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Allo: Wie schlägt sich Googles neuer Messenger im Vergleich mit WhatsApp und Co.?

Mit Allo hat Google einen neuen Messenger ins Feld geführt. Damit kommt die Frage auf, welcher Messenger dann der beste ist. Die Antwort: Tja… kommt drauf an.

Google Allo soll den Messenger neu erfinden, hofft Google. Allo soll alle anderen Messenger überflüssig machen, hoffen Android-Fans. Was ist Allo überhaupt, fragt sich der Rest der Welt.

Fangen wir am Anfang an. Allo hat einen Werbespot. Der sieht so aus:

Sieht definitiv wie ein Messenger aus.

In der Schweiz ist Allo zwar noch nicht offiziell erhältlich, die digitec Redaktion konnte die App dennoch bereits testen. Die App spricht derzeit nur Englisch, aber da wir dieser Sprache mächtig sind, war das kein grosses Hindernis.

Der erste Eindruck: Allo sieht sehr schick aus. Im Vergleich mit WhatsApp fühlt sich das Interface modern und leicht an. Zu Beginn war es noch etwas kahl und steril, doch schon nach einem kurzen Gespräch mit dem Redaktionskollegen und dem Versand erster Bilder stellt sich heraus, wieso das Interface ein bewusstes Understatement ist: Die versendeten Inhalte nehmen den Grossteil des Bildschirms ein

Allo nutzt viel Platz für versendete Inhalte und wenig für Layout

Inhalt wird gross geschrieben. Emojis werden nicht auf den Bildschirm gekleckert, sondern sie dominieren den Handy-Bildschirm. Das ist ganz angenehm. Die Chat-Schrift kann grösser und kleiner versendet werden, was wohl lautes Reden oder Brüllen simulieren soll.

Assistant als starkes Feature

Das mit Abstand stärkste Argument für Allo ist der Google-Assistent. Im Chat mit meinem Redaktionskollegen Philipp Rüegg konnte ich einfach Suchresultate für das Mittagessen einbinden, was die Frage nach dem «Wohin?» extrem abgekürzt hat.

Allo bindet Google-Suchresultate direkt in den Chat ein

Okay, das sind Geodaten und Angaben aus dem Telefonbuch. Für Google und deren starke Datenkorrelations-Engine ist das kein Problem. Wir testen also weiter. Versteht die App Kontext? Ja, tut sie. Nach der Frage, wie das Wetter heute in Zürich ist, reicht die Frage «Und wie sieht’s am Wochenende aus?» um den namenlosen Assistenten dazu zu bringen, die Wetterdaten der kommenden Tage anzuzeigen. Die Fragen an den Assistenten können sowohl schriftlich wie auch mündlich gestellt werden.

Die Frage nach dem Wetter zeigt: Allo kann Kontext

Das Wetter ist ganz okay, aber vielleicht wollen wir ins Kino. Fragen wir den Assistenten nach den Filmen. Auch das funktioniert tadellos. Google krallt sich Ort, Zeit und Datum sowie Filmtitel und stellt uns dar, wann wir welchen Film wo sehen könnten. Damit Nutzer mehr erfahren können blendet Allo nach jeder Anfrage am unteren Bildschirmrand Vorschläge ein, was denn sonst noch so von Interesse sein könnte. Zum Beispiel die Schauspieler, das Budget des Films oder wie gross die Hauptdarstellerin ist.

Private Daten im privaten Chat.

Der Assistant ist nicht nur in Unterhaltungen eingebaut sondern kann auch als Gesprächspartner verwendet werden. Das ist der Punkt, an dem Allo etwas verwirrend wird. Was ist der Sinn hinter diesem Chat-Kanal? Der Assistent kann zwar auf private Daten zugreifen und mir Fotos, die ich geschossen habe, anzeigen, aber das kann die Photos app auch. Allo fragt mich nach meinen Präferenzen, wie meinem Lieblingsfilm und kann darauf kontextuell reagieren, aber welchen Nutzen ziehe ich als User daraus?

Allo zeigt mir meine Fotos an und erinnert sich an meinen Lieblingsfilm

Weder Lieblingsfilm noch Bilder aus dem persönlichen Fotostream können im Chat mit Freunden angezeigt werden. Ich kann zwar Bilder manuell anhängen, aber die praktische Funktion analog dem Einblenden von Suchresultaten gibt es nicht. Damit ist der private Chat mit dem Assistenten irgendwie merkwürdig und scheint nur ein Spielchen zu sein.

Der Messenger-Vergleich

Die Frage, die Smartphone-Fans beschäftigt, ist: Kann Allo andere Messenger verdrängen? Die Antwort darauf kann mit «Kommt darauf an...» begonnen werden. Allo ist ein Messenger, der einiges kann, anderes aber nicht. Je nach Präferenzen der Nutzer bietet sich Allo an, oder halt auch nicht. Persönlich bin ich ein Fan davon, wenn eine Chat-App einen Web Client hat. Anderen Nutzern ist das egal, dafür echauffieren sich gefühlte tausende Nutzer darüber, dass Allo keine SMS-Integration hat und entschieden unambitioniert wirkt.

Am einfachsten ist es, Allo anderen Messengern direkt gegenüber zu stellen.

Allos Assistant funktioniert nur, wenn die Kommunikation nicht verschlüsselt ist

Allo ist spannend im Kontext der integrativen Suche im Internet, da es ja das ist, was Google zu dem gemacht hat, was es heute ist. Allo ist derzeit nur als Preview erhältlich. Gerüchten zufolge soll es mit dem Launch des neuen Google-Phones, das wohl unter dem Namen Pixel veröffentlicht wird, ein grosses Update geben.

User

Dominik Bärlocher

Journalist. Autor. Hacker. Meine Themen haben meist mit Android oder Apples iOS zu tun. Auch die IT-Security liegt mir am Herzen, denn in unserer Zeit ist der Datenschutz keine Nebensache mehr, sondern eine Überlebensstrategie.

14 Kommentare

User damigor

Telegram!

23.09.2016
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User fancollo

ich finde man sollte noch eine andere SCHWEIZER firma vielleicht hinzufuegen - WIRE. die haben eine wirklich super App kreiert. Auch Telegram fehlt hier

22.09.2016
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User luberg

Telegram ist aber russisch, nehme an das hast du nicht im selben Zusammenhang geschrieben.
Bevorzuge aktuell mit Abstand Telegram - alle Funktionen von Whatsapp (was ja am weitesten verbreitet ist, nach wie vor), aber zusätzlich mit Bots, GIFs, Linkerkennung, etc. Sind Whatsapp irgendwie immer 5 Schritte voraus - gefällt mir.

22.09.2016
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User fancollo

Ne ne, Telegram war nicht spezifisch in dem Zusammenhang gemeint, sondern als Alternative. Ist auch mein Hauptmessenger.

23.09.2016
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User tschohel

Etwas, was die Welt nicht braucht: Einen weiteren Messenger. Vorallem, wenn der sich selbst am Gespräch beteiligt.
Etwas, was die Welt schon hat, aber nicht auf der Liste ist: Einen zuverlässigen Messenger, welcher schnell und sicher übermittelt, TELEGRAM.

23.09.2016
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User xTesla1856

Telegram ist und bleibt der beste Messenger IMO.

23.09.2016
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User luberg

Grundsätzlich kommt es halt stark darauf an, welche App das Umfeld nutzt... Und das dürfte bei den meisten nach wie vor WhatsApp sein.
Schadet natürlich auch nicht, parallel mehrere Messenger zu nutzen ;-)

22.09.2016
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User Lykaner

Die App ist bestimmt recht gut, das muss sie auch. Hab bestimmt nichts zu verbergen. Ich lass mir nur nicht gerne meine Daten abgreifen, schon garnicht ungefragt! Und genau da ist das Problem! Das machen zwar viele Anbieter mehr oder weniger auch, aber bei Google kann ich mir da ganz sicher sein!

23.09.2016
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User Lykaner

Edward Snowden warnt ausdrücklich diese App zu benützen. Jeder darf raten weshalb..

22.09.2016
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User fancollo

weil er was zu verbergen hat? was soll das jetzt wieder? wenn man nicht praesent sein will, dann soll man kein internet/smartphone haben. der staat kennt uns sowieso viel besser als apple, google, microsoft und co.

22.09.2016
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User paraDice

Weil Snowden was gesagt hat muss die App nicht schlecht sein. Wie wärs wenn du dir die App herunterlädst und dir selbst ne Meinung bildest, anstatt nur das zu wiederholen, was andere sagen ;)

23.09.2016
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User Lykaner

Die App ist bestimmt recht gut, das muss sie auch. Hab bestimmt nichts zu verbergen. Ich lass mir nur nicht gerne meine Daten abgreifen, schon garnicht ungefragt! Und genau da ist das Problem! Das machen zwar viele Anbieter mehr oder weniger auch, aber bei Google kann ich mir da ganz sicher sein!

23.09.2016
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User Lykaner

Und dass Google die Daten auch weiter gibt an "einschlägige interessierte Stellen" da kann man sich auch sicher sein. Es gibt genug gute Alternativen. Die Sicherheit ist heutzutage in aller Munde. Da brauchts diese Google-App bestimmt nicht. Alles klar, ich werd sie mir nicht herunter laden. Und jene die wollen können ja. Aber meine Meinung dazu, die darf ich allen sagen!

23.09.2016
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User paraDice

Ob dein erster Kommentar als Meinung zählen kann... naja ich wäre mir da nicht so sicher. ¯\_(ツ)_/¯

23.09.2016
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