Kritik

«Yoshi und das mysteriöse Buch»: von Seifenblasen-Fröschen und explodierenden Nüssen

Im neuesten Abenteuer mit den bunten Dinos schlüpfe ich für eine Entdeckungstour in die Seiten eines Buches. Auf eine gemütliche Art hält das Spiel stets eine Überraschung bereit.

Die Geschichte beginnt auf der lauschigen Insel der Yoshis, wo ein mysteriöses Buch namens Enzo auftaucht. Es ist voller geheimer Wesen – und Enzo ist neugierig, welche Kreaturen sich auf seinen eigenen Seiten tummeln. «Team up!» meint das sprechende Buch: Ich soll als Yoshi hineinschlüpfen, die wundersame Welt erkunden und die Wesen erforschen. Die herumwuselnden Blumen auf der ersten Seite sind noch das Normalste, was mir auf meiner Reise begegnet.

Hals über Kopf springe ich als Yoshi in die liebevoll illustrierten Kapitel.

Ich wähle den rosaroten Yoshi und springe ins Buch auf Abenteuer.
Ich wähle den rosaroten Yoshi und springe ins Buch auf Abenteuer.

Singende Enten und Seifenblasen-Frösche

Mein erster Auftrag: Herausfinden, was die bunten Blumen im Wald-Kapitel alles draufhaben – und was ich mit ihnen anstellen kann. Auf lustige Art lerne ich, wie das Gameplay funktioniert: Ich kann mit Yoshi hüpfen, die Blumen mampfen, sie auf den Rücken packen oder werfen.

Kaum habe ich eine Blume verspeist, erscheint ein Yoshi-Ei hinter mir als Wurfgeschoss. Trage ich eine der Blumen auf dem Rücken, lasse ich auf Kommando die Landschaft erblühen. Diese Talente nutze ich, um entspannt durch das Level zu spazieren.

Es fängt gemütlich an mit einem Spazierritt für kleine Blümchen.
Es fängt gemütlich an mit einem Spazierritt für kleine Blümchen.

Währenddessen sammle ich Münzen und gut versteckte Grinseblumen. Sobald ich alles über eine Spezies herausgefunden habe, erscheint ein Regenbogenportal. Ich kann dann entscheiden, ob ich weiter sammle oder das Kapitel abschliesse. Besonders süss: Habe ich eine Kreatur erforscht, darf ich ihr einen eigenen Namen geben. Die gelben Blümchen nenne ich «Floralia». Eine musikalische Schnecke mit Muschel taufe ich «Meloyoni».

Die Figuren kann ich selbst benennen, wie ich mag – oder Enzo schlägt mir was vor.
Die Figuren kann ich selbst benennen, wie ich mag – oder Enzo schlägt mir was vor.

Neue Kapitel, neue Freunde – und Feinde

In jedem Abschnitt warten neue Geschöpfe darauf, entdeckt zu werden. Zuerst suche ich sie mit der Lupe direkt auf den Buchseiten – diese fungieren als Levelübersicht – und entscheide selbst, wen ich mir genauer ansehe.

Das simple Konzept zieht sich durch alle Missionen, die Mechaniken verändern sich allerdings: Nehme ich einen Regenschirm-Vogel auf den Rücken, hilft er mir, durch die Luft zu schweben. Ein Seifenblasen-Frosch hilft mir über Abgründe, indem ich in seine Blasen hüpfe. Mit einem kugeligen Fisch tauche ich sogar in die Untiefen des Meeres.

Mit diesem Fisch auf dem Rücken tauche ich ganz tief hinunter – bis ihm die Puste ausgeht.
Mit diesem Fisch auf dem Rücken tauche ich ganz tief hinunter – bis ihm die Puste ausgeht.

Einer meiner Favoriten ist eine kaugummiartige Kugel, die Kirby erstaunlich ähnlich sieht. Mit ihr stelle ich jedoch ganz andere Dinge an: Springe ich auf ihr herum, vermehrt sie sich und wird riesengross – perfekt, um in die Lüfte katapultiert zu werden.

Während ich damit beschäftigt bin, die Kreaturen zu erkunden, tauchen in einigen Leveln alte Bekannte auf: Kamek und Bowser Junior. Was die beiden wohl im Schilde führen? Tatsächlich muss ich ihnen ab und an aus der Klemme helfen, etwa wenn sie in Gebäuden festsitzen. Hier schnappe ich meinen neuen Riesen-Kumpel, um so die Mauern zu Kieselsteinen zu verarbeiten.

Dieser Riese hilft mir, Bowser Junior zu befreien.
Dieser Riese hilft mir, Bowser Junior zu befreien.

Aber Vorsicht: Nicht alle Wesen sind friedlich. Stechende Bienen-Früchte oder piksige Igel machen mir das Leben schwer.

Oft ist auch Köpfchen gefragt. So muss ich in einer Mission mit einem Angelwesen erst kleine Fische fangen, um später einen grossen Brocken zu ködern. Dieser verstopft den Abwasserkanal, wodurch das Wasser absickert und den Weg freigibt. Dass das Grundkonzept gleich bleibt, stört mich nicht, da die Aufgaben variieren. Einmal surfe ich auf einer Mischung aus Fisch und Surfbrett über die Wellen und muss dessen Nachwuchs einsammeln. Ich nenne das Wesen anschliessend liebevoll «Brett Pitt».

Anfangs befinden sich in den Leveln nur einzelne Kreaturen, später kann ich ihre Skills kombinieren: Erst mit «Brett Pitt» surfen, dann mit einer explosiven Haselnuss Hindernisse sprengen und mit dem Regenschirm-Vogel über die Zerstörung hinweg segeln.

Süsse Grafik und niedliche Figuren

Das klingt alles sehr actionreich – ist es zwischendurch auch. Zeitdruck habe ich nie. Ich kann im Level herumspazieren, wie ich will und geniesse die süss gemalten Details. Sterben kann ich auch nicht.

Die besondere Grafik mischt 3D-Figuren mit gekritzelten Landschaften und kryptischen Buchstaben. So blende ich nie aus, dass ich mich in einem Buch befinde.

Die Grafik ist eine kreative Mischung aus Kritzeleien und 3D.
Die Grafik ist eine kreative Mischung aus Kritzeleien und 3D.

Die Kreaturen sind mal innovativ, mal simpler (wie ich es von «Pokémon» kenne), aber immer liebevoll gestaltet. Unterstrichen wird die knuffige Welt vom ebenfalls sehr lieblichen Soundtrack, den ich zwischendurch sogar beeinflussen kann: Es gibt einige musikalische Gestalten im Spiel.

Motivation zum Wiederspielen

Jedes Kapitel bietet eine eigene Fauna – vom Wald über die Küste bis hin zum idyllischen Tal mit menschenähnlichen Gestalten. Um neue Gebiete freizuschalten, benötige ich Sterne, die ich durch das Lösen von Aufgaben und das vollständige Erforschen von Kreaturen erhalte. Da das Spiel nicht explizit sagt, was zu tun ist, ist mein Entdeckergeist gefragt.

Mit Sternen schalte ich eine Fauna nach der anderen frei.
Mit Sternen schalte ich eine Fauna nach der anderen frei.

Damit schafft Nintendo einen Wiederholungsgrund für das Spiel: Habe ich nicht alle Eigenschaften eines Lebewesens erforscht, und nicht alle Münzen gesammelt, bekomme ich weniger Sterne. Die benötige ich aber, um künftige Kapitel freizuschalten. Zudem sind an den unmöglichsten Stellen Grinseblumen zum Sammeln versteckt. Auch hier ist die Motivation gross, für mehr Sterne all die Blumen zu finden. Es lohnt sich, ein Level mehrmals zu spielen.

Komme ich nicht weiter, kann ich gesammelte Glyphen – das sind etwas speziellere Goldmünzen – in Tipps eintauschen.

Mich motivieren die Level genug, um alle Grinseblumen aufzuspüren.
Mich motivieren die Level genug, um alle Grinseblumen aufzuspüren.

Dass ich nicht sterben kann, hilft mir, mutig zu sein und auszuprobieren. Das ist in diesem Spiel auch enorm wichtig, weil nicht immer klar ist, was ich genau machen muss. Und falle ich bei einem waghalsigen Manöver in die Tiefe, werde ich einfach wieder zum Unfallort katapultiert und versuche es nochmals.

Manchmal tauchen in alten Kapiteln und sogar im Inhaltsverzeichnis von Enzo unbekannte Wesen auf – es hilft also, wenn man immer wieder mal durch die Seiten blättert.

Das Buch hat zwar eine Reihenfolge, schalte ich mit den Sternen aber gleich zwei Folgekapitel frei, kann ich selbst wählen, wo ich weiterspiele. Ganz so, als würde ich durch das Buch blättern und dort lesen, wo es mich grad am meisten packt.

«Yoshi und das mysteriöse Buch» wurde mir von Nintendo zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Es ist ab 21. Mai für die Nintendo Switch 2 erhältlich.

Fazit

Knuffig, kurzweilig und kreativ

«Yoshi and the Mysterious Book» ist ein kurzweiliges Spiel voller niedlicher Gestalten. Es ist nicht sonderlich anspruchsvoll und wenn ich nicht weiterweiss, kann ich Hinweise freischalten. In der malerischen Landschaft aus dem Buch fühle ich mich pudelwohl und freue mich, in jedem Level neue Kreaturen kennenzulernen.

Auch wenn die Spielmechanik teils repetitiv ist, spielen die Entwickler mit deren Möglichkeiten und bringen regelmässigspannende Impulse. So möchte ich immer gleich noch ein neues Wesen im Buch erforschen (und dann noch eins).

Dank Sammelmechanik mit Münzen, Glyphen und Grinseblumen bin ich zusätzlich motiviert, ein Level mehrmals durchzuspielen und auch wirklich alles zu entdecken.

Insgesamt finde ich mich so in einem fast schon entspannten Jump’n’Run wieder, bei dem ich nicht sterben kann und doch immer wieder herausgefordert werde – perfekt auch für Nachwuchszockerinnen.

«Yoshiiii!»

Pro

  • simple Spielmechanik mit kreativer Abwechslung
  • spannende Kreaturen
  • süsse Kritzel-Grafik
  • gute Mischung aus cozy, Abenteuer und Logikrätseln

Contra

  • kann unterfordernd sein
  • teilweise repetitiv
Nintendo Yoshi and the Mysterious Book (Switch 2, DE, FR, IT)
Game
Neu
CHF59.90

Nintendo Yoshi and the Mysterious Book

Switch 2, DE, FR, IT

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Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los. 


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