressemitteilungen verraten wenig über Taktraten. Aber so viel ist klar: Die Ampere-Karten werden PCIe 4.0 unterstützen und durch die Umstellung auf 7 nm kann Nvidia viel mehr RT-Kerne für eine verbesserte Ray-Tracing-Leistung einsetzen. Bei der nächsten Generation von Consumer-Karten ist also mit einer deutlichen Leistungssteigerung zu rechnen. Wie gross, erfahren wir wohl erst in ein paar Monaten, wenn Nvidia die neue GeForce-Reihe offiziell vorstellt.

Engadget hat die Keynote auf zehn Minuten zusammengefasst. Hier findest du die ganze Keynote zum Nachschauen.

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Kevin Hofer
Kevin Hofer
Editor, Zürich
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

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